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«Der perfekte Gewinn zum perfekten Zeitpunkt.»

Ein Wettbewerbsgewinn ist immer willkommen. Bei Ruth und Marcel Schoch kam er obendrein zum perfekten Zeitpunkt.

August 2015 / 

Es ist früher Abend, Regen setzt ein, in Marcel Schochs operiertem Knie melden sich die Schmerzen zurück. Er ist heute stundenlang im Auto gesessen, hat sein Bein nicht hochlagern können. Dennoch ist er überzeugt: «So einen schönen Tag wie heute habe ich seit Monaten nicht mehr gehabt.» Zu diesem Tag gekommen ist er, weil seine Frau Ruth am Wettbewerb in der «Berghilf-Ziitig» vom Frühling teilgenommen hat – und ihre Einsendung aus mehr als 1000 Teilnehmern gezogen wurde.

Zu gewinnen gab es einen Ausflug mit «Berghilfe-Führung» ins Bündner Aversertal. Bei strömendem Regen ging die Fahrt frühmorgens in Jona am Zürichsee los in Richtung Graubünden. «Wir fahren diese Strecke oft, da wir fast jedes Wochenende irgendwo in diesem Kanton zu Fuss unterwegs sind», so Ruth. In letzter Zeit war aber nichts mit Wandern. Marcel musste sich ein künstliches Kniegelenk einsetzen lassen und konnte in den letzten Monaten weder ohne Krücken laufen noch Auto fahren. Und weil Ruth nicht gerne hinter dem Steuer sitzt, blieben Schochs meist zu Hause. «Mir ist langsam aber sicher die Decke auf den Kopf gefallen», sagt Marcel.

In Landquart sah der Himmel noch nach Weltuntergang aus, im Domleschg liess der Regen etwas nach, und in Andeer, am Eingang des Aversertals, zeigte sich erstmals blauer Himmel. Als Schochs in Campsutt-Cröt den kleinen Stall besichtigten, den Jungbauer Luzi Stoffel für seine Bienenvölker saniert hat, schien bereits die Sonne.

Danach ging es weiter ins Tal hinauf, nach Pürt. Dort, auf über 1900 Meter Höhe, hat Familie Höllrigl ihren Bergbauernhof. Wettbewerbsgewinner und Bergbauern diskutierten nicht nur bei Bündner Gerstensuppe und Capuns lebhaft miteinander, Schochs liessen sich auch im kürzlich fertiggestellten Laufstall die vereinfachten Arbeitsabläufe erklären. Wieder zurück auf dem Heimweg waren Ruth und Marcel vom Besuch begeistert. «Wir waren auch schon im Aversertal am Wandern. Aber so richtig kennengelernt haben wir das Tal erst jetzt, als wir mit all diesen Menschen ins Gespräch gekommen sind», sagt Ruth. Und Marcel pflichtet trotz schmerzendem Knie bei: «Das war der perfekte Gewinn zum perfekten Zeitpunkt.»

 
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