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Gomina AG

Die Gomina AG wurde 1974 ursprünglich als Zulieferin von Sägeblättern für Stichsägen gegründet. Dies lief einige Zeit gut. Doch als laufend Aufträge wegfielen, besannen sich die Gommer auf ihr Fachgebiet. Die Gomina stellt heute hoch präzise Sägeblätter und Raspeln für die Knochenchirurgie her und bietet in einer Randregion 30 Mitarbeitenden eine Stelle.

Fährt man durch das Goms im Oberwallis, sticht das Gebäude der Gomina AG mit seiner Glasfassade ins Auge. Mit 30 Mitarbeitenden zählt der in der Medizinaltechnik spezialisierte Industriebetrieb zu den grössten und wichtigsten Arbeitgebern im Goms. Doch nicht immer strahlte der Betrieb dermassen in die Region wie heute. Die Firma wurde vor über 40 Jahren von drei Personen mit dem Ziel gegründet, Arbeitsplätze im Goms zu schaffen. Als Hersteller von diversen mechanischen Teilen für Dritte zählte die Belegschaft nach kurzer Zeit zehn Mitarbeiter. Doch als Zulieferer war man einer grossen Abhängigkeit ausgesetzt und durch Verlagerungen der Produktion ins Ausland fielen in der Folge immer mehr Aufträge weg. Mit der Produktion von Sägeblätter für Taschenmesser konnte sich die Gomina über Wasser halten. Doch es war allen klar: Es musste etwas geschehen, um den drohenden Konkurs abzuwenden. «Bei der Herstellung von Sägeblättern aller Art spielt der Schliff der Verzahnung eine zentrale Rolle; jeder Zahn muss in einer bestimmten Art angeordnet sein. Dieses grosse Know-how mussten wir nutzen», sagt Bruno Erzinger, Geschäftsführer und massgeblicher Verantwortlicher bei der Neuausrichtung.

Genau dieses Wissen ist bei Operationen am Knochen, beispielsweise beim Einsetzen von künstlichen Gelenken, gefragt. Trotz hoher regulatorischer Auflagen und Eintrittshürden entschied sich die Geschäftsleitung für die Spezialisierung auf hoch komplexe Sägeblätter und Raspeln. Man setzte auf das richtige Pferd. Die Präzisionsinstrumente aus dem Wallis sind heute hoch im Kurs. Sie sind in 13 Ländern und in der Schweiz in gut 40 Spitälern vertreten. «Wir setzen voll auf Swiss Quality, alles ist zu hundert Prozent in der Schweiz produziert. Und alle Schritte passieren bei uns im Haus», sagt Erzinger. «Nur so haben wir die Qualität im Griff.» Als er 2008 vor der gesamten Belegschaft verkündete, die Produktionszeit eines Sägeblatts von sechs Wochen auf zwei Tage reduzieren zu wollen, machte sich Unglauben breit. Vier Jahre und einige investierte Millionen später war das Ziel tatsächlich erreicht. Die deutlich kürzere Durchlaufzeit bedeutet eine rasche Reaktionszeit, hohe Liefertermintreue und somit eine hohe Wettbewerbsfähigkeit.

Die Gomina ist der grösste Ganzjahresarbeitgeber im Goms. «Ein Standortwechsel kommt für uns nicht in Frage», betont Erzinger. «Die hohe Verbundenheit der Gommer mit der Gomina hat für uns ebenso Vorteile wie für sie.» Da es schwierig ist, hoch qualifiziertes Personal in die Oberwalliser Berge zu holen, setzt die Gomina auf Leute vor Ort. Mit Umschulungen und Weiterbildungen kann das Wissen im Betrieb gebunden und ständig weiterentwickelt werden. So strahlt nicht nur das Gebäude der Gomina weiterhin ins Tal, auch für die Menschen bedeutet dies eine sichere Zukunft.
 

Steckbrief

Projektname: Gomina AG

Ort: Niederwald/VS

Projektträger: Bruno Erzinger

Projektstart: 2001 (Gründung Gomina AG 1974)

Investitionsvolumen: CHF 5 Mio. in den letzten 5 Jahren

Produkte: Sägeblätter und Raspeln für die Knochenchirurgie für über 40 Spitäler in der Schweiz

Anzahl Mitarbeitende: 30 Mitarbeitende, 90% davon aus dem Goms

Kontakt: www.gomina.ch