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Claude Jeannerat: «Der naturnahe Tourismus ist unsere Trumpfkarte»

Wo früher Kinder die Schulbank drückten, treffen sich heute die Bewohner von Montenol zum geselligen Miteinander. Die Zeichen stehen gut, dass auch Touristen die umgebaute Schule als Unterkunft nutzen werden. «Schliesslich mangelt es in der Region an Unterkünften», sagt Claude Jeannerat (links), der Präsident des Vereins «DynaMontenol».

Vor mehr als einem Jahr wurde die Schule von Montenol geschlossen. Welche Konsequenzen hatte dieser Schritt für Sie und Ihre Nachbarn?
«Die Schliessung war ein Verlust für das soziale Leben in unserem Dorf. Im Alltag fehlte von heute auf morgen ein öffentlicher Ort, wo man sich regelmässig begegnete. Beim Umbau der Schule wollten wir mit dem Mehrzweckraum einen solchen Ort schaffen, ergänzt um Schlafräume, damit wir auch Auswärtige bei uns willkommen heissen können.»

Nach dem Umbau steht das Gebäude den Bewohnern und auch Gästen offen. Wie haben die beiden Ideen zueinander gefunden?
«Am Anfang stand klar die Idee, die Schule für die Dorfgemeinschaft zu erhalten. Doch angesichts der steigenden Bekanntheit unserer Gegend war uns klar, dass wir Montenol auch zu einem attraktiven Startpunkt oder Etappenort für Ausflüge machen können – Übernachtungsmöglichkeit vorausgesetzt.»

Ende Mai feierten Sie Eröffnung. Wie verlief der Start aus Ihrer Sicht?
«Wir konnten mit rund 60 Gästen eine stimmungsvolle Eröffnung feiern. Den passenden Rahmen bildete der Auftritt eines Chors mit Mitgliedern aus Montenol und den umliegenden Dörfern, der seit einiger Zeit im neuen Mehrzweckraum übt.»

Wird das Angebot bereits rege genutzt?
«Es gibt eine Reihe von privaten Anlässen, für die der Mehrzweckraum schon gebucht worden ist: Hochzeiten, Geburtstage, auch eine Taufe ist darunter. Fünf bis sechs Reservationen sind es insgesamt.»

Wie ist es um das Interesse auswärtiger Besucher bestellt?
«Zurzeit wird unser Angebot auf der Buchungsplattform von Jura Tourisme integriert. Sobald das geschehen ist, kann man die Schlafräume online reservieren, so dass wir sind nicht mehr auf Mund-zu-Mund-Propaganda angewiesen sind. Ich weiss aber, dass das Interesse schon an Pfingsten beträchtlich war, schliesslich mangelt es in der Region an Unterkünften.»

Die Region Clos du Doubs ist bei Ausflüglern beliebt. An wen richtet sich Ihr Übernachtungsangebot in erster Linie?
«Der naturnahe, umweltschonende Tourismus ist unsere Trumpfkarte. Der Doubs ist einer der naturbelassensten Flüsse der Schweiz. Dass auch die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr möglich ist, kommt sicher als ein Plus dazu. Daneben ist unser Angebot auch für Schulklassen interessant: es hat wenig Durchgangsverkehr und entlang des Doubs bieten sich viele Aktivitäten unter freiem Himmel an.»

Wie wichtig war die Unterstützung der Schweizer Berghilfe, damit Sie Ihr Vorhaben in die Tat umsetzen konnten?
«Das lässt sich einfach beantworten: Trotz grosser Eigenleistung unsererseits hätten wir ohne diese Unterstützung unser Projekt so nicht realisieren können. Das heisst beispielsweise, dass wir auf den Einbau von Duschen hätten verzichten müssen. Das wiederum hätte unser Konzept, ein Angebot auch für Auswärtige zu realisieren, in Frage gestellt.»

Gerade die Bergregionen sind von der Schliessung öffentlicher Einrichtungen betroffen. Könnte Ihr Modell einer Umnutzung auch andernorts buchstäblich «Schule machen»?
«Eine Patentlösung gibt es da bestimmt nicht. Man muss immer den jeweiligen Kontext berücksichtigen. Beispielsweise können wir von Glück reden, dass unsere Region touristisch derart interessant ist, dass sich das Wagnis für uns hoffentlich lohnt.»

 

Projektstatus: realisiert

Bilder zum Projekt

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Die Schule von Montenol hat sich in einen Treffpunkt verwandelt… Links: Der Präsident des Vereins «DynaMontenol», Claude Jeannerat.
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