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Tony Giacomelli: «Meine Vorfreude ist riesig»

Eine Million Liter Milch verarbeitet der erfolgreiche Käser Tony Giacomelli pro Jahr. Dafür ist die Käserei San Carlo im bündnerischen Val Poschiavo viel zu klein. Mit Unterstützung der Schweizer Berghilfe entsteht derzeit eine neue Käserei.

Herr Giacomelli, wie weit ist der Bau der Käserei schon fortgeschritten?

Wir liegen im Zeitplan. Der Rohbau steht, das Dach ist fertig. Im Frühling werden die technischen Installationen in Angriff genommen, und im August sollte die neue Käserei bezugsbereit sein. Dies ist der beste Zeitpunkt für einen Umzug, weil es dann auf den Alpen am wenigsten Milch gibt.

Ist der Winter im Val Poschiavo so hart, dass die Bauarbeiten ruhen müssen?
Poschiavo liegt auf rund 1000 Metern. Das ist zwar nicht aussergewöhnlich hoch, doch der Winter kann hier sehr hart sein. In der Regel gibt es auf Weihnachten hin viel Schnee, der bis Ende Februar liegen bleibt. Zudem weht oft ein sehr kalter und starker Nordwind vom Bernina-Bergmassiv herunter.

Was geht in Ihnen vor, wenn Sie auf die Baustelle zur halbfertigen Käserei kommen?
Ich spüre eine riesige Vorfreude. Die alte Käserei war auf eine Produktion von einer haben Million Liter Milch ausgerichtet. Doch seit fünf Jahren verarbeite ich mehr als das Doppelte. Im Neubau werde ich all das realisieren können, wovon ich seit langem träume.

Befürchten Sie nicht, in der Arbeit zu versinken?
Davor habe ich keine Angst – solange ich bei guter Gesundheit bin. Ich werde sogar in der Lage sein, das Dreifache des alten Volumens zu verarbeiten, also 1,5 Millionen Liter Milch. Denn dank der modernen Infrastruktur kommt es zu einer Arbeitsentlastung.

Wird die neue Käserei zu den quantitativen auch qualitative Verbesserungen bringen? Sie sind ja bekannt für die Kreation neuer Käseprodukte.
Ja, der Neubau wird mir das Experimentieren erleichtern. In einer ersten Phase wird es jedoch darum gehen, die bestehenden Produkte noch weiter zu optimieren. Aber dann werde ich sowohl bei den weichen wie bei den Hartkäsen bestimmt wieder etwas ausprobieren.

Einer Ihrer Spezialitäten ist der «Supertony», ein Doppelrahmkäse. Wie kam es zu diesem Namen?
Es ist nicht einfach, einen harten Doppelrahm-Käse herzustellen. Ich habe an dieser Kreation ungefähr vier Jahre lang gearbeitet. So etwas merkt der Konsument natürlich nicht, wenn er einen Käse auf dem Teller hat. Was den Namen betrifft, so steht das «Super» für den «Doppelrahm».

Welche Vorsätze haben Sie für 2012 gefasst?
Ich freue mich, mit der neuen Käserei auch ein neues Leben beginnen zu können und hoffe einfach, statt wie bisher sieben Tage die Woche in Zukunft sechs Tage die Woche arbeiten zu können.

Projektstatus: in Realisation

Bilder zum Projekt

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Die neue Käserei entsteht hier im Val Poschiavo.
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