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Alpstall wird zur Gästeunterkunft

Engagierte Bündner Bergbauern im Sumvitg machen aus der Not eine Tugend: Anstatt einen alten Alpstall verfallen zu lassen, wollen sie ihn in eine einfache Gästeunterkunft umbauen. Schulklassen, Gruppen und Familien können hier übernachten, essen und dank vielseitigen Angeboten hautnah und aktiv am Älpleralltag teilnehmen. Das sinnvolle Vorhaben bringt wichtige Zusatzeinkünfte ins Berggebiet. Doch die Lage ist kritisch: Nur mit Hilfe kann das Projekt realisiert werden.

Ohne Alpen geht viel Wertvolles verloren

Gehört das intakte Alpleben nicht einfach zu unserer Bergwelt? Stolze Kühe, die auf saftigen Weiden grasen, der Älpler, der aus der frischen Milch würzigen Alpkäse herstellt – glücklicherweise ist dieses schöne Bild in den Sommermonaten noch immer auf vielen Alpen anzutreffen. Doch wie viel Arbeit und Entbehrung das Älplerleben tatsächlich bedeutet, davon hat man oft nur eine vage Vorstellung – selbst wenn man als Wanderer bei einer Alphütte rastet und mit dem Älpler ein paar Worte wechselt. Gleichzeitig ist es keine Selbstverständlichkeit mehr, dass die Alpen überhaupt noch bewirtschaftet werden: Es werden weniger Tiere als früher auf die Alpen getrieben, zudem ist die Suche nach Alppersonal immer schwieriger, da sich im Tal unten einfacher Geld verdienen lässt. Wenn aber die Alpen aufgegeben werden und verwildern, drohen nicht nur Naturgefahren und der Verlust einer wichtigen Futterquelle für das Vieh – sondern es geht auch die reiche Alpkultur verloren, die unser Land prägt.

Die Alp erlebbar machen – und wichtige Einkünfte erwirtschaften

Soweit wollen es engagierte, in einer Alpkorporation organisierte Bergbauern in der Bündner Surselva nicht kommen lassen. Sie haben sich deshalb überlegt: „Wie können wir interessierten Menschen aus dem Unterland die Bedeutung der Alpwirtschaft hautnah vermitteln?“ – „Indem wir sie direkt daran teilhaben lassen!“ So kamen die Landwirte auf die sinnvolle Idee, einen nicht mehr benutzen Alpstall auf über 1800 m ü. M. zu einer Gruppenunterkunft umzubauen. Hier können Schulklassen, aber auch Firmen, Vereine oder Familien beherbergt und verpflegt werden. Diese tauchen dann mit Haut und Haar ins „Erlebnis Alp“ ein: Wo jeden Sommer etwa 100 Kühe weiden, können Jung und Alt mit dem erfahrenen Alphirten interessante Führungen mitmachen, auf denen sie viel Wissenswertes über die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt auf der Alp erfahren. Mit ihrem einleuchtenden, naturnahen Tourismusangebot versuchen die tüchtigen Berglandwirte schliesslich, dringend notwendige Zusatzeinkünfte zu verdienen; ohne solche wären heute viele Bergbewohner gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

Trotz Anstrengungen reichen die Mittel nicht

Bei aller Begeisterung für ihr Vorhaben mussten die Berglandwirte aber bald einmal ernüchtert feststellen, dass ihre bescheidenen finanziellen Mittel trotz Subventionen, Investitionskredit, eigenen Material- und Arbeitsleistungen und Zuwendungen von Dritten schlicht nicht ausreichen, um den alten Alpstall umzubauen. Ein ehrenamtlicher Experte der Schweizer Berghilfe hat das Projekt vor Ort mit den Verantwortlichen besprochen. Er empfiehlt mit Nachdruck, das zukunftsweisende Alpprojekt finanziell zu unterstützen. Nur so können die initiativen Bergbauern einen entscheidenden Zusatzverdienst erwirtschaften – und viele Interessierte eindrücklich erleben, was es mit der Alp tatsächlich alles auf sich hat!



Projekt Nr. p5001529

Offener Betrag:  Fr. 17'500.00 (Stand: 17.05.2012)




Haben Sie weitere Fragen? Verena Wehrle berät Sie gerne.

Verena Wehrle

Tel. 044 712 60 64
verena.wehrle@berghilfe.ch