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Für einmal Muni statt Motoren

Mit einer Projektspende kann man genau das unterstützen, was einem am Herzen liegt. Bei Unternehmer Hanspeter Wegmüller ist das die Landwirtschaft in seinem Heimatkanton Bern.

März 2017 / 

Stallbesichtigung. Bewundernd und etwas ehrfürchtig bleibt Hanspeter Wegmüller vor dem mächtigen Stier stehen. «Der ist so etwas wie mein Hobby», sagt Bergbauer Bernhard Wisler lachend. Und unverkennbar stolz. Zu Recht, denn so einen Muni, den hat nicht jeder. «Mit dem musst du umgehen können. Wenn der nicht will, nützt dir alle Kraft der Welt nichts.» Aber er sei halt schon «es henne schöns Tier».

«Wollte immer Bauer werden»

Da stimmt Hanspeter Wegmüller zu. Er weiss diese Schönheit zu schätzen. Als kleiner Bub war für ihn klar, dass er Bauer werden wollte. Jede Ferienwoche verbrachte er bei einem Onkel auf dessen Bauernhof, half beim Mähen, im Stall, beim Zäunen. Als es dann aber um die Berufswahl ging, kam alles anders. Sein Vater, der eine eigene Firma im Bereich des Motorenunterhalts führte, überzeugte ihn, zuerst eine Mechanikerausbildung zu machen. Als Bauer würde er froh sein, wenn er die Maschinen selbst flicken konnte. Hanspeter stimmte dieser Argumentation zu und absolvierte eine Lehre als Automechaniker. Danach zog es ihn in die weite Welt hinaus. Drei Jahre lang war er auf einer Hotelinsel auf den Malediven für die technischen Anlagen zuständig. Als er zurückkam, war das Bauernleben irgendwie keine
Option mehr.

«Dankbar dafür, dass es läuft»

Dafür fing ihn plötzlich die Firma des Vaters an zu interessieren, obschon er zuvor nie etwas damit zu tun haben wollte. Heute ist es seine Firma. Bei der Hans Wegmüller AG in Steffisburg arbeiten 18 Mitarbeitende. Sie vertreiben Dieselmotoren für Kommunalmaschinen und landwirtschaftliche Geräte. In Transportern von Aebi, Rapid und Lindner brummen Motoren der Hans Wegmüller AG. Auch für Reparaturen und Motorrevisionen sind Hanspeters Mitarbeitende gefragt. Das Geschäft läuft. «Dafür bin ich sehr dankbar. Und ich möchte etwas davon weitergeben», sagt Hanspeter. Anstelle von Weihnachtsgeschenken an Kunden und Lieferanten spendet die Hans Wegmüller AG jedes Jahr rund 20 000 Franken an die Schweizer Berghilfe. Mit einer Projektspende kann Hanspeter genau das unterstützen, was ihm am Herzen liegt: Bergbauern aus dem Kanton Bern. «Einerseits sind wir eine Berner Firma, andererseits bin ich der Berglandwirtschaft immer noch sehr verbunden», erklärt er.

Auf diese Weise hat er den Stallneubau von Bernhard Wisler unterstützt. Eigentlich hätte der junge Bergbauer diesen aus eigener Kraft finanzieren können. Wegen eines Hangrutschs während der Bauarbeiten kam es dann aber zu massiven Mehrkosten, und die Schweizer Berghilfe sprang in dieser Notlage ein. Nach einem Rundgang durch den Stall und einem Kaffee am Küchentisch macht sich Hanspeter wieder auf den Heimweg. Überzeugt von der Arbeit des jungen Bergbauern. Und davon, dass seine Spende richtig eingesetzt wurde.

 
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