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Der Parkplatz-Spender

Auf dem Parkplatz der Firma SUCO Informatik parkieren regelmässig Unbefugte. CEO Thomas Hunkeler mahnt die Falschparker mit Spendenaufforderungen statt Bussen.

Juni 2015 / 

Wer kennt das nicht: Man ist beruflich unterwegs, kommt ins Geschäft zurück, hat noch genau zwei Minuten Zeit bis zum nächsten Termin – und der Parkplatz ist besetzt. Diese Art von Ärger gibt es bei der Firma SUCO Informatik in Sursee besonders um die Mittagszeit herum regelmässig. Denn in der Gewerbeliegenschaft, in der die IT-Firma ihre Büroräume hat, ist auch ein McDonald’s untergebracht. Und nicht alle hungrigen Kunden kümmern sich um die an den privaten Parkplätzen angebrachten Park-Verbotstafeln.

Irgendwann wollte sich Thomas Hunkeler, CEO der SUCO, nicht mehr aufregen und fragte die Hausverwaltung an, was zu tun sei. Die Antwort: Man müsse die Fehlbaren bei der Polizei anzeigen. Die würden dann jemanden vorbeischicken, und eine Busse in der Höhe von 150 Franken ausstellen. Damit war Hunkeler nicht zufrieden. «Ich fand das völlig übertrieben. 150 Franken für eine Unachtsamkeit. Ich habe mein Auto schliesslich auch schon mal kurz im Parkverbot abgestellt. Und von der Busse hätte auch niemand etwas.» Also liess er sich selbst etwas einfallen: Wenn nun jemand verbotenerweise auf einem der Geschäftsparkplätze parkiert, findet er Einen Zettel unter dem Scheibenwischer. Doch es handelt sich nicht um eine Busse, sondern um einen freundlichen Hinweis auf das Parkverbot und die Aufforderung, einer von drei aufgeführten Hilfsorganisationen eine Spende von mindestens 20 Franken zukommen zu lassen. Eine dieser Organisationen ist die Schweizer Berghilfe. Mehrere hundert Franken sind so zusammengekommen. «Mich freut jede Spende, die ich so vermitteln konnte. Und der Ärger über den besetzten Parkplatz hält sich in Grenzen», sagt Thomas Hunkeler.

Bei den erwischten Parksündern ist das Verständnis für die Aktion gross. «Ich habe mit einer einzigen Ausnahme nur positive Reaktionen erhalten», so Hunkeler. Doch offensichtlich ist ihnen das Ganze auch ein bisschen peinlich. Mit Namen in der «Berghilf-Ziitig» erscheinen wollte nämlich keiner der fehlbaren Autolenker. Doch Herr M. aus Luzern lässt ausrichten, dass er sehr froh über die gebotene Alternative zur Busse gewesen sei. «Ich finde das eine super Idee und überweise der Berghilfe gerne 50 Franken.»

 

Kommentare

Marco Zuber | 19. August 2015 - 8:48
Eine super Idee von dem Herrn. Das sollten alle Firmen mit Parkplatzproblemen so machen
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Arnold Daniel | 18. Juli 2016 - 14:51
Absolut gute Idee. So hat jeder etwas davon. Die Firma freie Parkplätze, die Berghilfe eine Spende, und ich ärgere mich nicht zu fest. Besten Dank an die Firma SUCO Informatik
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