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Die «Grüne Fee» hat ein neues Zuhause

Im Val de Travers, einem Hochtal im Neuenburger Jura, hat ein legendenumwobender Trank seine Wiege: der Absinth. Er hat nicht nur eine bewegte Vergangenheit, sondern ist auch Teil des kulturellen Erbes sowie ein touristisch und wirtschaftlich bedeutender Faktor in einer abgelegenen Bergregion. Mit der „Maison de l’Absinthe“ entsteht ein schweizweit einzigartiges Aus­stellungs- und Besucherzentrum, das die verschiedensten Facetten der „Grünen Fee“ beleuchtet und den Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge und Wanderungen bildet.

Vorfreude und Stolz schwingen bei Yann Klauser, Projektleiter und Direktor des „Maison de l’Absinthe“ gleichermassen mit: „Das neue Zentrum wird dem Val de Travers eine grosse Ausstrahlung verleihen. Wir möchten hier mehrere 10 000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr empfangen.“ Hinter dem Projekt ‚Maison de l’Absinthe‘ steht das Engagement einer ganzen Region. Das Ziel ist es, die Geschichte und Mythen rund um den Absinth erlebbar zu machen und die Wertschöpfung vor Ort zu verbessern. Bereits 2005 – als der Absinth nach fast 100 Jahren Verbot in der Schweiz wieder zugelassen wurde – hatten sich verschiedene Produzenten zusammengeschlossen, um gemeinsam das Erbe der „Grünen Fee in die Zu­kunft zu führen. Seit 2012 verbindet die „route de l‘absinthe“ von Pontarlier nach Noiraigue rund 80 Anbieter, die den Absinth landwirtschaftlich, handwerklich oder industriell in Wert setzen. Gefehlt hatte bislang ein Themenzentrum für Besucher, weshalb die Ge­meinde Val de Travers und zahlreiche Partner beschlossen, ein „Maison de l’Absinthe“ zu lancieren.

Begeisternder Rundgang: von Schmuggel, Verboten und kreativen Kochrezepten

Das „Maison de l’Absinthe“ ist in einem historischen Gebäude in Môtiers eingerichtet, das seinerseits einen starken Bezug zum Thema hat. Hier befanden sich früher die Gendarmerie und das Gericht, welches über die Absinth-Produzenten urteilte, die in den Verbotsjahren das alkoholische Getränk heimlich herstellten. Die drei Etagen des Hauses wurden modern umgebaut. Sie umfassen attraktive Ausstellungsräume, die zu einem Rundgang entlang der Geschichte oder der verschiedenen Facetten des Absinth einladen. Zu sehen sind auch his­torische Unikate aus dem Regionalmuseum Val de Travers, eingebettet in eine zeitgemässe und interaktive Ausstellung mit Filmen und 18 Touchscreens. Die präsentierten Themen rund um den Absinth sind vielfältig und faszinierend. So ist etwa dem Absinth-Schmuggel ein eigenes Kapitel gewidmet. Yann Klauser: „Die Rundgänge sind so konzipiert, dass alle Be­sucherinnen und Besucher auf ihre Rechnung kommen, ob sie nun 30 oder 90 Minuten Zeit zur Verfügung haben.“ Das „Maison de l’Absinthe“ ist mehr als ein herkömmliches Museum; das wird auch im Garten klar, wo 1200 Wermutpflanzen und andere Kräuter zu be­staunen und zu beschnuppern sind, die dem Absinth die charakteristische grüne Farbe und den unvergleichlichen Geschmack verleihen.

Breite Trägerschaft, grosses Engagement

Dass das „Maison de l’Absinthe“ am 3. Juli 2014 feierlich eingeweiht werden kann, ist nicht selbstverständlich. Vorangegangen sind eine jahrelange Planung und ein grosser Einsatz verschiedener Partner: Die Gemeinde Val-de-Travers stellt als Eigentümerin das frisch reno­vierte Gebäude der Stiftung „Maison de l’Absinthe“ für 20 Jahre unentgeltlich zur Verfügung. Die Stiftung hat selbst grosse Investitionen getätigt und kann auf die Unterstützung zahl­reicher Sponsoren – darunter die Loterie romande – zählen. Doch obwohl die ganze Region ihre Kräfte gebündelt hatte, blieb im Budget eine unüberbrückbare Finanzierungslücke, welche die Realisierung des Vorhabens in Frage stellte. Die Stiftung „Maison de l’Absinthe“ gelangte deshalb an die Schweizer Berghilfe. Diese entschied nach eingehender Prüfung vor Ort, das zukunftsorientierte Projekt mit einem namhaften Beitrag von 350'000 Franken zu unterstützen. Claude Henchoz, ehrenamtlicher Experte bei der Schweizer Berghilfe erklärt: „Das Projekt fügt sich nahtlos in die touristische Entwicklung des Val de Travers ein. Das neue Ausstellungszentrum ist nicht nur ein Anziehungspunkt, sondern verbindet auch kuli­narische und wirtschaftliche Aktivitäten der Region rund um die Absinth-Produktion. Das stärkt die Wertschöpfung entscheidend. Und: Dank des ,Maison de l’Absinthe’ werden fünf Arbeitsplätze geschaffen, was in einer Randregion doppelt wichtig ist.“

Medienkontakt

Ivo TorelliMax Hugelshofer
Redaktor

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