Peter Stadelmann: «Mit den praktischen Teebeuteln sind wir voll auf Kurs»
In Beutel abgefüllt, finden die Teemischungen der Entlebucher Kräuteranbaugenossenschaft einen steigenden Absatz. So bleibt der Teeanbau in der Region fest verwurzelt, und in Zukunft können weitere Bergbauern auf den willkommenen Zusatzverdienst setzen. «Es gibt ein paar Bewerber, die ihren Betrieb auf Kräuteranbau ausweiten wollen», sagt Genossenschaftspräsident Peter Stadelmann.War 2009 ein gutes Jahr für den Kräuteranbau im Entlebuch?
«Mit insgesamt rund zweieinhalb Tonnen Kräutern war es ein gutes Durchschnittsjahr. Wenn man die einzelnen Teekräuter anschaut, gab es natürlich Unterschiede: Die Zitronenmelisse kam sehr gut, leider hat uns der Hagel im Juli aber einen Teil der Minzen zerstört.»
Welche Teesorten sind jetzt, in der kalten Jahreszeit, besonders beliebt?
«Auf den Winter hin darf es ruhig ein kräftiger Tee sein. Unsere ‹Wintertee›-Mischung besteht aus Pfefferminze, Lindenblüten, Goldmelisse und Schafgarbe. Aber gut in die kalte Jahreszeit passen auch Waldkräuter, Tannensprossen und Hagebutten, die wir zusätzlich zum Ertrag aus dem Anbau ‹wild› sammeln.»
Wie stellen Sie Ihr Sortiment zusammen?
«Wir können uns da ganz auf den Riecher unseres Geschäftsführers Anton Moser verlassen. Er schafft es immer wieder, ganz besondere Mischungen zu kreieren. Und das, obwohl wir zum Beispiel keine Orangenblüten verwenden können. Mit dem Label ‹Echt Entlebuch› verpflichten wir uns nämlich, nur heimische Pflanzen in unseren Tees zu verarbeiten.»
Seit diesem Jahr verfügen Sie über eine Portionenbeutelmaschine. Wie hat sich diese bis jetzt bewährt?
«Der Nutzen der Maschine ist sehr gross. Aus dem Gespräch mit den Kunden wissen wir, dass die Leute auch ein Genussmittel wie Tee möglichst einfach zubereiten wollen. Die neue Maschine ist daher sehr wichtig, um unsere Kräuter besser unter die Leute zu bringen. Leider hatten wir zu Beginn technische Probleme: Die Kräuter verteilten sich nicht gut in den Beuteln und wurden am Rand eingeschweisst, was für die Qualität nicht schlimm war, aber nicht schön aussah. Doch seit August sind wir auf Kurs.»
Wie wichtig war die Unterstützung der Schweizer Berghilfe bei der Anschaffung dieser Maschine?
«Diese Hilfe war entscheidend. Ohne sie hätten wir den Ankauf der Maschine auf unbestimmte Zeit hinausschieben müssen. Einerseits wäre uns damit ein wichtiger Absatzkanal, jener zu den Gastropartnern von ‹Echt Entlebuch›, verschlossen geblieben. Hinzu kommt, dass wir in die Beutel den ganzen Feinanteil der Ernte abfüllen können. Das ist qualitativ guter Tee, aber eben zu fein, um ihn in die grösseren Säcke abpacken zu können.»
Wie wichtig ist der Kräuteranbau für Ihre Genossenschaftsmitglieder in der jetzigen Zeit?
«Die Bedeutung des Kräuteranbaus als zweites Standbein unserer 14 Bergbauern nimmt weiter zu. Es ist eine ideale Ergänzung zur Milchwirtschaft oder zur Mutterkuhhaltung. Denn die Investitionen für jeden Betrieb sind gering – man muss eigentlich nur die Setzlinge kaufen. Und die Arbeit lässt sich auf dem Betrieb gut organisieren.»
Sind es vor allem Bäuerinnen, welche die Arbeit machen?
«Ja. Oft sind sie es auch, welche sich am schnellsten für den Kräuteranbau begeistern lassen. Das ist auch schon dem Chefeinkäufer von Ricola aufgefallen, der mir mal gesagt hat, ohne die Frauen würde im Kräuterland Entlebuch nichts gehen.»
Welche Pläne haben Sie und die Genossenschafter im nächsten Jahr?
«Wir bemühen uns sehr, die Möglichkeit des Kräuteranbaus bei den Bauern weiter bekannt zu machen. Schon im Juni organisierten wir eine Flurbegehung. Im Winter werden wir den Kontakt zu den einzelnen Bauernvereinen der Region intensivieren. Es gibt bereits einige Bewerber, die sich dem Kräuteranbau verschreiben wollen, was ihnen und uns nützen wird.»
Projektstatus: realisiert

















