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Eine Zukunft für die Dorfbeiz

Ein wichtiger Teil des Seewiser Dorflebens spielt sich in der «Chesa» ab, der einzigen Dorfbeiz. Das Restaurant von Mathias Elmer ist Bar, Vereinslokal, Jugendhaus, Seniorentreff und Take-Away. Nicht alles gleichzeitig, aber alles zusammen. Doch das Haus ist alt, die Einrichtung nicht mehr zeitgemäss. Ein Umbau lässt sich nicht länger herauszögern. Aber das Budget reicht nicht dafür.

Das Glöckchen bimmelt, die Türe knallt. «Ciao Thomas. Bin gleich bei dir», ruft Mathias Elmer aus der Küche heraus. «Manche Stammgäste brauche ich gar nicht zu sehen. Die erkenne ich bereits an der Art, wie sie zur Tür hereinkommen», sagt er, schiebt noch kurz eine Pizza in den Ofen und läuft von der Küche durch die Gaststube in die Bar zu Thomas. Dann: Bier zapfen, Zigaretten verkaufen, Gläser abtrocknen, den neusten Witz anhören, die Pizza nicht vergessen, einkassieren, ein Sandwich machen, neue Gäste begrüssen, andere verabschieden. Und dazwischen immer wieder in die Küche. Hinter die Bar. In die Küche. Hin und her.

Mittwoch bis Sonntag steht Mathias von 16.30 bis 1 Uhr nachts in seiner «Chesa» im Herzen des Dorfes Seewis im Prättigau. Am Vormittag, für den Znüni, hat die Beiz sogar jeden Tag geöffnet. Diese Schicht übernehmen allerdings abwechselnd Mathias’ drei Teilzeitangestellten. «Alles ist darauf ausgelegt, dass eine einzelne Person den Betrieb führen kann», erklärt er. Darum steht der erfahrene Koch auch nur noch einmal pro Monat hinter dem Herd, um das Dorf mit einem speziellen Menü wie einem Hirschrücken zu verwöhnen. Aber auch im Alltag muss niemand hungern. Pizzen, Sandwiches, Pommes und feine, im Pizzaofen gegarte Fleischstücke bereitet Mathias auch nebenher zu.

Ein Dorfleben ohne die «Chesa» kann sich hier kaum einer vorstellen. «Sie ist der einzige Treffpunkt im Dorf. Weil viele im Tal unten arbeiten, würde man sich sonst kaum noch sehen», sagt Stammgast Lesek Purek. Diesen Sommer erfahren er und die anderen rund 1000 Seewiser während zwei Monaten, wie das Leben ohne «Chesa» wäre. Dann schliesst Mathias vorübergehend die Türen für den schon lange geplanten Umbau. Weil die Küche den Anforderungen der Lebensmittelkontrolleure nicht mehr genügt, lässt sich die Sanierung nicht weiter herauszögern. Den Charm der Dorfbeiz will Mathias beim Bau erhalten, aber viele Massnahmen umsetzen, die den Arbeitsablauf erleichtern. Die Küche öffnen und in den Gastraum integrieren zum Beispiel. Oder das Sääli, das kaum genutzt wird, weil es so abgelegen liegt, besser zugänglich machen.

Damit Mathias Elmer seine «Chesa» umbauen kann, hat die Schweizer Berghilfe ihre Unterstützung im Umfang von 60’000 zugesagt. 6000 Franken davon fehlen uns noch. Helfen Sie mit, diesen Betrag zu sammeln und die Zukunft der einzigen Dorfbeiz von Seewis zu retten.