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Wo kalte Füsse zur Wohltat werden

Was ist besser als ein Besuch der Kneippanlage Flühli-Sörenberg? Ein Besuch der Kneippanlage Flühli-Sörenberg zusammen mit Maja Zamudio. Die Kneipp-Führerin nimmt uns mit zum Schwandalpweiher, wo wir am eigenen Leib erfahren, wie kalte Wassergüsse zum Naturerlebnis werden. Zudem erfahren wir Spannendes über Gesundheit, die Region sowie über Majas Tätigkeit als Kneipp-Führerin.

Mai 2017 / 

«So, lass uns zahlen, dann können wir los!» Der Kaffee ist kaum ausgetrunken und die ersten Sonnenstrahlen gerade erst im luzernischen Flühli angekommen – den Tatendrang merkt man Maja Zamudio aber schon jetzt an. Das Café ist nur ein Zwischenhalt. Eigentliches Ziel ist die Kneippanlage Flühli-Sörenberg. «Kneippen» bezeichnet eine Gesundheitslehre, die auf der Heilkraft von Bewegung, Ernährung, Wasser und einer bewussten Lebensführung basiert. Dieses letzte Element steht im Zentrum: So ist auch die Kneippanlage Flühli-Sörenberg rund um ein Gewässer aufgebaut: den Schwandalpweiher auf 1000 Meter über Meer. «Der Weiher ist seit über 100 Jahren unverändert und ganzjährig zwischen 6 und 7 Grad kalt», erzählt Maja und fügt an: «Seit ich regelmässig Kneippanwendungen mache, bin ich viel seltener krank.» Die Wasseranwendungen in der Kneipp-Therapie dienen der Heilung von akuten und chronischen Beschwerden und zur Vorbeugung von Krankheiten. Sie beinhalten Arm- und Fussbäder, Gesichts-, Knie- und auch Schenkelgüsse. Die Anwendungen fördern die Durchblutung und stärken dadurch das Immunsystem und aktivieren die Selbstheilungskräfte.

Um uns selber vom gesundheitsfördernden Effekt überzeugen zu können, müssen wir aber erst einmal zum Schwandalpweiher gelangen. Unser Rundgang startet auf dem Dorfplatz in Flühli. Maja kennt sich aus: Im Kneippen wie auch in der Region. Seit 1983 wohnt die gelernte Hotelfachfrau in Sörenberg, arbeitet bei Sörenberg Flühli Tourismus und ist Mitglied der Genossenschaft Flühli-Wasser. Diese hat die Kneippanlage im Jahr 2003 gebaut. Genauso lange schon führt Maja zusammen mit drei weiteren ortsansässigen Frauen interessierte Personen in die Welt des Kneippens ein. Trotz der vielen Jahre ist ihr die Begeisterung an den Führungen längst nicht abhanden gekommen: «Die Kombination von Arbeiten, Natur und etwas für die Gesundheit tun macht mir einfach Spass», erzählt die aktive Berggängerin. 

Die Schweizer Berghilfe hat die Genossenschaft Flühli-Sörenberg beim Bau des Barfusswegs in der Kneippanlage unterstützt.

Dass Kneippen viel mehr ist als nur Wasseranwendungen, zeigt sich nach einem 30-minütigen Aufstieg auf die Schwandalp. Nach dem eiskalten Armbad, mit dem wir beginnen, sollte man eigentlich zwei Stunden lang ruhen. Wir kürzen ab und verbringen immerhin einige Minuten im Liegestuhl, bei freier Sicht aufs BrienzerRothorn und die Schrattenfluh, begleitet von Vogelgezwitscher und dem Rauschen der Bäume. «Kneippen ist ein Naturerlebnis. Vor allem, wenn die Anlage in einer so einzigartigen Umgebung wie dieser hier steht.» Nachdem die Arme sich erholt haben, sind nun auch die Füsse dran: Zuerst beim kurzen Barfussweg, der über Glasstücke und Holzspäne führt, danach beim Fussbad im kalten Schwandalpweiher. Da die Saison gerade erst gestartet ist, sind wir an diesem Vormittag Mitte April die einzigen Besucher der Kneippanlage. Und dementsprechend ruhig ist es. Ideal, um von Maja nach den Anwendungen viel Spannendes über die Kneippanlage zu erfahren. Unter anderem zu deren Bedeutung für die Umgebung: «Die Leute verbinden den Besuch der Anlage oft mit einer Wanderung oder einer Übernachtung in der Region. Deshalb ist es wichtig, dass die Kneippführerinnen die Gegend gut kennen, um Tipps für Ausflüge und Auskunft über die Region geben zu können», sagt Maja. Auch immer mehr Individualtouristen aus dem Ausland besuchen die Kneippanlage ob Flühli und erkunden sie meistens sogar auf eigene Faust. Dies zeigt sich auf unserem Rückweg: Nach wenigen Metern begegnen wir einer chinesischen Touristin. Den Prospekt der Kneippanlage in der Hand, fragt sie uns nach dem Weg. Gerne erklärt Maja der jungen Frau mit Hand und Fuss, wo es lang geht.

 
 
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