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Geska AG und Glarner Milch AG

Der Glarner Schabziger gilt als ältestes Markenprodukt der Schweiz. Das «Stöckli», das die Geschmäcker teilt, weiterzuentwickeln und die Milchverarbeitung im Glarnerland zu stärken, haben sich die Geska AG und die Glarner Milch AG zum Ziel gesetzt.

Juli 2019 / 

Jeder kennt ihn und liebt oder hasst ihn, den Glarner Schabziger. Der Ursprung des traditionsreichen Rohzigerprodukts liegt einige Jahrhunderte zurück. Als Gewürze wie Pfeffer und Muskat bei uns noch kaum bekannt und sehr kostbar waren, galt der Schabziger als eine willkommene Alternative, um die einfachen Gerichte der damaligen Zeit zu würzen. Aus gereiftem Rohziger und grün färbendem Zigerklee wurde er von zahlreichen Glarner Käsern hergestellt. Die sogenannten «Zigermanndli» nahmen damals weite Wege unter die Füsse, um den Schabziger zu verkaufen. Bereits ab dem Jahr 1463 verpflichtete die Landesgemeinde alle Hersteller, bestimmte Qualitätsrichtlinien einzuhalten und die Herkunft ihrer Produkte zu deklarieren. Und verpassten damit dem Glarner Schabziger eine eigene Marke.

Glarner Schabziger als Aushängeschild

Die Geschichte des Schabzigers hat die Geska AG wesentlich mitgeprägt. Seit Jahrzehnten produziert das Unternehmen die grünen Stöckli, während viele andere Hersteller aufgeben mussten. Die Geska AG jedoch erkannte das Potenzial ihres Produkts und spannte mit der Glarner Milch AG zusammen, um wieder mehr Wertschöpfung in die Region zu holen und so die Existenz vieler Milchproduzenten zu sichern. «Wir machten uns zum Ziel, die gesamte Schabzigerproduktion des Kantons an einem neuen Standort zu vereinen, um das Produkt weiterzuentwickeln und zu vertreiben», sagt Geschäftsführer Hermann Luchsinger. Das 2013 in Betrieb genommene Gebäude wurde konzipiert, um grosse Mengen Milch schonend und effizient zu verarbeiten, zurzeit sind das um die fünf Millionen Liter jährlich. Nebst dem Schabziger in zahlreichen Variationen wird auch Süssrahmbutter für Grossabnehmer wie Konditoreien hergestellt. «Wir bieten unseren Milchlieferanten stabile Preise und faire Abnahmeverträge und hoffen, dass wir in Zukunft noch mehr Milch annehmen und verarbeiten können». Die Mitarbeitenden der Innovationsabteilung sind fleissig daran, neue Produkte auf Basis von Rohziger zu entwickeln, um so ein grösseres Kundensegment anzusprechen. Der Fokus liegt jedoch weiterhin auf dem Schabziger, der den Geschmack des Glarnerlands in die Welt hinaustragen soll.

Jury-Mitglied Kurt Zgraggen: «Der Glarner Schabziger ist ein Produkt mit nationaler, ja sogar internationaler Ausstrahlung. Geska AG und Glarner Milch AG haben es geschafft, der Traditionsmarke ein neues Gesicht zu verpassen und die Wertschöpfung bei der Milchverarbeitung im Kanton zu erhöhen.»

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Steckbrief

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Weitere Informationen:

 

Geska AG / Glarner Milch AG

Glarus/GL

Hermann Luchsinger

2013

16 Vollzeitzeitangestellte, 3 Teilzeitangestellte

Glarner Schabziger, Rohzigerverarbeitung

www.geska.ch

 

 
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Die Milchverarbeitung im Glarnerland zu stärken und die traditionelle Schabzigerproduktion zu erhalten, war das Ziel der Geska AG und der Glarner Milch AG.
Das neue Gebäude wurde konzipiert, um grosse Mengen Milch möglichst schonend zu verarbeiten. Rund vierzig Glarner Bauern liefern ihre Milch dem neuen Milchverarbeitungszentrum.
Heute ist hier die gesamte Schabzigerproduktion des Kantons vereint. Täglich wird aus der angelieferten Milch Süssrahmbutter und Rohziger hergestellt.
Nachdem der erhitzten Milch der sogenannte «Etscher» hinzugefügt wurde, gerinnt sie. In grossen Behältern tropft sie ab und kühlt aus, zurück bleibt frischer Rohziger.
Käser Franz Thoma leitet die 15-köpfige Produktion: «Für den Glarner Schabziger brauchen wir Milch bester Qualität. Der persönliche Kontakt zu den Milchproduzenten ist deshalb sehr wichtig».
Der Neuzuzügerin Tanja Masuda half die Stelle in der Administration des Traditionsunternehmens, rasch Fuss zu fassen in Glarus.
Auf Basis von Rohziger lassen sich zahlreiche Lebensmittel herstellen. Die Entwicklung neuer Produkte läuft auf Hochtouren.
Hauptverkaufsschlager und Aushängeschild der Geska AG bleiben aber nach wie vor die Schabzigerstöckli…
… und die etwas mildere Zigerbutter.
Rosmarie Leuenberger ist Gastgeberin des Hotels Glarnerhof: «Gerichte mit Ziger sind sowohl bei unseren einheimischen Gästen als auch bei Touristen sehr beliebt».
«Wir wollen unser Traditionsprodukt erhalten und weiterentwickeln, um es auch den nächsten Generationen schmackhaft zu machen», sagt Geschäftsführer Hermann Luchsinger.

Fotogalerie: Geska und Glarner Milch