Dominique Oppliger: «Die Solaranlage ist eine grosse Erleichterung»
«Langweilig wurde es nie», sagt Bäuerin Dominique Oppliger im Rückblick auf die zu Ende gehende Alpsaison. Als Gastgeberin in der typisch jurassischen Bergbeiz «Métairie d’Aarberg» profitierte sie von einem steten Strom von Ausflüglern zum Chasseral – und erstmals auch von der ebenfalls steten Stromversorgung durch die erneuerte Solaranlage.
Ende Oktober kehren Sie der Métaire d’Aarberg den Rücken und ziehen mit dem Vieh wieder talwärts. Verspüren Sie Wehmut?
«Dafür bleibt eigentlich gar keine Zeit. Denn zuhause warten ja zahlreiche Arbeiten auf dem Hof und im Haus. Die Skisaison steht auch bald vor der Tür. Mein Mann Thierry wird schon ab Oktober dem Nebenerwerb im Skigebiet Bugnenets-Savagnières nachgehen.»
Wie verlief die Sommersaison?
«Sehr gut, denn wir hatten viele Gäste. Gesamthaft waren es zwar nicht unbedingt mehr als im vergangenen Jahr, doch sie verteilten sich über die ganze Woche. Es gab immer viel zu tun.»
Das hört sich nach Dauerstress an, denn neben der Gastwirtschaft mussten ja auch 70 Rinder gesömmert werden.
«Nein, Stress war es nicht, aber langweilig wurde es ebenfalls nie. Oft kamen ganze Gruppen von Ausflüglern aus aller Welt: Neuseeland, Japan, Amerika, und so fort. Die meisten hatten irgendeinen Bezug zur Gegend, sei es, weil sie als Auslandschweizer die Heimat besuchten, oder weil Bekannte aus der Gegend ihnen etwas typisch Schweizerisches zeigen wollten.»
Das Typische lässt sich bei Ihnen auch kulinarisch erleben...
«Tatsächlich, die Röschti war sehr gefragt! Und auch von den Neuenburger Würsten, die wir von einem Metzger in der Gegend beziehen, servierten wir unzählige, einige Hundert bestimmt.»
Hat sich Ihre Arbeit durch den Einsatz der neuen Solaranlage verändert?
«Die Verbesserung liegt darin, dass wir alle möglichen Tätigkeiten in der Küche jetzt problemlos erledigen können, auch gleichzeitig oder am Stück, ohne dass wir uns Sorgen machen müssen, ob der Strom dafür ausreicht. Das ist eine grosse Erleichterung. Zudem können wir bei der Stromproduktion jetzt mehrere hundert Liter Diesel pro Jahr einsparen.»
Spielt der Dieselgenerator gar keine Rolle mehr?
«Doch, aber im Vergleich zu früher nur noch eine kleine. Der Generator liefert weiterhin zusätzliche Energie für die Geschirrspülmaschine und für die Pumpe, die uns das Wasser von unterhalb der Métairie heraufbefördert.»
Wenn der Zuspruch der Gäste derart gross ist – wollen Sie in Zukunft vermehrt auf die Bewirtung setzen?
«Es stimmt, das Interesse der Kundschaft wäre vorhanden, denn die Wanderroute zum Chasseral ist sehr beliebt. Heute können wir rund 50 Gäste gleichzeitig bedienen. Aber weil wir hier eben eine Métairie im traditionellen Sinn betreiben, sind einem Ausbau Grenzen gesetzt. Den Umschwung brauchen wir für das Vieh.»
Ihre Métairie ist eine der ältesten der Gegend, nun verfügt sie über eine erneuerte, moderne Solaranlage. Wie passt das Alte und das Neue zusammen?
«Sehr gut. Das zeigen gerade auch die Reaktionen unserer Gäste. Dass wir den Einsatz des Dieselgenerators dank der Unterstützung der Schweizer Berghilfe reduzieren konnten, schätzen sie genauso wie wir. Zudem zeigen viele Gäste ein grosses Interesse an der Solartechnologie und fragen nach, wie wir damit zurechtkommen.»
- http://www.metairie-aarberg.ch/
, Tel. 032 751 34 22
Projektstatus: realisiert














