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Gabriele Guggiari: „Auf der Alp muss man sich zu helfen wissen“


Woche für Woche hat Gabriele Guggiari gemeinsam mit Partnerin Lara Demarchi den wertvollen Alpziegenkäse ins Tal geschleppt. Nun wird es Zeit, sich endgültig von der Alpe Montoia zu verabschieden.


Was gibt es am Ende des Alpsommers noch zu tun?
Wir haben Mitte September den letzten Käse produziert. Seither habe ich öfter Zeit gehabt, um nach Hause zu gehen, die Ställe zu putzen und alles für den Winter in Stand zu stellen. Die Ziegen lassen wir aber noch bis zur ersten Kälte im Oktober oben.

Die Schweiz erlebte einen nassen Sommer. Welche Rolle spielte das Wetter bei Ihnen?
Die erste Hälfte war ziemlich verregnet. Ziegen verlassen bei schlechtem Wetter den Stall nur, wenn der Hunger sie hinaustreibt. Meist waren sie dann in der Nähe der Alphütte. Ganz anders war es im August und September, als wir von der Sonne richtig verwöhnt wurden.

Was hat die Nässe für Auswirkungen auf die Menge und die Qualität des Käses?
Die Qualität des Käses leidet darunter überhaupt nicht.  Was die Menge angeht, so holen die Ziegen bei guten Bedingungen nach, was sie bei Regen oder gar Schnee weniger an Milch produziert haben.

War es gemessen an der Menge ein guter Jahrgang?
Er war durchschnittlich. Aus 12 500 Litern Milch haben wir etwa 1,2 Tonnen Käse hergestellt, was ungefähr dem Ertrag vom letzten Jahr entspricht. Allerdings haben wir die Herde verjüngt und von 90 auf 110 Tiere aufgestockt. Solche Veränderungen wirken sich immer auf den Milchertrag aus.

Wohin gelangte der Käse?
Das meiste davon haben wir wöchentlich zu Fuss ins Tal gebracht und an Restaurants verkauft. Rund 300 Kilo werden jetzt noch per Helikopter hinab geflogen. Wir verkaufen diesen Käse auf Alpmärkten wie jenem von Bellinzona Mitte Oktober. Und ein ganz kleiner Teil bleibt auf der Alpe Montoia.

Der Käse überwintert auf der Alp? Warum?
Der Grund ist, dass wir den Wanderern auch früh in der Saison etwas anbieten wollen. Bis die ersten Laibe „Formagella di Capra“ gegessen werden können, dauert es sonst zu lange. Wir haben das im letzten Winter zum ersten Mal ausprobiert, und es hat sich gezeigt, dass der „Winteralpkäse“ besonders gut schmeckt.

Vor vier Jahren wurde die Alpe Montoia mit Unterstützung der Schweizer Berghilfe in Stand gestellt. Wie zufrieden sind Sie mit den Arbeitsbedingungen?
Das Weideland hier oben ist hervorragend. Dank der renovierten Käserei können wir davon profitieren und qualitativ sehr guten Ziegenkäse herstellen. In den letzten vier Jahren waren wir so in der Lage, hier oben für uns etwas aufzubauen.

Sehen Sie Raum für weitere Verbesserungen?
Vor dem Stall hat es zum Beispiel einen Vorplatz aus Naturstein. Der ist zwar schön anzusehen, das Putzen nimmt aber sehr viel Zeit in Anspruch. Abgesehen von solchen baulichen Dingen findet man auf der Alp immer wieder kleine Details, die man anders und besser machen kann. Man muss sich einfach zu helfen wissen.

Projektstatus: realisiert

Bilder zum Projekt

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Der Tag erwacht auf der Alpe Montoia.
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