Robert Tschümperlin: «Endlich eine zuverlässige Verbindung ins Tal»
Robert Tschümperlin bauert mit seiner Familie 400 Meter über Engelberg. «Damit wir über die Runden kommen, bin ich auf einen Nebenerwerb in Engelberg angewiesen», sagt der 36-Jährige. «Die wichtigste Verbindung ins Tal nach Engelberg ist für mich die neue Seilbahn. Ohne sie könnte ich nicht beiden Tätigkeiten nachgehen – was unsere Existenz gefährden würde. Denn nur mit dem Bauernbetrieb können wir nicht leben.»
Was gehört für Sie und Ihre Familie zu den Vorteilen der neuen Seilbahn, die seit Sommer 2005 in Betrieb ist?
«Mit der Seilbahn haben wir ein sicheres Transportmittel. Ohne die Bahn müssten unsere zwei schulpflichtigen Töchter zum Beispiel zu Fuss zur Schule und einen langen, gefährlichen Weg in Kauf nehmen, der im Winter meistens ganz zugeschneit ist. Mit der neuen Seilbahn können nun beide Töchter, die die 1. und 3. Klasse besuchen, selbständig und ohne Risiko zur Schule fahren.»
Wie hat die Seilbahn Ihr Leben verändert?
«Auf unserem Hof können wir nur leben, wenn ich einem Nebenerwerb nachgehe. Im Winter arbeite ich praktisch 100 Prozent in einer Metallbaufirma in Engelberg, im Sommer knapp 50 Prozent. Beide Tätigkeiten – Bauer und Handwerker – kann ich nur ausführen, wenn ich Engelberg mit vernünftigem Aufwand erreichen kann. Die Seilbahn bringt mich in 3,5 Minuten ins Tal. Das erspart mir eine 30-minütige Autofahrt. So kann ich morgens noch die Kühe melken und habe abends mehr Zeit für den Stall.»
Wie wichtig ist die Seilbahn für Engelberg und die Region?
«Bei den Wanderern wird die Seilbahn immer beliebter. Bei schönem Wetter befördern wir manchmal über 150 Personen pro Tag und die umliegenden Restaurants profitieren von zusätzlichen Gästen. Viele ältere Einwohner schätzen unsere Seilbahn. Sie laufen zu uns hinauf und fahren dann mit der Bahn hinab, weil ihnen der Abstieg zu steil ist.»
Dank der Touristen haben Sie zusätzliche Einnahmen. Ist das für Sie eine finanzielle Erleichterung?
«Auf jeden Fall. Ohne die Einnahmen könnten wir uns die neue Seilbahn nicht leisten. Mit den Einkünften können wir deren Unterhalt zahlen: Strom, Versicherungen, Konzession, Reparatur- und Service-Arbeiten.»
Gab es ein spezielles Erlebnis mit der Seilbahn?
«Ja, im vorletzten Herbst. Mit der Seilbahn konnten wir zum ersten Mal eine behinderte Person transportieren. Eine Frau im Rollstuhl fuhr mit ihrem Mann mit der Bahn zu uns herauf. Die schöne Fahrt und die tolle Aussicht, die sie bei uns geniessen konnte, war für sie ein einmaliges Erlebnis. Ohne Seilbahn wäre das unmöglich gewesen.»
Wie wichtig war die Unterstützung der Schweizer Berghilfe?
«Sie war entscheidend. Ohne diese Hilfe hätten wir die Seilbahn nicht bauen können.»
Wie wichtig ist die Seilbahn für Ihre Zukunft?
«Ganz bedeutend. Dank der Seilbahn haben wir das ganze Jahr hindurch eine schnelle und sichere Verbindung ins Tal – und das bei jedem Wetter. Ohne dieses Transportmittel wäre das Leben auf unserem 1400 m.ü.M. gelegenen Hof zu aufwändig und zu mühsam. Die Bahn bringt Mobilität: Sie ist eine wichtige Voraussetzung, dass auf diesem Hof auch kommende Generationen leben können und wollen.»
Das Interview wurde Mitte Dezember 2007 geführt.
Dank der Seilbahn sicher zur Schule Die Familie Tschümperlin, die hoch über Engelberg/OW bauert, ist durch eine Seilbahn mit dem Dorf verbunden. Sie ermöglicht den Kindern einen sicheren Schulweg und den täglichen Milchtransport ins Tal.

Projektstatus: realisiert
















