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Nino Jeger: «Zum Glück kann ich hier die Lehre machen»

Im Sommer 2007 wurde der Forstwerkhof für das Mittelschanfigg eröffnet. Für drei kleine Gemeinden stellt er die Erhaltung von  Arbeitsplätzen sicher und gewährleistet zeitgemässe Arbeitsbedingungen und Hygiene. Eine wichtige Investition in die Zukunft sind die neu geschaffenen Lehrstellen. «Ich habe Freude an meiner Arbeit und möchte nach der Lehre weiterhin in unserer Region leben», meint der 20-jährige Forstwart-Lernende Nino Jeger.


Wieso haben Sie sich für eine Lehre als Forstwart entschieden?

«Ich arbeite gerne draussen. Es ist schön, die Kraft der Natur zu spüren und zu sehen, wie sie 'schafft'. Interessant finde ich auch, dass wir den Wald gestalten und pflegen können. Wir sorgen zum Beispiel für einen gesunden Baumbestand. Die Freude am Holz liegt bei uns in der Familie. Mein Grossvater hat schon Holz geschleppt, der Vater hat eine Schreiner-Lehre gemacht.»

 

Welche Erfahrungen machten Sie bei der Lehrstellensuche?
«Ich habe nach meiner Schulzeit zuerst keinen Ausbildungsplatz gefunden und musste daher das zehnte Schuljahr absolvieren. Mit der Unterstützung der Schweizer Berghilfe wurde der neue Werkhof gebaut, dank dem zwei neue Forstwart-Lehrstellen in unserer Gemeinde geschaffen wurden. Eine davon bekam ich.»

 

Was hätten Sie ohne diese Lehrstelle getan?
«Das Lehrstellenangebot in der Region Mittelschanfigg ist sehr beschränkt. Ich hätte für meine Lehre wohl wegziehen müssen, wie es ein Teil der Jungen von hier für eine Ausbildung tut. Ich habe Glück gehabt, dass ich in unserer Gemeinde die Lehre machen kann, weil mir auch mein Kollegenkreis hier wichtig ist. Eine andere Möglichkeit wäre eine Ausbildung als Landwirt oder Zimmermann gewesen. Forstwart war aber klar meine erste Wahl.»

 

Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit?
«Am meisten gefällt mir die Holzernte. Wenn man einen Baum umsägt, er mit einem  Rauschen niederfällt und dann am Boden aufschlägt, spürt man die ganze Gewalt der Natur. Das ist schon eindrücklich. Ich mag auch den Wald-Geruch. Wenn die Sonne in eine Lichtung hinein scheint, riecht es so richtig fein.»

 

Waldarbeit ist sehr anstrengend. Bereitet Ihnen das keine Mühe?
«Das macht mir überhaupt nichts aus. Im Gegenteil: Ich sage immer, wenn man nicht müde ist am Abend, hat man nichts getan.»

 

Was passiert mit dem Holz, das von Ihnen und Ihren Kollegen geschlagen wird?
«Früher wurde der grösste Teil nach Italien oder Österreich exportiert. Heute wird das Meiste an eine Grosssägerei in Ems abgesetzt. Dort wird es zu Holz für Baustellen oder Schreinereien verarbeitet. Aus minderwertigem Holz entstehen Schnitzel zum Heizen.»

 

Welche Pläne haben Sie für die Zeit nach Ihrer Lehre?
«Ich werde mir eine neue Stelle suchen, da ich auf der Gemeinde nicht weiterbeschäftigt werden kann. Am liebsten möchte ich bei einem Forstunternehmen arbeiten. Da kann man richtig 'wüten' und ist regelmässig am Bäume fällen. Das gefällt mir. Wenn möglich würde ich gerne weiterhin hier in der Region leben. Die Natur ist mir sehr wichtig. Dort, wo ich jetzt wohne, bin ich umgeben von Bergen, Wiesen und Vieh. Am Abend sehe ich manchmal Hirsche weiden. Was will man mehr?»

 

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
«Am liebsten mit Arbeiten. Der Samstag ist für mich ein Werktag, an dem ich oft in den Wald Holz hauen gehe. Ich habe wirklich Freude an der Arbeit und will auf dem Job bleiben. Gelegentlich helfe ich in der Freizeit auch einem Kollegen auf dem Bauernhof. Auszugehen bedeutet mir nicht viel. Lieber sitze ich am Abend gemütlich mit den Kollegen zusammen.»

 

Das Interview wurde Mitte Februar 2008 geführt.


Projektstatus: realisiert

Bilder zum Projekt

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Mann, Baum
Der Forstwart-Lernende Nino Jeger, 20, profitiert von der neu geschaffenen Lehrstelle.
Mann, Baum Mann, Baum drei Männer im Gelände Männer im Wald Mann, Motorsäge Mann, Motorsäge Mann, Gebäude Bergregion
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