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Damit die Technik mit dem Auge mithält

Auf Foto-Safari mit Käthi Flükiger, Gewinnerin des Berghilfe-Fotowettbewerbs.

Januar 2016 / 

Schallenberg im Emmental. Der Herbst gewinnt noch ein letztes Mal den Kampf gegen den Winter. Die Sonne scheint in die verbliebenen farbigen Blätter, und auf beiden Seiten des Passes liegt im Tal unten das Nebelmeer. Ein wunderschöner Tag. Also ideal zum Fotografieren? Nur bedingt. «Sujets gibt es zwar in Massen, aber die Lichtbedingungen sind herausfordernd», sagt Bergfotograf Yannick Andrea. Das grelle Sonnenlicht erzeugt harte Schatten, der Nebel kann den Belichtungssensor der Kamera verwirren. Alles kein Problem, wenn man weiss, was man dagegen tun kann.

Das will Käthi Flükiger heute lernen. Die 53-jährige Bäuerin und Briefträgerin aus dem nahegelegenen Röthenbach hat beim Fotowettbewerb auf www.berghilfe.ch mit ihrem Bild «Käsespeicher bei Sonnenuntergang» die meisten Stimmen geholt – und einen persönlichen Fotokurs mit Yannick Andrea gewonnen. Nach einem Theorieblock am heimischen Küchentisch macht sie sich nun daran, die neuen Erkenntnisse in der Praxis umzusetzen.

Käthi hat das Auge

«Mir brummt schon der Kopf von all den vielen Informationen», lacht sie. «Mit der Technik stehe ich etwas auf Kriegsfuss.» «Reine Übungssache», mein Yannick Andrea. Viel entscheidender sei, ob man ein Auge für die Bildgestaltung habe. Und dieses Auge habe Käthi Flükiger eindeutig. Das könne er bei der Arbeit draussen in der Natur sehr gut beobachten: «Sie wählt meistens die gleichen Bildausschnitte, die ich auch genommen hätte.»

Käthi Flükiger freut sich über das Lob, auch wenn sie im Moment das Gefühl hat, gar nichts zu können. «Ich probiere einfach, möglichst viel vom heutigen Tag zu profitieren.» Der private Fotokurs ist für sie ein absoluter Traumpreis: «Ich habe mir schon immer so etwas gewünscht, hätte es mir aber selbst nicht leisten können.» Deshalb hat sie auch keine Sekunde gezögert, als sie im Newsletter der Schweizer Berghilfe den Aufruf für den Fotowettbewerb zum Thema «Mein Bergsommer» gelesen hat. Und sie hat alles daran gesetzt, dass ihr Bild die meisten Stimmen bekommt. Sie hat sogar Kärtchen mit dem Bild und der Aufforderung zum Abstimmen gedruckt und im ganzen Dorf und an alle Bekannten verteilt. Mit Erfolg: Über 600 Smileys hat ihr Bild bekommen. Und Käthi Flükiger hat die Chance, dass in Zukunft die Technik mit ihrem Auge mithalten kann.

 

Kommentare

Christa von Matt | 27. Januar 2016 - 21:34
Ich habe echt Mühe mit dieser Art "Wettbewerb", denn hier ging es nicht mehr um das wirklich beste Bild sondern nur noch darum, möglichst viele Leute zu mobilisieren! Auch ich habe mitgemacht und freute mich über die recht vielen Smileys, obwohl ich niemanden über meine Teilnahme informierte. Aber ich muss offen sagen, dass ich Fotos sah, da konnte ich mit meinen gleich einpacken! Doch diese Fotos, die echt genial waren, wurden kaum beachtet und hatten sogar teilweise kaum ein Smiley! Ich habe mich schon gewundert, wie die Smileys bei Fotos in die Höhe schossen, die relativ nichtssagendend und beliebig austauschbar sind. Aber nun, nach dem Lesen des Artikels, erstaunt mich nichts mehr. Leider! Mein Vorschlag an die Berghilfe: Bitte lassen Sie die Fotos von zwei, drei Fachleuten bewerten, so dass wirklich das BESTE Bild gewinnt und nicht jenes von Personen, die es verstehen viele Menschen zu mobilisieren! Auch wenn ich auch bei einer Fachjury nicht gewonnen hätte (muss neidlos anerkennen, dass einige Fotos echt Top und meinen weitaus überlegen waren), so wäre es dennoch ein fairer Wettbewerb gewesen. Nun weiss ich, dass ich als Einzelgänger leider nie eine Chance haben werde und eine Teilnahme bei Fotowettbewerben reine Zeitverschwendung sind. Echt schade!
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Ivo Torelli | 28. Januar 2016 - 16:29
Wir haben uns bewusst für einen Publikumswettbewerb entschieden und uns sehr über die rege Teilnahme bei der Ausmarchung gefreut. Bei dieser Art von Wettbewerb gewinnt dann halt das beliebteste Bild.
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Für Käthi Flükiger ist mit dem Wettbewerbsgewinn ein Traum in Erfüllung gegangen: ein ganzer Tag Schulung mit Bergfotograf Yannick Andrea.
Wo finden wir das perfekte Sujet? Einen schöneren Tag hätten die beiden für den Kurs auf dem Schallenberg im Emmental kaum aussuchen können.
Das Nebelmeer verwirrt den Belichtungssensor der Kamera. Ein manueller Belichtungsabgleich mit der Handfläche schafft Abhilfe.
Nachdem die technischen Voraussetzungen stimmen, wird drauflos geschossen.
Das Ergebnis: stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen mit Nebelmeer.

Fotogalerie: Bilder zur Berggeschichte «Damit die Technik mit dem Auge mithält»