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Die Berghilfe unterstützt auch im Zürcher Oberland

Wer an die Schweizer Berghilfe denkt, denkt an abgelegene Bündner Dörfer, an die Innerschweiz oder an Walliser Seitentäler. Tatsächlich geht der grösste Teil der Hilfe in die alpinen Regionen. Aber nicht nur. Auch im Zürcher Oberland gibt es Projekte, die Unterstützung benötigen. Zum Beispiel das Gasthaus Sternen in Sternenberg oder die Chäsi Girenbad.  

Das Gasthaus Sternenberg ist der halben Schweiz bekannt. Es diente als Filmkulisse für den erfolgreichen Film «Sternenberg». Doch seit mehr als zwei Jahren ist vom stattlichen Schindelhaus nicht mehr als eine Baugrube übrig. Im Dezember 2016 brannte das geschichtsträchtige Gasthaus bis auf die Grundmauern nieder. Für Wirtin Marianne Brühwiler brach damals eine Welt zusammen. Sie hatte das Restaurant mit Herzblut geführt und erst wenige Monate zuvor eine grosse Sanierung abschliessen können. Und dann war innert einer einzigen Nacht alles weg.

Aufhören kam für Brühwiler nie in Frage. Mit Unterstützung der ganzen Familie schaffte sie es, innert kurzer Zeit die Dependence, in der zuvor ein Saal für Anlässe untergebracht war, in eine provisorische Gaststube umzubauen. So konnte Brühwiler ihre vielen Stammgäste halten und musste auch keine Mitarbeiter entlassen. Die Planung und vor allem die Finanzierung des Wiederaufbaus dauerte dann einiges länger. Doch nun – und nicht zuletzt, weil sich die Schweizer Berghilfe an den Kosten beteiligt – ist es bald soweit: Im Frühling fahren die Bagger auf, und der «Sternen» kann in seiner alten Pracht wiederauferstehen.

Zukunft für traditionelle Käserei

Auf der gegenüberliegenden Seite des Tösstals, im Hinwiler Weiler Girenbad, ist man schon einen Schritt weiter. Hier steht bereits der Rohbau einer neuen Käserei. In den Sommerferien soll gemäss Felix Honegger, Bauleiter und Präsident der Käsereigenossenschaft, die Produktion ins neue Gebäude verlegt werden. Auch hier ist eine innovative und engagierte Frau für die positive Entwicklung verantwortlich. Käserin Christa Egli führt die Chäsi Girenbad in dritter Generation. Und genau wie ihr Vater tut sie das mit Leidenschaft, Können und vor allem vielen neuen Ideen. Das zeigt sich in der Kühlvitrine des kleinen Ladens. «Bachtelstei», «Ur-Eiche», «Stubä-Hocker», «Zwätschge-Lisi» oder «Senne-Flade»; Eglis Käsespezialitäten haben nicht nur kreative Namen, sondern alle auch einen unverkennbaren, eigenen Geschmack. «Wir können uns nur durch Qualität und Kreativität von den Grossen in der Branche abheben», ist sie überzeugt.

Viele verschiedene Käsesorten herzustellen, bedeutet jedoch auch einen viel grösseren Aufwand und mehr Platzbedarf. Als Folge davon platzte die kleine Familienkäserei, die acht Landwirten aus der Region die Milch zu einem guten Preis abnimmt, mit den Jahren aus allen Nähten. Weil auch neue Auflagen der Lebensmittelhygiene nur noch mehr schlecht als recht erfüllt werden konnten, musste etwas geschehen. Die Genossenschafter entschieden sich gemeinsam mit Egli für einen Neubau und gegen teure Sanierungen, die nicht mehr als eine Pflästerlipolitik gewesen wären. Doch obschon die Genossenschaft in den vergangenen Jahren dank der guten Arbeit von Egli und ihrem Team Reserven bilden konnte, und auch Bund und Kanton Beiträge sprachen, reichte das Geld nicht. «Ohne zusätzliche Unterstützung wäre es nicht gegangen», sagt Felix Honegger. «Dass die Schweizer Berghilfe den offenen Betrag übernahm, hat uns ermöglicht, Nägel mit Köpfen zu machen.»

Unterstützung hilft dem ganzen Dorf

Von der Unterstützung der Berghilfe profitieren in beiden Fällen nicht nur die innovativen Unternehmerinnen. Sowohl im Gasthaus Sternenberg als auch in der Chäsi Girenbad sind es je 15 Arbeitsplätze, die erhalten bleiben. Dazu kommen noch die acht Familien der Girenbader Milchlieferanten und die vielen Geschäfte, die Lebensmittel an den «Sternen» liefern. Denn Marianne Brühwiler bezieht wenn möglich alles aus der Umgebung. Nicht nur Milchprodukte und Fleisch. Im Sommer klopfen regelmässig Einwohner mit grossen Säcken voller Gemüse an der Küchentür an. «Hier weiss jeder, dass der Sternen alles abnimmt, was man nicht selbst essen oder einmachen kann.»

So ist eine Unterstützung eines Projekts durch die Berghilfe immer auch eine Unterstützung der ganzen Region. Und diese kann durchaus das Zürcher Oberland sein. «Hier kämpft die Bevölkerung mit den gleichen Herausforderungen wie im Jura oder in den Alpen: lange Transportwege, kurze Vegetationszeit, wenig Möglichkeiten, an Fremdkapital zu kommen», sagt Roger Schwarzenbach, der für diese beiden Projekte zuständige ehrenamtliche Experte bei der Schweizer Berghilfe. «Da ist es doch selbstverständlich, dass wir auch hier helfen.»

Die Finanzen

Der Neubau des Gasthofs Sternen wird insgesamt rund 4,4 Millionen Franken kosten. Die Schweizer Berghilfe trägt dazu 185'000 Franken bei. Die Chäsi Girenbad hat für die neue Käserei 3,6 Millionen Franken budgetiert. Die Berghilfe übernimmt 225'000 Franken.

 

Medienkontakt

Ivo TorelliMax Hugelshofer
Redaktor

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