Beni Lysser und seine Frau auf Besuch bei Familie Fuhrer
Sie sind hier

Flugüberwachung für einen guten Zweck

Im Internet, mit dem Flugzeug und zu Fuss: Beni Lysser setzte alles daran, das Projekt ausfindig zu machen, dem er zu seinem 60. Geburtstag eine Spende machen wollte. Und die Beharrlichkeit zahlte sich aus. Inzwischen ist eine Freundschaft zwischen der unterstützten Bauernfamilie und Lysser entstanden. Vor gut einem Monat war die Geburtstagsgesellschaft zu Besuch auf der Alp.

September 2017 / 

Wenn er sich etwas in den Kopf setzt, dann gibt er nicht nach, bis er der Sache auf den Grund gekommen ist. So beschreiben seine Freunde Bernhard Lysser. Und Bernhard, von allen Beni genannt, hatte sich zu seinem 60. Geburtstag etwas Besonderes in den Kopf gesetzt. Er wünschte sich, dass alle seine Gäste anstelle von Geschenken Geld für ein Projekt der Schweizer Berghilfe spenden. Es sollte ein Projekt sein, das Beni am Herzen liegt. Der gelernte Zimmermeister erstellt seit Jahren Gutachten rund ums Thema Holz und hoffte, ein Projekt mit Bezug zu seiner Passion unterstützen zu können. Die Wahl fiel schlussendlich auf den Neubau eines abgebrannten Alpstalles im Berner Oberland.

Vor Auszahlung des Spendenbetrages bleiben die Projektträger der Schweizer Berghilfe jeweils anonym. Doch Beni Lysser wollte seinen Geburtstagsgästen zeigen, wo ihr Geld hin geht. Und so startete er seine Recherche. Zuerst suchte er nach Zeitungsartikeln und Nachrichtenmeldungen über einen Brand auf einer Alp im Berner Oberland, konnte jedoch nichts finden. Er liess sich davon nicht entmutigen. Beni ist leidenschaftlicher Flieger und drehte mit seinem Oldtimer-Flugzeug Runden über dem Gebiet. Doch nirgends konnte er Spuren eines Brandes entdecken. Er sah jedoch ein Gebäude, das im Aufbau war. Dies erzählte er seinem Freund, der im Jodelverband singt. Der versprach Beni, sich beim nächsten Jodeltreffen umzuhören. Und prompt bestätigte er Benis Vermutung. Darauf beschloss Beni, die Alphütte auf einer Wanderung zu besuchen. Zweimal musste er losziehen, bis er den Stall fand. Und um die Älplerfamilie nicht zu überrumpeln, gab er sich nicht zu erkennen und machte nur einige Bilder, die er am Geburtstag zeigte.

Aus der Luft hat Beni Lysser die Alp im Berner Oberland erspäht.

Bereits zwei Wochen nach der Spende erhielt Beni einen Dankesbrief von Familie Fuhrer. Inzwischen haben Beni und seine Frau die Alp schon dreimal besucht und es ist eine Freundschaft entstanden. Beni ist begeistert davon, dass Hans Fuhrer und sein Sohn Benjamin beim Neubau des Stalles viel Eigenleistung bewiesen. Benjamin ist gelernter Schreiner und konnte viele Holzarbeiten selber durchführen. Dabei stand nicht nur der Nutzen im Vordergrund, es entstanden kunstvolle Werke wie die Aufhängung für das Käsekessi, den sogenannten Turner.

Um seinen Freunden den Erfolg des gemeinsam unterstützen Projektes zu zeigen, lud Beni am 20. August alle ein zu Wanderung und Zmittag auf der Alphütte von Fuhrers. Eine stattliche Gruppe traf sich an der Bergstation Höchst und marschierte hoch zur Alp. Dort wurden sie von Hans und seiner Partnerin Monika empfangen. Beim Verzehr von Züpfe und selbstgemachtem Hobelkäse bestätigten Hans und Monika: «Dass die 200-jährige Alphütte abgebrannt ist, war für uns erst ein grosser Schock. Doch mittlerweile trauert niemand mehr der alten Hütte nach. Im neuen Gebäude ist das Käsen viel einfacher geworden und wir frieren nicht mehr in kalten Nächten.»

 
Neuen Kommentar schreiben
Die Schweizer Berghilfe behält sich vor, Kommentare zu löschen. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende Kommentare. Über die Entscheide wird weder Rechenschaft abgelegt, noch Korrespondenz geführt.
▴ Seitenanfang