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Häufige Fragen - Gesuche

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:

Warum unterstützt die Schweizer Berghilfe nur Projekte im Berggebiet?
Dies entspricht dem Stiftungszweck der Berghilfe.

Was ist die Grundvoraussetzung, damit ein Unterstützungsgesuch eingereicht werden kann?
Das Projekt muss im Schweizer Berggebiet liegen. Für alle Projekte gelten die Bergzonen 1-4 resp. das Sömmerungsgebiet gemäss Bundesamt für Landwirtschaft.

Wer hat gute Chancen auf Unterstützung?
Die Schweizer Berghilfe hilft Einzelnen und Gemeinschaften im Berggebiet, die etwas bewegen und die Wertschöpfung steigern wollen. Dabei leistet sie "Hilfe zur Selbsthilfe". Das heisst, der Gesuchstellende bringt immer auch eigene Leistungen ins Vorhaben ein. Gesuchsteller können Einzelpersonen aber auch Betriebsgemeinschaften, Genossenschaften oder andere rechtliche Körperschaften sein.

Sie haben bereits einmal Unterstützung von der Schweizer Berghilfe erhalten. Können Sie trotzdem nochmals einen Unterstützungsgesuch einreichen?
Ja, die Berghilfe prüft jedes Gesuch einzeln. Eine frühere Zahlung ist kein Hinderungsgrund, sofern eine erneute Unterstützung notwendig und gerechtfertigt ist.

Wie hoch ist der mögliche Berghilfe-Beitrag an die Gesamtkosten eines Projekts?
Dazu gibt es keine allgemein gültige Regelung. Die Schweizer Berghilfe unterstützt Investitionsvorhaben bedarfsgerecht. Ein Gesuchsteller muss Eigenleistungen in Form von Eigenmitteln (finanzielle Mittel) sowie eigene Arbeitsleistung erbringen und alle Finanzierungsquellen (Eigenmittel, öffentliche Investitionshilfen, Bank- und weitere Darlehen) ausschöpfen. Bleibt dann noch ein Fehlbetrag, prüft die Berghilfe, ob sie diesen ganz oder teilweise übernehmen kann. Auf http://regiosuisse.ch/documents/fuer-die-regionalentwicklung-relevante-finanzhilfen-auswahl finden Sie weiter führenden Informationen, sowie eine Übersicht staatlicher und privater Anlaufstellen und deren Kriterien für eine Unterstützung.

Wie hoch müssen die vom Gesuchsteller eingesetzten Eigenmittel sein?
Die Schweizer Berghilfe leistet Beiträge nach dem Leitsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ und setzt die Spendengelder bedarfsgerecht ein. Das finanzielle Engagement der Projektträgerschaft ist zwingend, die Höhe jedoch hängt vom jeweiligen Projekt sowie der betrieblichen Situation und finanziellen Ausgangslage der Projektträgerschaft ab.

Besteht eine Einkommens- und Vermögenslimite für Gesuchsteller?
Zwar gibt es keine fixen Limiten und somit kein generelles Ausschlusskriterium in dieser Hinsicht, jedoch wird die gesamte finanzielle und betriebliche Situation bei einer Prüfung berücksichtigt. Denn die Berghilfe unterstützt nur Projekte, wo die Notwendigkeit einer Unterstützung gegeben ist.

Leistet die Schweizer Berghilfe auch eine Unterstützung in Form eines Darlehens?
Die Schweizer Berghilfe vergibt keine Darlehen, sondern leistet Unterstützung mit à-fonds-perdu Beiträgen. Landwirtschaftliche Betriebe können sich für Bürgschaften von verzinslichen Darlehen an die Schweizerische Bäuerliche Bürgschaftsgenossenschaft in Brugg, Telefon 056 462 53 50, buergschaft@sbv-treuhand.ch, wenden. Gewerbliche Betriebe kontaktieren die zuständigen gewerblichen Bürgschaftsgenossenschaften. Die Sicherstellung von Darlehen durch Bürgschaften vergünstigt die Konditionen.

Kann die Schweizer Berghilfe ein Gesuch prüfen, ohne dass die Beteiligung der anderen Finanzierungspartner zugesichert ist?
Die Schweizer Berghilfe prüft, ob bei einer Gesamtfinanzierung ein Fehlbetrag übrig bleibt. Das heisst, sie entscheidet als letzte Instanz über eine allfällige Unterstützungsleistung. Nur in Ausnahmefällen ist es möglich, dass die Schweizer Berghilfe einen Vorentscheid fällt, bevor die Finanzierung durch die anderen Geldgeber feststeht.

In welchen Fällen kann keine Unterstützung geleistet werden?
Die Schweizer Berghilfe unterstützt ausschliesslich Investitionsprojekte. Sie leistet keine Unterstützung für anfallende Betriebskosten, laufende Kosten oder wenn das Projekt durch andere Finanzierungsquellen finanzierbar ist. Zudem unterstützt sie grundsätzlich keine Infrastrukturprojekte, die in der Verantwortlichkeit der öffentlichen Hand liegen. So werden beispielsweise keine Schulhäuser, Lawinenverbauungen, Kanalisationen oder Einrichtungen der medizinischen Grundversorgung unterstützt.

Kann mit einer Unterstützung gerechnet werden, wenn das Projekt bereits abgeschlossen ist?
Grundsätzlich nicht. Projekte werden nur in Ausnahmefällen nach Bau-/Projektabschluss geprüft. Dies bei Projektänderungen, Kostenüberschreitungen sowie in Notsituationen.

Unterstützt die Schweizer Berghilfe Wohnbauprojekte?
Die Schweizer Berghilfe unterstützt bei finanzieller Notwendigkeit Investitionen in kostengünstigen, betriebsnotwendigen Wohnraum und Wohnraum für paralandwirtschaftlichen Gebrauch. Wohnraum, der ohne weitere Dienstleistungen an Dritte vermietet wird, kann nicht unterstützt werden. 

Unterstützt die Schweizer Berghilfe bei der Vermarktung agrotouristischer Angebote?
Die Schweizer Berghilfe berichtet auf ihren Kommunikationskanälen über ausgewählte agrotouristische Projekte, die sie finanziell unterstützt hat. Darüber hinaus trägt sie jedoch nicht zu Marketing-, Kommunikations- und Distributionsmassnahmen bei und vermittelt auch keine Kunden an agrotouristische Angebote. Ansprechpartner für solche Anliegen ist Agrotourismus Schweiz: http://www.agrotourismus.ch/ueber-uns/mitglied-werden/. Die Dachorganisation ist mit über 400 Anbietern in der ganzen Schweiz die Vermarktungsplattform für agrotouristische Angebote, worunter Übernachtungen auf dem Bauernhof (im Stroh, in einem Zimmer, in einer Ferienwohnung, im Mehrbettzimmer), Direktverkauf von Produkten ab Hof sowie Veranstaltungen und Gastronomie auf dem Hof fallen.

Unterstützt die Berghilfe Gemeinden bei Infrastrukturvorhaben?
Falls das Projekt in den gesetzlich vorgeschriebenen Aufgabenbereich der öffentlichen Hand fällt, nicht. In solchen Fällen kann die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden angefragt werden. Wenn das Vorhaben jedoch ausserhalb dieses Aufgabenbereichs liegt und nicht veräusserbares Anlagevermögen betrifft, wird ein Unterstützungsgesuch durch die Schweizer Berghilfe geprüft.

Arbeitet die Schweizer Berghilfe mit anderen Stiftungen zusammen?
Die Berghilfe hat mit der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden und der Coop Patenschaft für Berggebiete ein Abkommen. Da es nicht sinnvoll ist, wenn diese gemeinnützigen Organisationen Prüfungsaufwand für das gleiche Projekt haben, sprechen sich diese drei Organisationen untereinander ab, welche Organisation die Anfrage prüft. Die Berghilfe unterstützt keine Projekte, deren Träger nationale Spendenorganisationen oder deren kantonale Sektionen sind.

Bietet die Schweizer Berghilfe auch Beratungen an?
Die Schweizer Berghilfe bietet selber keine Beratungsleistungen an. Sie unterstützt jedoch Beratungen finanziell, wenn Gesuchsteller Unterstützungen bei der Umsetzung von Projekten benötigen. Beratungsanfragen leitet sie an die jeweilige Kompetenzstelle weiter.

An wen kann sich ein Gesuchsteller wenden, wenn sein Projekt nicht in den Unterstützungsbereich der Berghilfe fällt?
Unter http://www.regiosuisse.ch/regionalpolitik/projekte/finanzhilfen/finanzhilfen sind Informationen zu weiteren Anlaufstellen und deren Kriterien für eine Unterstützung aufgeführt.

Muss ein Beitrag der Schweizer Berghilfe versteuert werden?
Dies wird je nach Kanton unterschiedlich gehandhabt. Da Steuerangelegenheiten komplex sind und sich fortlaufend ändern, wird empfohlen, Auskünfte bei der zuständigen Steuerbehörde einzuholen.

Wer ist Ansprechpartner für freiwillige Arbeitseinsätze?
Die Organisation «Bergversetzer», ein Gemeinschaftsprojekt der Schweizer Berghilfe und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB), vermittelt, organisiert und koordiniert ein- oder mehrwöchige Arbeitseinsätze im Berggebiet für Gruppen (Freiwillige, Lehrlingsgruppen sowie Schulklassen) und Einzelpersonen. «Bergversetzer» ist organisatorisch in die technische Abteilung der SAB integriert und verantwortlich für die Koordination der Arbeitseinsätze und das Zusammenführen der Nutzniesser und der Freiwilligengruppen. Das Ziel ist es, die Bergbevölkerung zu unterstützen, insbesondere in den Bereichen Landschaftspflege, Stallbauten oder ähnliche Bauvorhaben. Informationen finden Sie auf www.bergversetzer.ch oder unter Telefon 056 450 33 20.

Wie läuft der Prüfungsprozess bei der Schweizer Berghilfe ab, und wie lange dauert es, bis der Entscheid der Schweizer Berghilfe vorliegt?

  • Wenn ein Projekt konkret ist und finanzielle Unterstützung benötigt wird, müssen alle erforderlichen Unterlagen eingereicht werden. Die benötigten Unterlagen sind im Gesuchsformular ersichtlich. Fällt das Projekt in den Unterstützungsbereich der Berghilfe, geht es in den Prüfungsprozess.
  • Sobald die Unterlagen komplett vorliegen, vereinbart der zuständige ehrenamtliche Experte einen Termin mit dem Gesuchsteller, um das Projekt vor Ort zu besprechen.
  • Der Experte prüft das Vorhaben und stellt ein Gesuch an das ebenfalls aus Ehrenamtlichen bestehende Entscheidungsgremium, den Projektausschuss.
  • Der Projektausschuss entscheidet aufgrund der Empfehlung des Experten. Er ist jedoch in der Entscheidung frei.
  • Der Bescheid, ob eine Unterstützung eines Projekts gutgeheissen oder abgelehnt wurde,
  • erfolgt in der Regel innert 6 bis 8 Wochen nach Vorlage der kompletten Unterlagen.

Kommt jemand von der Schweizer Berghilfe vor Ort, um das Projekt zu begutachten?
Es werden alle Projekte vor Ort geprüft. Sobald alle benötigten Unterlagen für eine Prüfung vorliegen, wird das Gesuch an den zuständigen ehrenamtlichen Experten weitergeleitet. Der Experte oder die Expertin nimmt eine eingehende Prüfung der Unterlagen vor und vereinbart einen Besuchstermin. Ausnahmen können Besuche von Alpwirtschaften ausserhalb der Sömmerungszeit bilden.

Warum verlangt die Schweizer Berghilfe einen Businessplan?
Businesspläne haben das Ziel, die Geschäftsidee vorzustellen, um beispielsweise die Finanzierung zu sichern. Sie sind für die Schweizer Berghilfe eine wichtige Grundlage der Beurteilung Ihres Vorhabens. Mit dem Businessplan beweisen Sie als Projektträger, dass Sie die Kompetenz besitzen, die geplante Geschäftstätigkeit erfolgreich umzusetzen. Der Businessplan klärt dabei umfassend zentrale Aspekte des Projekts und zeigt damit die Projektperspektiven für die nächsten drei bis fünf Jahre auf. Welche zentrale Fragen aus Sicht der Berghilfe beantwortet werden müssen, haben wir im Fragenkatalog Businessplan zusammengestellt.
Die Berghilfe verlangt für Projekte ab einem Investitionsvolumen von 75‘000 Franken einen Businessplan. Bei kleineren Volumen ist die Beantwortung der Fragen ebenfalls sinnvoll – dies muss aber nicht zwingend in schriftlicher Form geschehen.
Bei landwirtschaftlichen Einzelbetrieben kann als Alternative zum Businessplan auch ein betriebswirtschaftlicher Bericht verwendet werden.

Warum braucht es bei einem landwirtschaftlichen Projekt einen betriebswirtschaftlichen Bericht?
Der betriebswirtschaftliche Bericht ist ein Formular der Schweizer Berghilfe. Die Beantwortung der Fragen, welche spezifisch die zu tätigende Investition innerhalb der Gesamtsituation Ihres Betriebes betreffen, sind eine unerlässliche Grundlage für die Beurteilung des Vorhabens auf Ihrem Betrieb, da er auf einheitlichen, von der Berghilfe definierten Kriterien beruht. Der Bericht sollte durch eine Fachperson, in der Regel den landwirtschaftlichen Betriebsberater, ausgefüllt werden.

Sollen bei Vorhaben im landwirtschaftlichen Bereich weitere Hilfsorganisationen um Unterstützung angegangen werden?
Nein. Es ist nicht sinnvoll, wenn mehrere gemeinnützige Organisationen einen Prüfungsaufwand für das gleiche Projekt haben. Bei Mehrfacheinreichung spricht sich die Berghilfe mit den anderen involvierten Organisationen ab, wer das Gesuch prüft. In aller Regel ist dann nur noch eine Organisation zuständig. Darüber hinaus macht es auch Sinn, bei nachfolgenden Investitionen oder Kostenüberschreitungen wieder auf die gleiche Organisation zuzugehen, da diese den jeweiligen Betrieb und die Vorgeschichte bereits kennt. Im Gegensatz zum Anfragen weiterer Hilfsorganisationen wird von der Schweizer Berghilfe vorausgesetzt, dass im Vorfeld abgeklärt wird, ob finanzielle Unterstützung von den üblichen Finanzierungspartnern wie der Bank und der öffentliche Hand zu erwarten ist.

Leistet die Schweizer Berghilfe Beiträge an eine Schuldensanierung?
Die Berghilfe unterstützt keine Schuldensanierungen finanziell. Für Schuldensanierungen können die offiziellen Schuldensanierungsstellen www.schuldenberatung.ch/ oder www.schulden.ch/ kontaktiert werden.

Können landwirtschaftliche Betriebe ein Gesuch für Maschineninvestitionen einreichen?
Grundsätzlich ja. Es werden zwingende Ersatzanschaffungen (Zugkraft, Ladewagen und Mäher, Maschinen der Innenwirtschaft) geprüft sowie Anschaffungen von Maschinen, welche dem Betrieb eine positive Entwicklung ermöglichen (Diversifikation, Wachstum oder überbetriebliche Nutzung). Für die Beurteilung des Gesuchs benötigt die Berghilfe die üblichen gesamtwirtschaftlichen Unterlagen (Betriebswirtschaftlicher Bericht, Kostenvoranschlag, Betriebsrechnung).

Ich benötige vorübergehend einen Betriebshelfer, da ich infolge Unfall/Krankheit einige Zeit arbeitsunfähig bin. Kann ich bei der Schweizer Berghilfe um Unterstützung anfragen?
Ja, die Schweizer Berghilfe kann bei ungeplanten Ausfällen Unterstützung leisten. Zur Prüfung werden folgende Unterlagen benötigt: Formular Unterstützungsgesuch für landwirtschaftliche Einzelbetriebe, aktuelle betriebswirtschaftliche Buchhaltung oder Steuerveranlagung, Betriebswirtschaftlicher Bericht, Arztzeugnis, Vertrag mit dem Betriebshelfer und Bestätigung der Versicherungsleistungen.

Haben Sie weitere Fragen?


Raphael Jaquet

Telefon 044 712 60 63
raphael.jaquet@berghilfe.ch