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Naturnaher Tourismus sichert Existenz im Berggebiet

Adliswil, 26. Januar 2017 – Das Schweizer Berggebiet ist als Reisedestination und Naherholungsgebiet längst kein Geheimtipp mehr. Gerade kleinere Betriebe abseits der touristischen Zentren stehen aber vor grossen Herausforderungen: die Saison ist kurz, die Wege sind weit. Wo Ideen für nachhaltig erfolgreiche Projekte da sind, es aber an Mitteln fehlt, unterstützt die Schweizer Berghilfe und fördert damit die Ent­wicklung des Tourismus mit hohem Bezug zu Natur und Bergkultur. Jetzt ruft die Schweizer Berghilfe in ihrer nationalen Sammelkampagne vom 29. Januar bis 12. Februar zur Unterstützung der Gastgeber im Schweizer Berggebiet auf.

Das Wirtschaften für Tourismusbetriebe im Schweizer Berggebiet ist eine grosse Heraus­forderung. Erst recht abseits der touristischen Ballungszentren, wo Investoren oder Rück­lagen fehlen, um Tourismusprojekte zu realisieren oder bestehende Betriebe zu moderni­sieren. Doch gerade hier, in ruhigen, abgelegenen Tälern, gibt es Potenzial für naturnahen und authentischen Tourismus. «Viele Hotels im Schweizer Berggebiet beispielsweise haben Investitionsbedarf, aber es fehlt an Mitteln für die konkrete Umsetzung», erklärt Geschäfts­führerin Regula Straub. «Nach sorgfältiger Prüfung der Projekteingabe leisten wir hier oftmals den fehlenden, aber entscheidenden Beitrag.»

Land- und Gastwirte in einem

Die Projektunterstützung der Schweizer Berghilfe sichert die Lebensgrundlagen der Men­schen im Berggebiet und verhindert damit die Abwanderung. So bei Familie Baschung in Nufenen am San Bernardino. Um für sich und ihre vier Söhne neben der Berglandwirtschaft ein zweites Standbein zu schaffen, haben Cornelia und Philipp ein Bed & Breakfast einge­richtet. Das authentische Bergbauernerlebnis bekommen die Gäste gleich dazu: Sie dürfen im Landwirtschaftsbetrieb von Familie Baschung auf Besichtigungstour gehen oder direkt im Stall und auf dem Feld mit anpacken. Ein gefragtes Angebot: Mit der Unterstützung der Schweizer Berghilfe werden noch weitere Zimmer für Übernachtungsgäste ausgebaut.

Naturerlebnis im Berghotel

Auch Sara und Romano Frei fehlte es nicht an der Geschäftsidee, als sie sich nach einer neuen Existenzgrundlage umsahen. Sie führten die Leglerhütte in den Glarner Bergen mit viel Engagement und wussten, wie gut die Abgeschiedenheit der Glarner Berge als Touristen­magnet funktioniert. Mit der Familiengründung war jedoch klar, dass sie einen Kompromiss zwischen Hüttenleben und Schulweg finden mussten. Gleich an der Bergstation der Seilbahn zur Mettmenalp haben Freis ihre Idee nun umgesetzt: Der Charme einer rustikalen Berghütte und der Komfort eines modernen Hotels, geschickt kombiniert im neu eröffneten Berghotel Mettmen. Der moderne, dreistöckige Holzbau war ein Grossprojekt, auch für die Schweizer Berghilfe. Mit sieben neuen Vollzeitstellen im Hotelbetrieb und der besseren Auslastung für die Luftseilbahn Kies-Mettmen ist die wirtschaftliche Bedeutung in der Region jedoch entscheidend für das Engagement der Berghilfe.

Agrotourismus à la Suisse romande

Von den Waadtländer Alpen bis in den Jurabogen: Auch in den Westschweizer Bergregionen ist der Agrotourismus ein bedeutendes Wirtschaftsstandbein. Wo Wachstum keine Option ist, weiss die Bergbevölkerung sich mit Diversifizierung zu helfen. So in der Ferme de la Sciaz in La Lécherette, seit 1921 in Besitz der Familie Isoz. Den Hof hat die Familie um eine Produktions­stätte für Charcuterie- und Käse-Spezialitäten erweitert. An ihrem Table d’Hôtes bewirten sie mit regionalen Spezialitäten bis zu 20 Gäste in echtem Hof-Ambiente.

40 Tourismusprojekte im Jahr 2016

In den vergangenen zehn Jahren hat die Schweizer Berghilfe rund 28 Millionen Franken in nachhaltig erfolgreiche Tourismusprojekte investiert. Damit sicherte sie die Umsetzung von 290 Projekten abseits der touristischen Zentren und bringt damit gleich doppelt Leben in die Berge: Indem Projektträger, oftmals Familienbetriebe, weiterhin ihre Existenzgrundlage er­wirtschaften können, und indem diese den Touristen die Schweizer Bergregionen auch fernab des Massentourismus zugänglich machen. Wie die Familie Baschung in Nufenen, die Freis auf der Mettmenalp und die Familie Isoz in La Lécherette, haben sich im vergangenen Jahr 40 Tourismusbetriebe auf die Unterstützung der Schweizer Berghilfe verlassen können. 2016 gingen über 3 Millionen Franken der rein mit Spenden finanzierten Stiftung an Projekt­träger im Bereich Touristik.

Für lebendige Berggebiete

Die rein spendenfinanzierte Stiftung hilft aber nicht nur im Tourismus. Insgesamt unterstützte sie im Jahr 2016 mit 25.4 Millionen Franken 561 Projekte aus den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus, Wald und Holz, Bildung, Energie, Gewerbe, Gesundheit sowie Nothilfe. «Wenn sich die Schweizer Berghilfe dazu entscheidet, ein Projekt zu unterstützen, dann muss dies dem Prinzip der ‹Hilfe zur Selbsthilfe› entsprechen», sagt Geschäftsführerin Regula Straub. «So kann eine langfristige positive Wirkung der Projekte sichergestellt werden.» Ein Fakt, den auch die Spenderschaft der Schweizer Berghilfe schätzt. Mit 25.1 Millionen Franken an Zu­wendungen und Spenden im Jahr 2016 zeigten breite Kreise der Schweizer Bevölkerung ihre Solidarität und Treue für lebendige Berggebiete.

Medienkontakt

Ivo TorelliIvo Torelli
Leiter Fundraising und Kommunikation

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