Geosatis
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Geosatis SA

Geosatis hat eine High-Tech-Fussfessel entwickelt und konnte dafür auf das Know-how der lokalen Uhrenindustrie zurückgreifen. Dank der Fussfessel können Personen, die keine Gefahr für die Gesellschaft sind, ihre Haftstrafe ausserhalb des Gefängnis verbüssen.

Juli 2019 / 

Alles begann 2006, als José Demetrio ein IT-Projekt für eine Strafvollzugsanstalt umsetzte. Bei einer Besprechung vor Ort gelang er zur Einsicht, dass es eine Alternative zum Verbüssen von kurzen Haftstrafen braucht. «Bei diesem Besuch wurde mir klar, dass einige der Häftlinge nicht ins raue Umfeld gefährlicher Gewalttäter gehören.» Diese Erkenntnis bewog ihn dazu, eine neuartige Fussfessel zur elektronischen Überwachung von Personen im Strafvollzug zu entwickeln. Seine Lösung sollte dazu beitragen, die Zahl der Inhaftierten und die Haftkosten zu senken, und eine humanere Lösung für Verurteilte mit Bagatelldelikten zu bieten.

Der Plan war umso ehrgeiziger, als bereits vergleichbare Produkte auf dem Markt waren. Doch die Fussfessel von Geosatis hat diesen gegenüber mehrere Vorteile. «Unser Produkt ist sehr solid und dennoch diskret und angenehm zu tragen. Zudem ist unsere Fussfessel mit neusten Geolokalisierungstechnologien ausgestattet», erklärt François Vigier, Marketing- und Kommunikationsleiter. Die Fussfessel aus Kunststoff und Titan ist sehr schwierig zu knacken. Sensoren melden ungewöhnliches Verhalten wie einen Versuch, die Fessel aufzubrechen. Dann wird ein Alarm ausgelöst. Die Geolokalisierung basiert auf mehreren, sich ergänzenden Technologien (Funk, Satellitenpositionierung und Ortung über Mobilfunkantennen). Diese sorgen dafür, dass der Aufenthaltsort des Trägers jederzeit bekannt ist. Die nur 180 Gramm schwere Fussfessel behindert den Träger im Alltag kaum und ist deshalb gut geeignet für Personen in der Wiedereingliederungsphase. Das Produkt bewährt sich bereits in zehn Schweizer Kantonen und wird auf allen fünf Kontinenten vertrieben.

Le Noirmont als idealer Standort

Insbesondere beim Einbau der Elektronik-Komponenten ins Gehäuse der Fussfesseln konnte Geosatis von den Kompetenzen der lokalen Uhrenindustrie profitieren. Für José Demetrio ist der Firmenstandort ideal: «Le Noirmont befindet sich keineswegs in einer Randregion! Basel ist in rund 45 Minuten erreichbar, Zürich in 90 und Paris in gut zwei Stunden. Was wollen Sie mehr?» Geosatis zieht IT-Spezialisten aus der ganzen Welt an, unter anderem aus der Ukraine, Chile oder Kamerun. Die Mitarbeitenden schätzen die Lebensqualität im jurassischen Städtchen. Geosatis will sich weiterentwickeln und als eine Art regionales Kompetenzzentrum etablieren.

Jury-Mitglied Jean-Claude Biver: «Es freut mich besonders, dass ein hochmodernes Technologie-Start-up auf die Erfahrung der Uhrenindustrie zurückgreift, um ein innovatives Produkt zu entwickeln.»

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Steckbrief

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Geosatis SA

Le Noirmont/JU

José Demetrio

2011

70 Mitarbeitende, davon 55 in Le Noirmont

Elektronische Fussfessel

www.geo-satis.com

 

 
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Elektronische Fussfesseln ermöglichen eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung und Ortung. Damit können Straftäter, die keine Bedrohung für die Gesellschaft darstellen, ihre Haftstrafe ausserhalb des Gefängnisses verbüssen.
Die Geosatis SA mit Sitz im jurassischen Le Noirmont gehört zu den weltweit führenden Herstellern elektronischer Fussfesseln.
José Demetrio hat Geosatis 2011 als Spin-off der École polytechnique fédérale von Lausanne (EPFL) gegründet.
Die Fussfessel ist in den 8 Jahren immer weiterentwickelt und optimiert worden, damit sie nicht nur höchste Sicherheit, sondern auch Tragekomfort bietet.
Für das Design und die Ergonomie der Fussfessel ist Anita Durand, User Experience Managerin, verantwortlich.
Im Innern der Fussfessel stecken modernste Computertechnologie und komplexe Programmierungsalgorithmen.
Geosatis ist ein attraktiver Arbeitgeber, nicht nur für die Region, sondern auch international. Gut die Hälfte der Mitarbeiter stammt aus dem Ausland, zum Beispiel aus den USA, Chile oder Kamerun.
François Vigier, Manager Marketing und Kommunikation, organsiert Schulungen für Sicherheitsfirmen, welche die Straftäter mit Fussfesseln überwachen.

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