Sta. Maria (Graubünden)

Ein neues Gesundheitszentrum für das Val Müstair
Veraltete Gebäudetechnik, marode Installationen und nicht mehr zeitgemässe sanitäre Anlagen – das Regionalspital im Münstertal zählte seine letzten Stunden. Gerade noch rechtzeitig griff die Schweizer Berghilfe dem Projekt unter die Arme und brachte eine regelrechte Spendenwelle ins Rollen. Die Erhaltung der Arbeitsplätze und des medizinischen Angebots ist für die Region von grosser Bedeutung.Das Regionalspital Sta. Maria war selbst ein Fall für die Intensivstation. Das in den 30er-Jahren für die sechs Talgemeinden Tschierv, Fuldera, Lü, Valchava, Sta. Maria und Müstair erbaute Spital leidet an akuter Altersschwäche. Die Gebäudetechnik, Stark- und Schwachstromanlagen, Heizung, Lüftung, Betten- und Personenlift und sanitäre Anlagen entsprechen nicht mehr den Vorschriften. Hinzu kommt, dass die im Bereich des Spitals bestehende hohe Radon-Belastung reduziert werden muss.
Realisierung auf wackeligen Beinen
An Renovationsplänen mangelt es nicht, jedoch an Geld. Die sechs Korporations-Gemeinden sind äusserst finanzschwach. Aufgrund der beschränkten Mittel wurden die Kosten von rund 20 Millionen Franken auf 12,5 Millionen gesenkt – gestrichen wurden die Bereiche Chirurgie und Anästhesie. Dennoch war die Realisierung des Projekts alles andere als gesichert. Der Kanton setzte zur Bedingung, die gesprochenen Mittel erst dann auszubezahlen, wenn die Finanzierung gesichert sei.Zukunftsorientiertes Angebot und neue Jobs
Anfang 2006 änderte sich die Situation. Die Schweizer Berghilfe beschloss, den Umbau zu einem Gesundheitszentrum mit einem Betrag von zwei Millionen Franken zu unterstützen. «Die Sanierung und Erweiterung des regionalen Gesundheitszentrums ist für das Münstertal existenziell. Mit der Unterstützung können wir zusätzlich 43 Vollzeitstellen sichern», begründet Geschäftsführer Hugo Höhn von der Schweizer Berghilfe die Investition. Das Projekt wird von der Schweizer Berghilfe unterstützt, weil es nachhaltig ist und die elementare medizinische und pflegerische Grundversorgung in der Region sicherstellt. 1800 Einheimische wie auch die 2000 Touristen, die jährlich die Region besuchen, profitieren von der Notfallhilfe des Gesundheitszentrums.Planmässige Eröffnung
Mit dieser Hilfeleistung kam Bewegung ins Münstertal. «Die Schweizer Berghilfe hat mit ihrer Spende den Stein ins Rollen gebracht», freut sich Spitalverwalter Roman Andri. «Wir erleben eine Welle der Solidarität!» Auch der einheimische Stromversorger, Provedimaint electric Val Müstair, hat dem Spital eine Million Franken als zinsloses Baudarlehen zugesichert. Und weiterhin spenden zahlreiche Private, Institutionen und Firmen, um die Zukunft des kleinsten Gesundheitszentrums der Schweiz zu sichern. Die Bündner Regierung hat dem Umbau Ende März 2006 grünes Licht gegeben. Für Andri ist klar: «Ohne die grosszügige Unterstützung der Schweizer Berghilfe wäre die Realisierung des geplanten Bauvorhabens schlicht und einfach nicht möglich gewesen.» Die Bauarbeiten begannen im Mai 2006. Anfangs Juni 2008 konnte die Eröffnung planmässig gefeiert werden.Projektstatus: realisiert











