Hof Ober Graus
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Vier Kinder für ein neues Haus

Sie haben Würste gebraten, Kaffee gekocht, Getränke verkauft und damit mehr als 1000 Franken für die Berghilfe gesammelt – vier Kinder aus Villmergen im Kanton Aargau. Einen guten Monat später besuchen sie den Bergbauernhof von Familie Schmidiger in Hergiswil bei Willisau und sehen genau, was mit ihrer Spende passiert.

November 2018 / 

Noelle hat sich verliebt. Gedankenverloren sitzt die Siebenjährige auf dem Mäuerchen vor dem Bauernhaus und streichelt hingebungsvoll das gescheckte Kätzchen auf ihrem Schoss. «Papi, können wir es mitnehmen?» «Nein.» «Dann bleibe ich auch hier.»

Es sind keine zwei Stunden her, dass Noelle zusammen mit ihrer grossen Schwester Corina, dem befreundeten Geschwisterpaar Livia und Loreno sowie ihren Vätern nach einer langen und kurvigen Fahrt etwas scheu aus dem Auto gestiegen ist. Begrüsst wurden die sechs von Hofhund Benji sowie von Hanspeter und Sonja Schmid. Sie sind hier auf den wunderschön gelegenen Bergbauernbetrieb mit dem etwas irreführenden Namen Ober Graus gekommen, um zu sehen, wo das viele Geld hingegangen ist, das sie mit ihrer Verkaufsaktion gesammelt hatten.

Noelle mit Kätzchen

«Zuerst hatte ich fast ein schlechtes Gewissen, als ich hörte, dass vier Kinder über 1000 Franken für den Neubau unseres Wohnhauses gespendet hatten», sagt Sonja. «Es wäre mir gar nicht recht gewesen, wenn die vier für uns ihre Sparschweine geplündert hätten.» Doch die Erzählungen der vier Kinder und ihrer Väter beruhigen die Bergbäuerin. Es war Markus Hunn, Vater von Livia und Loreno, der die Idee hatte. In den Sommerferien im Wallis. Dort sah die Familie, während sie ihre Freizeit genoss, wie streng es die Bergbauern beim Heuen hatten. Selbst langjähriger Spender der Berghilfe, fragte Markus seine Kinder, ob sie nicht Lust hätten, eine Aktion auf die Beine zu stellen und Geld für die Bergbevölkerung zu sammeln. Sie hatten, und auch die Kinder der befreundeten Familie Keller waren schnell überzeugt, mitzumachen.

Schon wenige Tage später standen die vier Kinder im Zentrum von Villmergen, verkauften Hot-Dogs, Grillwürste und Getränke und sprachen mit ihrer Sammelbüchse in den Händen die Passanten an. «Es brauchte schon ein bisschen Mut, aber niemand wurde böse und die meisten Leute gaben auch etwas», erinnert sich Livia. Die Kinder konnten auswählen, welches Projekt mit ihrem Geld unterstützt werden sollte. Die Geschichte von Familie Schmidiger mit ihren drei Kindern, deren Wohnhaus baufällig und nicht mehr zu sanieren war, beeindruckte die  Kinder am meisten.

Gratulation

 
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