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Arthur Grossen: «Wir fördern Bildung und Tourismus gleichzeitig»

Die Planungsregion Kandertal schlägt einen neuen Weg ein: 20 praktische Themenmappen mit didaktisch vorbereiteten Unterrichtseinheiten und attraktiven Ausflugstipps motivieren Lehrer aus der ganzen Schweiz, mit ihren Schülern Exkursionswochen in der Region durchzuführen. Dadurch kann einerseits die Wertschöpfung im Tourismus gesteigert werden, und andererseits lernen die Schulkinder eine Bergregion besser kennen.

Als Geschäftsführer der Planungsregion Kandertal haben Sie ein Angebot geschaffen, damit Lehrer mit ihren Schulklassen Projektwochen in der Region Kandertal durchführen können. Was gab den Ausschlag für diese Idee?
«Wir stellten uns folgende Frage: Was können wir unternehmen, damit unser Gebiet mit der intakten Natur und den verschiedenen Sehenswürdigkeiten stärker besucht wird und die Gäste im Gebiet übernachten? So entstand unter anderem die Idee, ein Modell zu entwickeln, um Schulklassen bei uns die Durchführung von Projektwochen zu ermöglichen.»

Wie gut kommt Ihr Angebot an?
«Für das Lehrpersonal haben wir 20 praktische Themenmappen mit einem reichhaltigen Wissensschatz und zahlreichen Erkundungstipps ausgearbeitet. Die Mappen enthalten auch didaktisch vorbereitete Unterrichtseinheiten sowie nützliche Adressen zur Vorbereitung der Exkursionswochen. Die Unterlagen werden genutzt. Wir konnten schon diverse Dokumentationen verschicken, viele Lehrer orientieren sich auf unserer Homepage und laden die Informationen kostenlos herunter. Erfreulich ist auch, dass in verschiedenen Fachpublikationen für Lehrer über die Exkursionsmöglichkeiten berichtet wurde.»

Wer kann von den Schulexkursionen konkret profitieren?
«Natürlich die Schüler selbst, die einen spannenden Anschauungsunterricht vor Ort erhalten. Ebenso wichtig ist für uns die Steigerung der lokalen Wertschöpfung. Weil die Schulklassen in unsere Region kommen, wird der Tourismus in der ganzen Region angekurbelt. Profitieren können beispielsweise Vermieter von Gruppenhäusern, die ausserhalb der Ferienzeit ihre Unterkünfte auslasten können. Durch die Schulklassen profitieren auch lokale Läden, aber auch Museen, Seilbahnen und der öffentliche Verkehr.»

Was sind die Besonderheiten der Expeditionen?
«Die Bandbreite ist bewusst vielfältig. Wir haben Angebote in den Bereichen Natur, Tourismus, Kultur, Industrie und Landwirtschaft. Ein besonderer Leckerbissen ist beispielsweise ein Besuch im Tropenhaus Frutigen oder eine Führung zum Themengebiet Lötschbergbasistunnel. Speziell freuen wir uns, dass wir bald auch eine Exkursion zum Thema Alpkäse anbieten können.»

Bei welcher Expedition möchten Sie, dass auch Ihr Kind dabei ist?
«Meine drei Kinder sind erwachsen und wissen schon alles (lacht). Gerne hätte ich sie aber auf die Exkursion zum Thema Wasser geschickt. Dort lernen die Kinder am Beispiel der Kander die Bedeutung des Wassers kennen. Und: Auf eine Exkursion zu einer Bergbauernfamilie – auch das ist in unserem Programm – hätte ich sie ebenfalls geschickt.»

Mit welchen Eindrücken kommen die Kinder aus dem Kandertal zurück?
«Mit hautnahen Erlebnissen. Bleiben wir beim Exkursions-Modul Wasser: Die Schüler erleben die Bedeutung des Trinkwassers, sehen, dass daraus im Elektrizitätswerk Energie hergestellt wird, dass Fische gezüchtet werden – und dass durch uns Menschen Abwasser entsteht, welches in der Kläranlage gereinigt wird.»

Wie wichtig war die finanzielle Unterstützung durch die Schweizer Berghilfe?
«Sie spielte eine zentrale Rolle, damit die Idee umgesetzt werden konnte. Die Schweizer Berghilfe ermöglichte es uns mit den Themenmappen ein Angebot zu schaffen, das professionell ist, von den Lehrern verstanden und genutzt wird. Wir erhoffen uns, im ersten Jahr mit den Exkursionen etwa 1000 zusätzliche Logiernächte schaffen zu können.»

http://www.projektwochen.info/
 

Projektstatus: realisiert

Bilder zum Projekt

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Projektwochen ermöglichen es Schulkindern, die Region Kandertal zu erkunden.
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