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Prix Montagne 2017: Der Wettbewerb läuft — neu mit Publikumspreis

Unternehmerinnen und Unternehmer, die im Schweizer Berggebiet erfolgreich wirtschaften und zur Beschäftigung beitragen, haben dieses Jahr erneut die Gelegenheit, den mit 40 000 Franken dotierten Prix Montagne zu ge­winnen. Bewerbungen können bis zum 30. April eingereicht werden. Ab diesem Jahr gibt es zusätzlich die Möglichkeit, einen Publikumspreis von 20 000 Franken zu gewinnen, der von der Mobiliar, der ältesten privaten Versicherungsgesellschaft der Schweiz, gestiftet wird.

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) und die Schweizer Berg­hilfe verleihen 2017 zum siebten Mal den Prix Montagne. Seit 2011 zeichnet der Prix Mon­tagne jährlich Macherinnen und Macher aus, die im Berggebiet seit mindestens drei Jahren erfolgreich wirtschaften, Arbeitsplätze schaffen oder zur Diversifikation der Wirtschafts­strukturen beitragen. Projekte aus allen Wirtschaftszweigen können sich um den mit 40 000 Franken dotierten Preis bewerben. Seit 2011 wurden bereits 39 Projekte nominiert. «Diese sind thematisch zwar sehr unterschiedlich, haben aber eines gemeinsam: Sie sind wirt­schaftlich erfolgreich und erhöhen die Wertschöpfung in ihrer Region», so Jury-Präsident Bernhard Russi. «Damit leisten die Initianten einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung unse­rer Bergregionen.»

Auch Randregionen sind erfolgreich

Der letztjährige Prix Montagne ging an die Gomina AG aus Niederwald/VS. Seit 1974 ist sie ein wichtiger Arbeitgeber im Goms und wirtschaftet erfolgreich: Sie stellt heute hochpräzise Sägeblätter und Raspeln für die Knochenchirurgie her, die in Operationssälen der ganzen Welt im Einsatz sind. Damit sichert sie 35 Mitarbeitenden einen Arbeitsplatz. «Die Gomina zeigt, dass man auch in einer Randregion erfolgreich wirtschaften und Arbeitsplätze schaffen kann. Genau das wollen wir mit dem Prix Montagne auszeichnen», sagt Russi. «Auch in diesem Jahr suchen wir wieder nach Projekten, die andere Menschen in den Ber­gen inspirieren können.»

Preisverleihung Anfang September

Bis zum 30. April können sich Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Berggebiet mit ihren Projekten für den Prix Montagne bewerben. Nach dem Ablauf dieser Frist wird die Jury eine Auswahl an Projekten nominieren, die bei der Preisverleihung dabei sein werden. Als Voraussetzung gilt, dass ein Projekt seit mindestens drei Jahren wirtschaftlich erfolgreich ist. Zudem werden sämtliche Projekte auf ihren Einfluss auf die Wertschöpfung, Arbeitsplatz­entwicklung, Diversifikation der Wirtschaftsstrukturen in ihrer Bergregion sowie auf ihren Modellcharakter hin geprüft. Am 5. September werden in Bern aus dem Kreis der Nominierten die beiden Gewinnerprojekte erkoren, die den mit 40 000 Franken dotierten Prix Montagne beziehungsweise den mit 20 000 Franken dotierten Publikumspreis erhalten.

 

Prix Montagne: Die sechs Siegerprojekte 2011 bis 2016

Preisgewinner 2016: Gomina AG, Niederwald / VS

Die Gomina AG stellt hochpräzise Sägeblätter und Raspeln für die Knochenchirurgie her und bietet in einer Randregion 35 Mitarbeitenden eine Arbeitsstelle. Damit ist sie die grösste Ganzjahresarbeitgeberin im Goms. Die von ihr gefertigten Präzisionsinstrumente sind in 14 Ländern und in der Schweiz in gut 45 Spitälern vertreten.

Preisgewinner 2015: Haushaltservice der Urner Bäuerinnen, Altdorf / UR

Unter dem Namen „Haushaltservice der Urner Bäuerinnen“ bieten 75 Urnerinnen ausserhalb ihrer Höfe professionelle Dienstleistungen an: Sie kümmern sich um Jung und Alt, kochen für ganze Familien, helfen bei der Hausarbeit, übernehmen Reinigungsaufträge oder beliefern Anlässe mit selbstgemachten Spezialitäten.

Preisgewinner 2014: „La Cavagne“, Troistorrents / VS

La Cavagne heisst im Dialekt des Val d’Illiez geflochtener Holzkorb oder Kratten. La Cavagne heisst aber auch der Laden der gleichnamigen Genossenschaft im Unterwallis. 40 Produzenten aus der Region haben sich zusammengetan und verkaufen dort ihre lokalen Produkte. 2013 konnte bereits ein zweites Geschäft eröffnet werden.

Preisgewinner 2013: Festival Musikdorf Ernen, Ernen / VS 

Das Festival Musikdorf Ernen ist in den letzten 40 Jahren zu einem Treffpunkt von Künstlern und Musikliebhabern aus aller Welt geworden. Während sechs Wochen finden jeweils musi-kalische und literarische Veranstaltungen statt. Die Gäste geniessen ihren Aufenthalt im charmanten Walliser Bergdorf; im Jahr 2016 wurden über 6000 Eintrittskarten verkauft.

Preisgewinner 2012: Erlebniswelt Muotathal, Muotathal / SZ 

Die Erlebniswelt Muotathal GmbH bietet naturnahe und hochwertige Tourismuserlebnisse. Kernstück sind begleitete Touren mit Schlittenhunden inmitten der lebendigen Natur. Die Erlebniswelt Muotathal beschäftigt heute sieben Vollzeit- und über 35 Teilzeitmitarbeitende, und ist in der Randregion zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden.

Preisgewinner 2011: Braugerstenanbau Gran Alpin, Tiefencastel / GR

Was mit ursprünglich 35 Bergbauern begann, ist heute ein Zusammenschluss von knapp 100 Getreideproduzenten. Die Genossenschaft Gran Alpin baut oberhalb von 1000 Meter über Meer erfolgreich Bio-Braugerste an. Sie sichert sich damit wichtige Zusatzeinkünfte und leistet einen Beitrag zur Artenvielfalt. Die Qualitäts-Gerste wird an Schweizer Brauereien verkauft, die daraus schmackhafte Biere brauen.

Prix Montagne: Die Kriterien

Für den Prix Montagne können dokumentierte Projekte eingereicht werden, die im Schweizer Berggebiet ihre Wir­kung entfalten. Beurteilt werden die Wettbewerbsprojekte im Wesent­lichen danach, ob sie

  • seit mindestens drei Jahren wirtschaftlich erfolgreich sind.
  • einen Beitrag zur Wertschöpfung und Beschäftigung oder zur wirtschaftlichen Vielfalt in einer Bergregion leisten.
  • das Potenzial haben, von Anderen aufgenommen und weiterentwickelt zu werden (Modell­charakter).
     

Die detaillierten Ausschreibungsunterlagen finden sich auf www.berghilfe.ch/prixmontagne.  Die Be­werbungsdossiers können ab sofort mit dem Vermerk „Prix Montagne 2017“ an die Geschäftsstelle der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB),
Seilerstrasse 4, Postfach, 3001 Bern, und eine digitale Kopie an info@sab.ch,
gesandt werden.

Prix Montagne: Die Jury

  • Bernhard Russi (Präsident), ehemaliger Skirennfahrer, Berater
  • Jean-Claude Biver, VR-Präsident Hublot SA
  • Hans Rudolf Heinimann, Professor für Forstliches Ingenieurwesen ETH Zürich
  • Peter Niederer, Ressortleiter Regionalentwicklung SAB
  • Jean-François Roth, Präsident Schweiz Tourismus
  • Sandra Weber, Gemeindepräsidentin Hasliberg BE
  • Kurt Zgraggen, Leiter Projekte und Partnerschaften Schweizer Berghilfe

 


Die Nominierten 2016

Bernatone Alphornbau GmbH, Habkern/BE

Heinz Tschiemer hat mit der Alphornbau Bernatone GmbH die Wertschöpfung vom Tal nach Habkern geholtIm Familienbetrieb von Heinz und Marietta Tschiemer werden Alphörner aus heimischem Holz hergestellt.


Fondazione Alpina per le Scienze della Vita, Olivone/TI

Das Labor des Ausbildungsinstituts ermöglicht jährlich 4000 Schülern und Studenten Weiterbildungen in NaturwissenschaftenHochqualifizierte Arbeitsplätze können auch im Berggebiet geschaffen werden. Das beweist die Fondazione Alpina per le Scienze della Vita (Alpine Stiftung für die Lebenswissenschaften).


Gomina AG, Niederwald/VS

Die Gomina AG, unter der Leitung von Bruno Erzinger (2. von links), ist mit 30 Mitarbeitenden die grösste Ganzjahresarbeitgeberin im Goms.Die Gomina stellt hoch präzise Sägeblätter und Raspeln für die Knochenchirurgie her und bietet in einer Randregion 30 Mitarbeitenden eine Stelle.


Hotel Piz Linard, Lavin/GR

Der Gastgeber Hans Schmid gönnt sich nur selten eine Pause und kennt seine Gäste.jpgIm Unterengadiner Dorf Lavin liegt das Hotel und Restaurant Piz Linard. Es hebt sich mit seinem speziellen Konzept, dem Einbezug lokaler Produzenten und seiner Rolle als Pulsader des 200-Seelen Dorfs von anderen Hotels ab.


Partnerschaft Belalp Bahnen AG, Gemeinde und Burgerschaft Naters, Naters/VS

Haben zusammengespannt - Thomas Schmid von der Burgerschaft Naters (links), Klaus Zurschmitten von den Belalp Bahnen und Manfred Holzer von der Gemeinde NatersIn der Feriendestination Blatten-Belalp oberhalb von Naters im Kanton Wallis läuft es. Dank der privat-öffentlichen Partnerschaft zwischen der Belalp Bahnen AG, der Gemeinde und der Burgerschaft Naters.


WarmesBett, Ilanz/GR

Die beiden Initianten von WarmesBett, Claudio Quinter (links) und Gian Derungs, konnten in Lumbrein den ersten Zweitwohnungseigentümer von ihrer Idee überzeugenWarme Betten sind das Ziel jeder Tourismusregion. In der Bündner Surselva, wo viele leerstehende Zweitwohnungen die Dorfbilder prägen, bietet die Plattform WarmesBett über 80 Wohungen und Häuser zur Miete an.

Kontakt

Schweizer Berghilfe
Anja Hammerich
Telefon 044 712 60 74
Prix Montange 2016 Alphornbläser.
Preisverleihung des Prix Montagne 2016.
Prix Montagne Jury-Präsident und Moderator der Preisverleihung Bernhard Russi.
Willy Gehriger, Stiftungsratspräsident der Schweizer Berghilfe, bei seiner Ansprache bei der Preisverleihung des Prix Montagne 2016.
Präsentation der Nominierten-Videos bei der Preisverleihung des Prix Montagne 2016.
Prix Montagne Jury-Mitglied Hans Rudolf Heinimann hält seine Laudatio.
Prix Montagne Jury-Mitglied Jean-François Roth hält seine Laudatio.
Prix Montagne Jury-Mitglied Kurt Zgraggen hält seine Laudatio.
Prix Montagne Jury-Mitglied Peter Niederer hält seine Laudatio.
Prix Montagne Jury-Mitglied Viola Amherd hält ihre Laudatio.
Publikum bei der Preisverleihung des Prix Montagne 2016.
Prix Montagne Jury-Präsident Bernhard Russi (links) und Willy Gehriger, Stiftungsratspräsident der Schweizer Berghilfe, enthüllen den Preisträger des Prix Montagne 2016.
Freude bei Prix Montagne Gewinner Bruno Erzinger (rechts) von der Gomina AG und seinem Sohn.
Prix Montagne Gewinner Bruno Erzinger von der Gomina AG.
Prix Montagne Gewinner Bruno Erzinger (rechts) und Urs Mutter (Mitte) von der Gomina AG mit Jury-Präsident Bernhard Russi.
Die Preisskulptur des Prix Montagne 2016 ist ein Abbild des Wildhuser Schafberg.
Prix Montagne Gewinner Gomina AG.
Prix Montagne Nominierte der Bernatone Alphornbau GmbH.
Prix Montagne Nominierte der Fondazione Alpina per le Science della Vita
Prix Montagne Nominierte des Hotels Piz Linard.
Prix Montagne Nominierte der Prix Montagne Nominierte Partnerschaft Belalp Bahnen, Gemeinde und Burgerschaft Naters.
Prix Montagne Nominierte von WarmesBett.
Prix Montagne Jury (von links): Kurt Zgraggen, Jean-François Roth, Peter Niederer, Viola Amherd, Bernhard Russi, Hans Rudolf Heinimann (nicht im Bild: Jean-Claude Biver).
Thomas Egger, Direktor der SAB, und Regula Straub, Geschäftsleiterin der Schweizer Berghilfe, bei der Preisverleihung des Prix Montagne 2016.
Prix Montagne Gewinner Bruno Erzinger von der Gomina AG im Fokus der Medien.

Fotogalerie: Preisverleihung Prix Montagne 2016