Muggio (Tessin)
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Muggio/TI: «Im Haus gefror das Wasser»

Valeria Vassalli: «Die Hilfe war für uns vital»
An die Anfänge auf der Alpe della Bolla denkt Mutter Valeria lieber nicht zurück. „Es war ein schwieriger Start“, sagt die junge, motivierte Bergbäuerin. Doch jetzt hat die vierköpfige Familie Vassalli ein sicheres Dach über dem Kopf – und gute Perspektiven. „Dank der Berghilfe konnten wir uns eine gute Ausgangslage erarbeiten.“
In welchem Zustand befand sich die Alpe della Bolla, als Sie sie 2007 übernahmen?
Die Gebäude waren sehr heruntergekommen. Vor uns wurde die Alp von einem älteren Paar bewirtschaftet, das 30 Milchkühe besass. Irgendwann überstiegen die notwendigen Arbeiten wohl ihre Kräfte, so dass die Gebäude baufällig wurden und die Weiden vergandeten.
War Ihnen zu Beginn bewusst, wie viel Aufwand die Instandstellung der Alp mit sich bringen würde?
Ja, es war auf den ersten Blick klar, dass wir viel Arbeit und Zeit investieren mussten, um die Alp herzurichten. Schliesslich war eine offene Feuerstelle unsere Heizung, und zum Duschen stapften wir durch den Schnee. Dass wir aber lange auf amtliche Bewilligungen warten mussten, war nicht abzusehen.
Wie packten Sie die Instandstellung an?
Wir setzten Prioritäten: Erst kam der Stall, damit wir die Ziegen gut versorgen konnten. Dann war das Haus am dringendsten: wir mussten wenigstens ein wohnliches Zimmer haben, denn unser Sohn Nereo war gerade erst zur Welt gekommen.
Noch verfügen Sie über keine Ziegenkäserei. Was erwirtschaften Sie im Moment?
Der Einbau der Käserei in einem Teil des Stalls wird die nächste Etappe sein, die wir diesen Sommer in Angriff nehmen werden. Im Moment leben wir nicht von der Milch der Ziegen, sondern von der Kälbermast.
Können Sie abschätzen, wie viel Weideflächen Sie mit ihren Ziegen der „Wildnis“ inzwischen schon abgerungen haben?
Die ganze Alp umfasst rund 55 Hektaren. Davon ist aber ein grosser Teil bewaldet. Das Weideland ist ungefähr 16 Hektaren gross. Ich würde schätzen, dass wir davon 4 Hektaren neu umzäunt haben, seitdem wir vor bald vier Jahren hier starteten.
Welche Erinnerungen haben Sie an die ursprünglichen Verhältnisse in den Wohnräumen?
Rückblickend war der Start sehr schwierig, wie ich schon sagte. Ich denke lieber nicht daran zurück. Aber inzwischen ist fast alles fertig, nur das Wohnzimmer fehlt noch, doch um das kümmert sich Martino nebenher.
Was hat die Unterstützung der Schweizer Berghilfe bei Ihnen bewirkt?
Die Unterstützung war für uns vital. Als wir uns in die Arbeit stürzten, war es uns wichtig, so bald wie möglich wirtschaften zu können. Wir mussten feststellen, dass wir mit den Arbeiten nicht so schnell vorwärts kamen, wie wir gedacht hatten. Gleichzeitig konnten wir einige Investitionen nicht aufschieben. Dank der Unterstützung der Berghilfe konnten wir uns eine gute Ausgangslage erarbeiten.
Sie sprachen von einzelnen Bauetappen, die Sie sich vorgenommen haben. Der Einbau einer Gästeunterkunft wird dann wohl die letzte sein?
Genau. Ein Tourismusangebot wird sich im Valle di Muggio lohnen. Viele Ausflügler kommen hierher, um zum Beispiel die „Nevere“ zu besichtigen – das sind kleine, runde Häuschen, die früher im Sommer als „Kühlschränke“ dienten. Und der Monte Generoso ist auch ein beliebtes Ziel.
Projektstatus: realisiert














