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«Jetzt hat man überall einen tollen Ausblick.»

Mit Blick vom Aletschgletscher bis zum Matterhorn verfügt das Walliser Hotel Belalp über eine der spektakulärsten Aussichten der Schweiz. 2011 wurde das historische Gebäude mit Unterstützung der Schweizer Berghilfe umfassend saniert. Im neuen Panoramarestaurant und auf der Terrasse können die Pächter Irene und Luigi Bertei nun deutlich mehr Gäste bewirten als zuvor.

März 2015 / 
Herr Bertei, das Hotel Belalp ist nur zu Fuss erreichbar. Nehmen jetzt im Winter viele Gäste diesen Weg auf sich?
Wer uns besuchen will, hat schliesslich keine andere Möglichkeit (lacht). Einen Personentransport zum Hotel gibt es nicht. Aber die Strecke ist präpariert, so dass man die halbe Stunde hierher auch im Winter gut zu Fuss gehen kann. Gerade stecken wir aber mitten im Skibetrieb und viele Restaurantgäste fahren mit den Skiern direkt von der Piste zu uns. Und die 23 Zimmer des Belalp sind im Winter fast immer ausgebucht.
 
Und wie läuft es im Sommer?
In den Sommermonaten werden viele Zimmer im Voraus für Wochenendanlässe gebucht – für Familienfeste zum Beispiel, oder Hochzeiten. Ansonsten ist die Zahl der Besucher im Sommer sehr wetterabhängig und Buchungen erreichen uns oft kurzfristig. Dabei profitieren wir von der Hängebrücke, die von der Riederalp zur Belalp führt. Und auch die Neat beschert uns dank schneller Verbindungen aus Zürich und Bern gute Gästezahlen.
 
Was hat sich seit der Sanierung vor einigen Jahren verändert?
Früher hatten wir auf der Terrasse Platz für 150 Leute und im Restaurant für 30. Dabei wurde der Innenraum wegen der fehlenden Aussicht von den Besuchern kaum genutzt. Im Winter oder bei schlechtem Wetter kamen viele Leute gar nicht erst, weil sie wussten, dass der Platz knapp ist. Mittlerweile gibt es draussen 120 und drinnen 100 Sitzplätze und beide Teile des Restaurants füllen sich, weil man jetzt überall einen tollen Ausblick hat. Gleich nach dem Umbau wollten sich viele das Resultat ansehen und wir verzeichneten etwa 20 Prozent mehr Gäste – und dieses Niveau konnten wir beibehalten. 
 
Haben Sie zum Umbau Rückmeldungen von den Kunden erhalten?
Wir bekommen sehr viele Rückmeldungen, sowohl von Einheimischen, als auch von auswärtigen Gästen. Vor allem, was den Innenbereich anbelangt, kommt es oft zu positivem Feedback. Im Panoramarestaurant kann man jetzt nämlich auch bei schlechtem Wetter den Ausblick geniessen, egal, ob es neblig ist, oder ob Wolken vorbeiziehen. Zu Beginn gab es aber auch den einen oder anderen Gast, der Mühe hatte mit den Veränderungen. Das waren dann die Leute, die eine Weile nicht mehr vorbeikamen, später aber oft trotzdem Komplimente zum Umbau machten. 
 
Wer sind Ihre Gäste?
Gerade sind es vor allem Skigäste, Spaziergänger oder Schneeschuhläufer. Ein Grossteil der Gäste sind Schweizer, was wohl daran liegt, dass das Skigebiet hier ein Geheimtipp ist. Ausserdem beschränkt sich die Werbung für das Hotel Belalp weitgehend auf die Schweiz. Das hat aber den Vorteil, dass wir von der Eurokrise grösstenteils verschont geblieben sind, auch im Restaurantbetrieb. Das liegt auch daran, dass wir viele Wiederkehrer unter unseren Gästen haben.
 
Woher wissen die Gäste vom Hotel?
Dass das Hotel Belalp in einem Unesco-Weltnaturerbe liegt, kommt uns zugute, weil in diesem Rahmen viel Werbung gemacht wird. So ist das Hotel beispielsweise oft als Motiv auf entsprechenden Fotos zu sehen. Viel ist auch Mund-zu-Mund-Propaganda. Ansonsten machen wir wenig Werbung, abgesehen von einigen Inseraten hin und wieder.
 
Sind weitere Arbeiten am Hotel geplant?
Im Frühling wird die alte Gaststube des Hotels zu  einem Aufenthalts- und Fernsehraum für die Hotelgäste umgebaut. Damit gehen wir auf die Bedürfnisse der Kunden ein. Ansonsten läuft bereits alles so, wie es sollte. Noch mehr zu vergrössern ist kein Thema.
 
Wie lange werden Sie und Ihre Frau Irene noch Pächter des Hotels Belalp sein?
So lange wir gesund sind und Spass daran haben. Das ist das Wichtigste. Es freut uns, unseren Gästen die Bergwelt näher zu bringen. Und das können wir hier – jetzt noch besser als vorher.
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