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David Blum: «Die Unterstützung kam im entscheidenden Moment»

Ihr Hobby haben David und Simone Blum zu einem Nebeneinkommen entwickelt, das hilft, die Zukunft des kleinen Bauernbetriebs zu sichern. Dank eines neuen Produktionsraumes können sie ihre selbstgemachte Glace in Mengen herstellen, welche die steigende Nachfrage bedienen kann. «Irgendwann haben wir uns gesagt: Wir machen das richtig oder gar nicht», sagt David Blum. Die Entscheidung bereut das Ehepaar nicht.

Der Sommer steht vor der Tür. Läuft die Glace-Produktion bereits auf Hochtouren?
«Ja, der Sommer kann kommen. Dank einer neuen Tiefkühlzelle haben wir schon viel Glace auf Vorrat herstellen können.»

War es schon immer Ihr Ziel, Glace zu produzieren und zu verkaufen?
«Die Idee ist wie von selbst entstanden. Zuerst hat meine Frau ihre Glace nur für die Familie, Freunde und Bekannte gemacht. Eines Tages hat uns eine Nachbarin, die sich im Reitverein engagiert, gefragt, ob wir auch für einen Concours Glace herstellen wollen. Dort haben die Leute mit Begeisterung auf unser Produkt reagiert. So ist eines nach dem anderen gekommen, bis wir uns irgendwann entschieden, die Glace-Produktion zu einem eigenen Standbein auszubauen.»

Welchen Stellenwert hat das Engagement der Schweizer Berghilfe für Ihr Projekt?
«Die Unterstützung der Berghilfe kam für uns in einem entscheidenden Moment. Wir konnten damit den bereits halb gebauten Produktionsraum Ende 2007 fertigstellen, genau rechtzeitig, um im letzten Sommer voll loslegen zu können. Dank unserer Glaceproduktion habe ich meinen früheren Zusatzerwerb als Chauffeur im letzten Jahr aufgeben können. So kann ich mehr Zeit für den Hof und den Glaceverkauf einsetzen. Dazu kommt, dass ich mein eigener Chef bin und das Geschäften selbst in der Hand habe.»

Wie bringen Sie die Glace an die Leute?
«Wir arbeiten mit verschiedenen Verkaufsläden zusammen. Bald fahren wir für eine Degustation nach Thun, wo eine Bäckerei unsere Glace anbieten wird. Ausserdem kann man unsere Glace direkt bei uns ab Hof kaufen. Und mit unserem Glace-Stand werden wir in den Sommermonaten wieder viel unterwegs sein.»

Welche Sorten verkaufen sich am besten?
«Am beliebtesten ist ganz klar Vanille. Aber auch speziellere Aromen wie Baileys lohnen sich. Die sind zwar wegen der Zutaten in der Herstellung teurer, kosten deshalb aber auch mehr. Mein persönlicher Geheimtipp ist Haselnuss, mit karamelisierten Nussstücken.»

Verlassen Sie sich bei der Wahl der Aromen auf Ihren eigenen Geschmack oder berücksichtigen Sie auch Kundenwünsche?
«Das ist nicht vorgegeben. Zuerst probieren wir neue Aromen in der Familie. Meine Eltern würden es sich zum Beispiel nie nehmen lassen, ihre Meinung zu neuen Sorten abzugeben. Und wenn jemand unsere Glace direkt bei uns auf dem Hof bezieht, sind wir immer offen für eine Anregung.»

Woher nahmen Sie das unternehmerische Wissen, das es für ein solches Projekt braucht?
«Das ist eine lustige Geschichte: An der Betriebsleiterschule in Bäregg schrieb ich vor ein paar Jahren ein Marketing-Konzept. Viele wählen dafür ein Thema wie zum Beispiel den Verkauf von Käse oder etwas Ähnlichem. Ich dagegen untersuchte, wie man am besten Glace ab Hof verkaufen kann, und das, bevor unsere Idee eines eigenen Betriebszweigs stand. Die Experten wussten dann auch nicht so genau, wie sie das Konzept bewerten sollten. Erst kürzlich, nachdem der Beitrag über uns in der ‹Berghilf-Ziitig› erschienen war, meldete sich einer dieser Experten und gratulierte mir.»

Inzwischen ist Ihre praktische Erfahrung sicher gewachsen?
«Natürlich ist die Praxis der beste Lehrmeister. Im Konzept bin ich noch davon ausgegangen, dass der Verkauf über Gasthöfe am besten funktionieren würde. Aber der Absatz über die Läden funktioniert sicher genauso gut. Dadurch, dass wir neu auch in 150ml-Becher abfüllen, haben wir zwar etwas mehr Aufwand in der Abfüllung, aber auch eine bessere Wertschöpfung. Ausserdem entwickelt man erst mit der Zeit ein Gespür dafür, welche Aromen gut ankommen und welche gewinnbringend sind.»

Welche weiteren Schritte haben Sie für Ihren Glace-Betriebszweig geplant?
«Natürlich lässt sich immer etwas optimieren. Eine Idee wäre, die Kapazitäten beim Abkochen zu erhöhen, damit wir mehr Zutaten auf einmal verarbeiten können. Aber erstens wird das erst in ferner Zukunft wirklich ein Thema sein, und ausserdem muss man immer die ganze Produktionskette anschauen: Es bringt nichts, mehr abkochen zu können, wenn man dann beim Abfüllen einen Engpass hat. Es ist auch denkbar, dass wir einmal einen zweiten Glace-Stand anschaffen oder den Lagerraum vergrössern.»

Worauf freuen Sie sich besonders in der Glace-Saison 2009?
«Am 19. Juni werden wir an der ‹Nacht der Technik› der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Winterthur sein. Das wird sicher auch eine Gelegenheit sein, unsere Glace einem neuen Publikum zu präsentieren.»


Projektstatus: realisiert

Bilder zum Projekt

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Mit viel Engagement stellen Simone und David Blum Glace her.
David Blum:
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