Beni Hollenstein: «Käsen erfüllt mich mit Freude und Stolz»
Bergbauer Beni Hollenstein zieht jeden Sommer mit seinen Ziegen und Kühen auf die Alp Rainhütten und stellt aus seiner und der Milch von zwei Nachbaralpen Käse her. Vor drei Jahren erneuerte er das baufällige Alpgebäude und modernisierte seine kleine Käserei. Wie sich die Erneuerung ausgewirkt hat, berichtet Hollenstein im Gespräch mit der Schweizer Berghilfe.Mit der Investition sind Sie ein Wagnis eingegangen. Hat sie sich gelohnt?
«Ja, die Erneuerung war in jeder Hinsicht richtig und zweckmässig, der Betrieb funktioniert gut. Unsere Alp macht mir wieder viel Freude! Und das Wichtigste: Aus dem Käsen habe ich die beste Wertschöpfung aus der Milch. Der Zusatzverdienst aus der Alp ist für uns sehr wichtig.»
Wie können Sie von der Erneuerung des Alpgebäudes konkret profitieren?
«Die Umbauarbeiten ermöglichten mir überhaupt, die Alp auch in Zukunft zu bewirtschaften. Der Nutzen ist aber weit grösser: Solange hier im Sommer Tiere weiden können, wird auch der Natur Sorge getragen. Anders ausgedrückt: Ohne die getätigte Investition hätte die Alp im schlechtesten Fall verganden können.»
Was hätte es für Sie und die Alp bedeutet, wenn Sie die Investition nicht getätigt und von der Schweizer Berghilfe keine Unterstützung erhalten hätten?
«Ich fragte mich ernsthaft, ob und wie lange ich mit den Tieren noch hätte auf die Alp kommen können. Vor allem wusste ich nicht, wie ich die Milch ohne zeitgemässe Käserei hätte verarbeiten können. Die Milch ins Tal zu transportieren, wäre nicht rentabel gewesen. Darum überlegte ich mir als Variante, statt im Sommer auf die Alp zu gehen im Tal eine zusätzliche Arbeit anzunehmen.»
Auf Ihrer Alp weiden nicht nur Kühe, sondern auch Ziegen. Was ist der Grund dafür?
«Das macht die Alpbewirtschaftung sehr praktisch: Kühe und Ziegen fressen nicht die gleichen Gräser und Kräuter. Die Ziegen helfen beispielsweise, eine Verbuschung zu verhindern, weil sie auch Blätter und Zweige von Büschen fressen. Ein weiterer Grund liegt darin, dass Ziegenkäse bei den Konsumenten immer beliebter wird. Und: Mir macht es einfach Freude, eine gemischte Alp zu bewirtschaften. Obwohl es mit Mehrarbeit verbunden ist, könnte ich mir beispielsweise einen Alpsommer ohne unsere Ziegen nicht vorstellen!»
Sie stellen aus Kuh- und Ziegenmilch Käse her. Was macht die Leidenschaft eines Käsers aus?
«Für mich ist es der besondere Reiz, ein Rohprodukt zu veredeln und aus der Milch Käse herzustellen. Wenn aus der Arbeit auf der Alp qualitativ guter Käse entsteht, erfüllt mich das mit Freude und auch mit Stolz. Insbesondere dann, wenn sich der Käse gut verkaufen lässt und die Kunden das Produkt loben.»
Von zwei Nachbaralpen erhalten Sie täglich Milch. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
«Der Älpler auf der Nachbaralp Furgglen fragte mich schon vor Jahren. Seit die neue Käserei fertig ist, habe ich die Kapazität für zusätzliche Milch. Damit ich das Volumen steigern und dadurch rentabler arbeiten kann, fragte ich einen zweiten Älpler an, ob er mir seine Milch abliefern wolle. Die Zusammenarbeit funktioniert bestens – und alle profitieren davon. Die Älpler von einem besseren Verkaufspreis, als wenn sie die Milch ins Tal einer Grosskäserei liefern, und ich kann täglich genügend frische Milch verarbeiten.»
Gibt es ein Erlebnis auf der Alp, das Ihnen speziell in Erinnerung ist?
«Es ist nicht ein einzelnes Erlebnis, sondern ganz einfach dieses besondere Gefühl. Jedes Mal wenn ich auf die Alp komme, steigt in mir ein Glücksgefühl auf. Und ich merke: Mit der Erneuerung des Alpgebäudes wurde ein Projekt realisiert, das Bestand hat und unsere Bedürfnisse zweckmässig erfüllt. Als schönste Zeit empfinde ich jeweils die Sommerferien, wenn die ganze Familie auf der Alp vereint ist. Gemeinsam erledigen wir die Arbeiten und sind erfüllt von der Ursprünglichkeit, der Einzigartigkeit der Natur und der Abgeschiedenheit unserer Alp. Es gibt nichts Schöneres!»
Projektstatus: realisiert
















