Bitte senden Sie mir folgende Unterlagen
Glossar
Ganzes Glossar anzeigen

| Alm | ostalpenländische Bezeichnung für Alp |
| Alp | höhergelegenes Weidegebiet, das getrennt von den Heimbetrieben während des Sommers genutzt wird |
| Alpabfahrt, Alpabtrieb, Alpabzug, Alpentladung | Rückkehr der Tiere von der Alp zu ihrem Winteraufenthaltsort mittels Viehtransporten oder zu Fuss; in einigen Regionen der Schweiz traditionell von folkloristischen Anlässen begleitet |
| Alpechalb | (Alpenkalb) schwd. Bezeichnung für einen ausgelassenen, verspielten Menschen voll überschüssiger Energie |
| Alpfahrt, Alpaufzug, Alpladung | Transportieren oder Treiben der Tiere auf die Alp; Beginn des Alpsommers und meist hektischer Tag für ÄlplerInnen, Bauern und Tiere |
| Ammenkuh | Kuh an der nebst dem eigenen Kalb noch ein andere Kälber saugen |
| Angus | (Aberdebb Angus) schwarzfarbene Kuhrasse aus Schottland, kuzbeinig und gebirgsgängig, Gewicht bis 550 kg. Eignet sich wegen der hohen Schlachtausbeute und kleinen Milchleistung vor allem als Mutterkuh. Als besonderheit vererbt sie dominant Hornlosigkeit mit hoher Stirnbeule. |
| anrüsten | Massieren des Euters vor dem Melken zwecks Ausschüttung des Hormons Oxytocin, welches das Einschiessen der Milch ins Euter veranlasst |
| Aue | hier Mutterschaf aufnehmen, hat aufgenommen landw. Ausdruck für ein Tier, das schwanger geworden ist |
| Aufrahmung | Aufsteigen des Milchfetts beim Lagern von Rohmilch aufgrund des kleineren spezifischen Gewichts der Fettkügelchen gegenüber der Magermilch |
| ausfüttern | das Pflegen und Verpflegen von Nutztieren in vom Heimbetrieb abgelegenen Ställen, meist vor und/oder der Alpzeit |
| aushagern | Nährstoffentzug von Alpweidestellen durch übermässiges Beweiden ohne Dünger zuzuführen |
| ausziehen | im Käserlatein Ausdruck für das Herausfischen der Käsekörner aus dem Kessi mit Hilfe eines Tuches |
| Barmen | 1. alte Bezeichnung für Futterkrippe im Stall; 2. Geburtsbett jesu |
| Baumé | Messeinheit für die Salzkomzentration in einer Flüssigkeit. Wird mittels einer Salzwaage ermittelt |
| Bazger | Teil des Alpteams, meist ein halbwüchsuger Bueb und trotzdem "Mädchen für alles", veralteter Begriff |
| belegtes Tier | künstlich oder durch Natursprung besamtes Tier |
| Bergamasker | 1. Bewohner der Alpenregion um Bergamo, Norditalien. 2. graue, langhaarige Hirtenhunde mit grosser Hirtentradition |
| Besamer | ausgebildete Fachkraft, der den weiblichen Nutztieren mittels einer Spritze aufgetauten Samen des jeweiligen männlichen in die Gebärmutter injiziert (künstliche Besamung). s. auch Natursprung |
| Bestösser | Besitzer der alpenden Tiere |
| blaab, blaabe Milch | schwd. Ausdruck für Magermilch. Magermilch schimmert bläulich |
| Blacke, Blakte | schwd. Bezeichnung für Alpenampfer Rumex alpina |
| Blähung | nichtbeabsichtigte, durch Bakterien verursachte Gasentwicklung im Käse, die ihn meist ungeniessbar macht |
| bluemet | schwd. Ausdruck für gelb-weiss strukturierte Oberfläche des einen Tage alten Käses |
| bluten, abbluten | blutiger Ausfluss aus der Scheide des Rindviehs; innerhalb des Geschlechtszyklus platzen 2-3 Tage nach der Brunst einzelne Blutgefässe in der Gebärmutterregion |
| Boli | grosse Medizinaltablette, die im Pansen der Wiederkäuer längerdauernde Wirkung (z. Bsp. gegen Würmer) entfaltet |
| Brecher | Käserührer |
| Brennen | Nachwärmen des Bruchs im Kessi |
| Bröch | Mahlzeit bei der Brotbrocken in Milch aufgekocht werden |
| Bruch | mittels der Harfe zerschnittene Dickete zu Käsekörner; Grösse und Behandlungsart der Körner bestimmen den Wassergehalt und die Teigbeschaffenheit des Käses |
| Brunst | paarungsbereite Phase im Geschlechtszyklus bei den Tieren |
| Coli, Colibakterien | von den SennerInnen gefürchtete Bakterien, die den Milchzucker abbauen und dabei Gase bilden, die den Käse blähen. Die Aktivität der Colibakterien wird durch eine schnelle Milchsäuregärung unterdrückt |
| Dickete | Milch, die mittels Lab zur Gerinnung gebracht wurde |
| dreiviertelfett | ungefähre Angabe des Fettgehalts im Käse; dreiviertelfetter Käse ist Käse aus teilentrahmter Milch (2,1-2,2% Fett) mit ca. 35% Fettge-halt in der Trockenmasse |
| Einschiessen | Beginn der Milchproduktion im Euter nach dem Anrüsten. s. auch Oxytocin |
| Emd | siliertes oder getrocknetes Gras, das nach dem Heuschnitt von den Mähwiesen geerntet wurde; wird in der Umgangssprache auch als Begriff für das noch stehende Gras verwendet |
| Erstmelk | junge Kuh, die nach der Geburt ihres ersten Kalbes Milch gibt |
| Essig-Essenz | synthetisch hergestellte Flüssigkeit mit hohem Essigsäuregehalt |
| Etscher | glarnerländische Bezeichnung für den Sauer |
| Euter | Organ der Kuh, der Ziege, des Schafes und des Pferdes das Milch produziert |
| Euterflame | Anlage des späteren Euters beim Jungtier |
| Feldstecher | binokulares Galileisches Fernrohr mit künstlich vergrössertem Augenabstand durch doppelte Strahlumlenkung mittels rechtwinkliger Prismen. Wichtiges Arbeitsgerät der HirtInnen. |
| Flame | Euterflame |
| Flotzmaul | feuchte Hautpartie zw. Nase und Oberlippe des Rindviehs |
| Fluss | mit Bindegewebeflüssigkeit angeschwollene und dadurch verhärtete Stellen des Euters zu Anfang der Laktation |
| Form | Plastikform |
| Galtkuh | Kuh während der Zeit, in der sie keine Milch gibt |
| Galtvieh | Rindviecher, die keine Milch geben, weil sie zu jung oder trockengestellt sind |
| Gebse | Schale mit 15-30 Liter Inhaltsvermögen, in der man die frisch gemolkene Milch zum Aufrahmen lagert; aus Holz oder Antikorodal |
| Geilstellen | vom Tierkot überdüngte Weidefläche, z.Bsp. Läger |
| Geiss | weibliche Ziege |
| Geissbub | Knabe, der eine Ziegenherde hütet |
| Genossenschaftsalp | Alp, die von einer Genossenschaft (z. B. Bauerngenossenschaft) gepachtet und betriebn wird |
| Grad Baumé | Messeinheit für die Salzkonzentration in einer Flüssigkeit. Wird mittels einer Salzbadwaage ermittelt |
| Gschiss | schwd. für viel Aufheben um eine Sache machen |
| Gülle | in Güllenkasten gesammelter Harn und Kot der Tiere; wird zum Düngen der abgefressenen Weiden gebraucht |
| Gusti | Jungtier beim Rindvieh vor der Kuhwerdung |
| Harfe | Käsereiwerkzeug, mit dem man die Dickete zum Bruch schneidet |
| Heu | der erste Grasschnitt auf den Mähwiesen, der durch Trocknung konserviert wird |
| Hirt, Hirtin | hierzulande HüterIn der Herden von Kühen, Galtvieh, Schafen und Ziegen mit angeblich ausgeprägtem Sinn nach Freiheit und Unabhängigkeit |
| Hirtkuh | Kuh, die den HirtInnen auf Galtviehalpen zur Milchversorgung mitgegeben wird |
| Hochleistungskuh | Kuh, die mehr Milch gibt, als gut für sie ist |
| Hulda | hübscher Name der Kuh, die stellvertretend für alle Alprindviecher durch mehrere Kapitel des Handbuches trampelt |
| Hüterbub | jugendlicher Gehilfe des Alppersonals, der trotz seiner spezifischen Arbeitsbezeichnung alles machen muss |
| Jagd | Ende des Alpfriedens. Beginn nach Region unterschiedlich, meist Anfangs September |
| Jährling | Bezeichnung für ein Rindvieh von 1-2 Jahren |
| Järb | Holzreif (moderner auch aus Kunststoff), in dem die Käsemasse gepresst wird und ihre typische runde Form erhält |
| Jass | Schweizer Karten-Nationalspiel, das auch bei den ÄlplerInnen beliebt ist |
| Jungvieh | Gesamtheit der Rindviecher vor ihrer Kuhwerdung |
| Kalb | Rindvieh im Alter bis 1-jährig |
| kalbern, abkalben | das Gebären einer Kuh oder eines Rindes |
| Käseharfe | Harfe |
| Kasein | Milcheiweiss; wichtigster Bestandteil des Käses |
| Kaseinmarken | auf der Stirnseite der Käse angebrachte oblatähnliche Plaketten aus Kasein, worauf die Herkunft (Betriebsnummer) und das Gütesiegel "Alpkäse" vermerkt sind |
| Klaue | die eine Hornzehe am Fuss eines Paarhufers |
| Klauenteer | Heilsalbe mit Holzteer, die eine Härtung des Klauenhorns bewirkt |
| Koppel | eingezäuntes Weidegebiet |
| Koppelweide | mit Zäunen unterteilte Weide; die Tiere beweiden im Umtriebsverfahren eine Koppel nach der andern. Koppelweiden werden intensiver genutzt als Standweiden, weil die Tiere gezwungen werden auch unliebsames Futter zu fressen und die Weiden gezielter gedüngt werden. |
| Kuh | Bezeichnung für ein Rindvieh, das gekalbt hat und Milch gibt |
| Küher | heute Bezeichnung für den Hirt auf einer Kuhalp; früher im Bernbiet heimischer Betreuer einer Viehherde und Milchverarbeiter, der, anstatt zu heuen, z'Alp ging |
| Kultur | gezüchtete Milchsäurebakterien, die der Milch beigegeben werden, um die Käseproduktion sicherer zu machen und einen typischen Geschmack zu erzielen |
| Lab | nimmt den Kaseinteilchen in der Milch ihre negative Ladung, was zu ihrer Verkettung führt und die Milch zum Gerinnen bringt (Dickete); besteht hauptsächlich aus dem Enzym Chymosin, das ursprünglich aus Kälbermägen gewonnen wurde und heute vermehrt gentechnisch hergestellt wird |
| Lacta-Essig | Essig aus Milchsäure |
| Lactose | Milchzucker |
| Läger | von den Tieren für das Ruhen bevorzugte, flache Stelle auf der Weide, wo durch die Häufung der Exkremente hauptsächlich düngerliebende Pflanzen wachsen |
| Laktation | Dauer, während der ein Nutztier Milch produziert; bei Kühen, Ziegen und Schafen normalerweise ca. 10 Monate lang |
| leeres Tier | landw. Bezeichnung eines weiblichen Nutztiers, das nicht schwanger ist, es jedoch sein sollte |
| Leptospirose | infektiöse Erkrankung der Sau durch Leptospirenarten. Die Bakterien sind im Schweinekot vorhanden und können auf der Weide vom Rindvieh aufgenommen werden, was bei diesem einen Abort auslösen kann. |
| Maiensäss | auch Vorsäss. Höhenstufe zwischen Heimbetrieb und Alp, die im Frühsommer und Herbst (d.h. vor und nach der Alp) mit dem Vieh beweidet und während der Alpzeit gemäht wird. Maiensässe dienen zum Ausfüttern der Nutztiere, werden aber zusehends von ferienbetreibenden Menschen belegt. |
| Mauser | ein- bis zweimal jährliches Wechseln des Federgewandes bei den Vögeln. Heimhühner tragen während dieser Zeit ein stark gerupftes Federkleid und legen keine Eier. |
| Melker, Melkerin | entnimmt dem Milchtier von Hand oder mit der Maschine die Milch |
| Melkfett | mineralölhaltiges, sterilisiertes Fett, das vor allem beim Handmelken zum Fetten der Zitzen gebraucht wird |
| Mese, Mäse | Bezeichnung für ein Rindvieh von 1-2 Jahren |
| Milch | Drüsensekret und kostbare Nährflüssigkeit der Säugetiere; neben der Fleischerzeugung wichtigster Grund der Milchtierhaltung |
| Milchmessen | regelmässiges Wägen der gemolkenen Milch einer Kuh; 1. um anhand der Milchmenge die Mulchen unter den Bauern zu verteilen; 2. um die Milchleistung und Milchzusammensetzung der Kuh offiziell zu messen und zu protokollieren |
| Milchsäure | organische Säure, die durch vorhandene oder zugesetzte Bakterien beim Abbau des Milchzuckers gebildet wird und entscheidend zur Haltbarmachung der meisten Milchprodukte beiträgt |
| Milchsäurebakterien | Gruppe von Bakterien, die den Milchzucker zu Milchsäure abbauen |
| Milchsäuregärung | gewünschte Gärung im Käse, die eine konservierende Wirkung hat |
| Milchstein | Kalk- und Milcheiweissablagerung an den Melk- und Käsereigeräten; kann ohne ein saures Reinigungsmittel nicht entfernt werden |
| Model | Holznegativform mit der man der anfallenden Butter genaue Masse und schöne Verzierungen geben kann |
| Molke | hochdeutsche Bezeichnung für Sirte |
| Muh! | ausgeschriebene Lautäusserung eines Rindviehs, die der Differenziertheit des Tiervokabulars nicht gerecht wird |
| Mulchen | die Gesamtheit der auf der Alp hergestellten Milchprodukte wie Käse, Ziger, Rahm und Butter |
| Mungg | schwd. Ausdruck für Murmeltier |
| Mutterkuh | artgerechte Variante der Kuhhaltung, da die Mutterkuh im Gegensatz zur Milchkuh ihr Kalb säugen kann |
| Natursprung | Besamung des Nutztieres durch den männlichen Vertreter der eigenen Rasse |
| Nutztier | Tier, das vom Menschen domestiziert wurde, um ihn zu ernähren oder wirtschaftlichen Vorteil zu bringen; hier vor allem Rindvieh, Schaf, Ziege, Schwein |
| Ochse | kastrierter Stier |
| Oxytocin | Hormon, welches im Hypothalamus durch Berührungsreize am Euter gebildet wird. Es bewirkt "das Einschiessen der Milch durch Kontraktion der Myoepithelzellen der Drüsenalveolen und durch Öffnung der Sphinkter in den Milchgängen" (Klaus Löffler: Anatomie und Physiologie der Haustiere, Ulmer, Stuttgart 1983). Bei der Geburtsvorbereitung löst Oxytocin die Wehen aus. |
| Pachtalp | von einem Bauern gemietete Gemeindealp |
| pH-Wert | Messeinheit für Säurungsstärke; über 7 pH: alkalisch; unter 7 pH: sauer |
| Pipeline-Alpen | Kuhalpen, auf denen die Milch nicht verarbeitet wird, sondern durch ein Rohr in eine Talmolkerei oder -käserei fliesst |
| Plastikform | gelöchertes Kunststoffrohrstück mit oder ohne Boden, in dem die Käse ihre runde Form erhalten; moderne Version des Järbs |
| Privatalp | Alp, die Eigentum eines einzelnen Bauern ist |
| QS-Alp | Qualitätssicherung bei der Milchverarbeitung auf der Alp gemäss EU-Normen |
| Räf | Rückentraggestell mit dem man sperrige und schwere Lasten gut über der ei-genen Körperachse plazieren kann und darum leichter trägt |
| Rind | zu den Horntieren gehörender Paarhufer; Wiederkäuer; die Bezeichnung "Rind" wird hier meist für ein tragendes Rindvieh von 2-3 Jahren verwendet |
| Rindvieh | Gesamtbezeichnung für alle Altersklassen der Rindergattung wie z.Bsp. Kalb, Mese, Rind, Kuh |
| ringer | schwd. Ausdruck für bequemer, einfacher |
| Rüfe, Risi, Rues, Schlipf | schwd. mundart. Bezeichnung für Mure, Murgang. Durch starken Regenfall oder grosse Schneeschmelze verursachter Erd- oder Steinrutsch. Auf vielen Alpen Hindernis auf Fahr- und Viehwegen, die alljährlich wieder hergestellt werden müssen. |
| Salzbadwaage | Messinstrument zur Ermittlung der Salzkonzentration in einer Flüssigkeit, auf der Alp des Salzbades |
| Sammeln | Zusammentreiben einer verstreuten Nutztierherde auf der Weide oder dem Stafel |
| Säss | Alphütte; auf Kuhalpen mit Sennerei und Stall; bei Stafelwirtschaft wer-den je nach Höhenstufe Unter-, Mittel- und Obersäss unterschieden |
| Sauer | mit Milchsäurebakterien versetzte Sirte, die zur Zigerherstellung verwendet wird |
| Sauerstande | Holzfass zur Zubereitung und Aufbewahrung des Sauers |
| Schalmtest | misst den Zellgehalt der Milch und zeigt über eine chemische Reaktion eine evtl. Entzündung im Euter an |
| Schärm | schwd. Dialektausdruck für Vieh-Unterstand oder Stall |
| Schluck | eingedickte Milch |
| Schotte | grünliche Flüssigkeit, die nach dem Zigern im Käsekessi zurückbleibt; enthält fast keine Eiweisse |
| schuene | landw. Mundartausdruck für das Pflegen und Schneiden der Klauen |
| Senn | Käser auf der Alp; wird von den Bauern meist als Chef des Alpteams angesehen |
| Sennalp | Kuhalp, auf denen die Milch verkäst oder verzigert wird |
| Sennerei | Käseküche |
| Sennerin, Sennin | Käserin auf der Alp, wird von den Bauern im Gegensatz zum Sennen, nicht immer als Chefin des Alpteams angesehen; "Sennin" ist die feministische Form von "Sennerin" und scheint sich allgemein durchzusetzen |
| Sirte | gelbliche Flüssigkeit, die nach dem Ausziehen des Käses im Kessi zurückbleibt; enthält die Eiweisse Albumin und Globulin |
| Sömmerung | schönste Zeit für das alpende Vieh |
| Sömmerungsbeitrag | Subvention an Alpbestösser und Alpbesitzer für das Alpen von bestimmten Nutztieren; ausbezahlt nach Tierkategorie, Alter und Anzahl |
| StadtälplerInnen | meist neuzeitliches Alppersonal, das den Winter über in den Städten zu Hause ist |
| Stafel | einer der Höhenabschnitte mit Alphütte(n) und Weide(n) bei der Stafelwirtschaft |
| Stafelwirtschaft | Unterteilung der Alp in verschiedene Höhenstufen, die aus Weidegebieten mit den zugehörigen Alpgebäuden bestehen; z.Bsp: Unter-, Mittel- und Obersäss |
| Standweide | grossangelegte Weide; im Gegensatz zur Koppelweide wird die Standweide über längere Zeit beweidet, da das Gras ständig nachwachsen kann |
| Staphylokokken | Bakterien, die bei Euterentzündungen in der Milch vorkommen und beim Überhandnehmen den Käse ungeniessbar machen |
| Steinfrau | weibliche Form der im ganzen Alpenraum verbreiteten Steinmänner oder "Hirten", die, oft vom Alppersonal gebaut, als Orientierungspunkte und Wegmarken dienen und den Viehherden eine wachsame HirtIn vorgaukeln. Die vermutlich erste Steinfrau steht seit 1985 im Hochtal Madris (Graubünden), als Widerstandssymbol gegen den damals geplanten Stausee. |
| Stellschein, Verkehrsschein | bei Tiertransporten (z.Bsp. auf die Alp) benötigtes Formular; die Kontrolle über das "verstellen" von Nutztieren soll Seuchenverschleppung verhindern |
| stierig | Bezeichnung für ein brünstiges Rindvieh |
| Stoss | Futterbedarf eines Tieres während 100 Tagen Alpdauer; wird meist in Grossvieheinheiten angegeben z. Bsp. "Kuhstoss", ferner auch "Mesenstoss" |
| Strebel | beim Käseausziehen übriggebliebener Rest Käsekörner im Kessi, der se-parat herausgezogen wird; wird zum Teil vom Alppersonal als Eigentum be-trachtet |
| Sukzession | das allmähliche Übergehen einer Pflanzengesellschaft in eine andere. Hier ist vor allem das Überwachsen der Alpweide durch Zwergsträucher gemeint (Vergandung). |
| Suuffi | heisser Ziger mit Schotte |
| Tatsch | traditionelles Gericht in Graubünden, das einer gestörten Omelette entspricht: Tatsch wird nach Rezept zwingend in Butter gebraten |
| Tause, Tanse | milchwirtschaftlicher Fachausdruck für eine mit Deckel verschliessbare Milchkanne |
| trächtig, tragend | Bezeichnung für ein Nutztier, das schwanger ist |
| Tränkebecke | Wasserschale mit Ventil, damit nur Wasser nachfliesst, wenn ein Tier trinken will; wird vor allem in Anbindeställen installiert |
| Transporter | Landwirtschaftsfahrzeug, das man mit verschieden Aufsätzen bestücken kann: z.Bsp. mit Ladebrücke, Güllenfass, Graslader; wird vor allem im Berggebiet eingesetzt |
| Trejen | horizontale Weglein im steilen Gelände, die sich bei mehrjährigem Beweiden durch den Tritt der Tiere bilden |
| trockenstellen | durch den Viehhalter ausgelöster Stop der Milchproduktion beim laktierenden Tier, um es in den letzten zwei Monaten der Trächtigkeit zu schonen |
| Trokar | spitzes Werkzeug zum Stechen geblähter Wiederkäuer |
| Umtrieb | das zwei oder mehrmalige Beweiden einer Koppel beim Koppelweidesystem |
| verwerfen | Bezeichnung für frühzeitiges Verlieren der Leibesfrucht (Abort) beim Nutztier |
| Viehhabe | Gesamtheit der Nutztiere eines Bauern oder einer Alp |
| Viertel | Milchdrüsenkomplex des Euters einer Kuh; die vier Viertel sind als Organe voneinander vollständig getrennt; in der landw. Umgangssprache bedeutet "einen Viertel haben", dass die Kuh eine Euterentzündung hat |
| Volle | Milchtrichter aus Holz; erfüllt heute die Funktion eines Megaphons beim Betrufen, da aus hygienischen Gründen für das Milchfiltern Chromstahl und Antikorodal verwendet werden |
| vollfett | ungefähre Angabe des Fettgehalts im Käse; vollfetter Käse ist Käse aus teilentrahmter Milch (2,9-3,1% Fett) mit ca. 45% Fettgehalt in der Trockenmasse |
| Vormelkbecher | tassenähnlicher Behälter, in den vor dem Melken von Hand ein paar Spritzer Milch aus jeder Zitze des Euters gemolken werden, um die Milch optisch auf mögliche Fehler (Fetzen, Flocken usw.) zu untersuchen |
| Weidezins | Betrag, den der Bauer dem Alpbesitzer für den Futterverzehr seiner Tiere bezahlt |
| wiederkauen | Eigenart von Ziege, Schaf und Rindvieh vorverdaute Nahrung nochmals im Maul zu kauen und einzuspeicheln |
| wüchsig | schwd. Ausdruck für "schnell oder reichhaltig wachsendes Gras" |
| Zeitkuh | tragendes Rind |
| Zentrifuge | Maschine zur Trennung der Vollmilch in Magermilch und Rahm |
| Zini | Reinigungspulver für das Kupferkessi |
| Zitze | flaschenhalsartiger Fortsatz (Brustwarze) des Euters bei Kuh, Schaf und Ziege; ist für die Entnahme der Milch durch das Jungtier, Hand- oder MaschinenmelkerInnen von grosser Bedeutung |
| Zitzentaucher | mit Desinfektionsmittel gefüllter Becher, in den man die Zitzen nach dem Melken taucht. Damit soll verhindert werden, dass Bakterien durch den geöffneten Zitzenkanal ins Euter gelangen und dort eine Entzündung auslösen |
| Zusenn, Zusennin | HandreicherIn des Sennen/der Sennin |




