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Raus aus dem Schlamm

Als José Métile vor zehn Jahren von Milch- auf Fleischwirtschaft umstellte, musste das aus finanziellen Gründen ohne grosse bauliche Anpassungen gehen. Das Resultat: Viel Dreck und noch mehr Arbeit. So kann es nicht weitergehen. Ein offener Unterstand für das Futter der Kühe soll einfach und relativ günstig Abhilfe schaffen.

Bei jedem Schritt zieht der Schlamm an den Gummistiefeln. Der Boden rund um den Kuhstall ist komplett aufgeweicht, die Siloballen liegen im braunen Matsch. «So kann es einfach nicht weitergehen», sagt Landwirt José Métile. «Egal, was man macht, alles ist immer dreckig.»

Zugegeben, wir haben uns für unseren Besuch auf dem Bauernhof La Lomène in St-Ursanne einen besonders garstigen Tag ausgesucht. Es hat zuvor so fest geregnet, dass der Doubs über die Ufer getreten ist. Im historischen Städtchen hat er Keller gefüllt, und auch bei José fliesst er plötzlich sehr nahe am Haus vorbei. Aber auch bei schönstem Wetter sind die Arbeitsbedingungen alles andere als ideal. Als José vor zehn Jahren mit Melken aufhörte und stattdessen auf Bio-Fleischproduktion setzte, ging die Umstellung aus finanziellen Gründen ohne grosse bauliche Änderungen vonstatten. Die Kühe kamen in den Unterstand, in dem zuvor die Freiberger Pferde waren, die José züchtet, trainiert und dann verkauft. Die Pferde, die nicht im alten Kuhstall Platz fanden, brachte José in einem provisorischen Unterstand unter.

Aus dem Provisorium wurde ein Providurium. Und irgendwie ging es ja auch immer. Aber alles ist  viel aufwändiger und arbeitsintensiver als es eigentlich sein müsste. Zum Beispiel der Fressplatz der Kühe. Heute schüttet José das Heu für die Tiere einfach in eine Art offener Krippe. Das funktioniert zwar, aber weil nicht alle Tiere gleichzeitig fressen können, gibt es immer ein Gedränge und Rangeleien. Also nehmen die etwas schwächeren Tiere einfach ein Maul voll Heu und ziehen sich damit zum Kauen ein paar Schritte zurück. Weil gesittete Tischmanieren nicht zu den Stärken von Josés Rindern gehören, fällt dabei viel Heu zu Boden. Dort vermischt es sich mit Dreck und Mist und verstopft den Spaltenboden, der eigentlich für einen sauberen Untergrund sorgen sollte, weil der Mist direkt ins darunterliegende Güllenfass fällt.

Ein gedeckter Unterstand mit einzelnen Fressplätzen, an denen José seine Kühe bei kleineren Blessuren auch behandelt kann, würde dieses Problem beheben. Und auch mit dem ewigen Schlamm, dem nassen Silofutter und den mehr schlecht als recht untergestellten Maschinen Schluss machen. Aber er kostet. Mehr, als sich José Métile leisten kann. Deshalb hat er bisher immer auf die Zähne gebissen und die Mehrarbeit in Kauf genommen.

Nun sind aber noch weitere Baustellen dazugekommen: Im alten Kuhstall sind die Balken morsch und müssen ersetzt werden, ausserdem verlangt der Kanton aus Gewässerschutzgründen einen gedeckten Miststock. Und an die von der Gemeinde geplante Erneuerung der Zufahrtsstrasse wird er ebenfalls einen Beitrag leisten müssen. José kam also nicht darum herum, sich zu überlegen, ob er sich wirklich nochmals verschulden, alle Ersparnisse aufbrauchen und in seinen Hof investieren will. Oder ob er schweren Herzens aufgibt. Den Ausschlag gab Nolan. Sein 13-jährige Sohn ist mit Herz und Seele Bauer. Er verbringt jede freie Minute im Stall oder auf den Weiden. Er will unbedingt Bauer werden und den Hof einmal übernehmen. «Seine Begeisterung motiviert mich. Ich möchte ihm unbedingt einmal einen intakten und gut funktionierenden Betrieb übergeben können.»  

Um mit den Bauarbeiten beginnen zu können, fehlen noch 88’000 Franken. Helfen Sie mit, diesen Betrag zu sammeln. Sie sichern damit nicht nur die Zukunft von José Métile, sondern auch die seines Sohns Nolan.