Sie sind hier

Von Kratten und Fleischplatten

La Cavagne heisst im Dialekt des Val d’Illiez geflochtener Holzkorb oder Kratten. La Cavagne heisst aber auch der Laden der gleichnamigen Genossenschaft im Unterwallis. Vierzig Produzenten aus der Region haben sich zusammengetan und verkaufen dort ihre lokalen Produkte. 2013 konnte bereits ein zweites Geschäft eröffnet werden.

Die Genossenschaft La Cavagne entstand im Jahr 2006. Ihr Ziel war es, ein Einkommen für die Bauern aus der Region zu generieren und diesen so eine Zukunft zu ermöglichen. Der Plan bestand darin, deren lokale Produkte in einem gemeinsamen Verkaufslokal anzubieten. Wenige Monate später öffnete in Troistorrents, oberhalb von Monthey, der Laden La Cavagne seine Türen. Sechs Jahre nach der Gründung der Genossenschaft ist der Präsident Serge Mariétan noch immer überwältigt davon, dass das Zusammenbringen der Bauern aus der Region so einfach geglückt ist. „Unter den Landwirten gibt es viele Einzelgänger. Natürlich zweifelten auch ein paar am Erfolg. Als wir jedoch begannen, für unsere Idee zu weibeln, waren alle begeistert dabei“, so Mariétan. Die Skeptiker wurden eines Besseren belehrt. Durch die ideale Lage des Ladens, an der vielbefahrenen Durchgangsstrasse zwischen Monthey und Champéry, wird eine Vielzahl von Kunden angelockt. La Cavagne erwirtschaftet mittlerweile einen Umsatz von einer Million Franken, und die Zahlen steigen stetig.
 
Regionalität kommt zuerst
Der Erfolg von La Cavagne liegt aber nicht nur an der Lage des Ladens. Vor allem die vielfältige Auswahl an qualitativ hochwertigen und regionalen Produkten ist ausschlaggebend. Milch- und Fleischprodukte wie Käse, Ziger, Joghurts, Würste, Schinken und Trockenfleisch, machen rund 60 Prozent des Sortiments aus. „Daneben verkaufen wir aber auch Wein, Honig, Konfitüren und Bisquits“, so Serge Marétan. „Und wir bieten Früchte und Gemüse aus dem Kanton Wallis an. Auch Kunsthandwerk kann man kaufen, beispielsweise die typischen Körbe, die La Cavagne ihren Namen gegeben haben.“ Auf Wunsch füllt das Team von La Cavagne diese mit regionalen Produkten, so werden sie zu Geschenkkörben. Auch der Apéroservice mit Käse- oder Fleischplatten wird rege genutzt.
 
In der Hochsaison täglich geöffnet
Im Verkaufslokal, das sich etwa drei Kilometer oberhalb von Monthey befindet, arbeiten sechs Personen. Sie teilen sich 250 Stellenprozente. Im neu entstandenen Laden in Champéry wurde eine 100 Prozent-Stelle geschaffen, die von drei Personen besetzt wird. „Wir sind vor allem durch unsere Kunden auf die Idee gekommen, einen zweiten Laden zu eröffnen. Sie wünschten sich eine Einkaufsmöglichkeit im Dorf Champéry“, sagt Mariétan. „Zuerst befürchteten wir, dass sich die beiden Läden gegenseitig die Kundschaft streitig machen, aber das ist zum Glück nicht eingetroffen.“ Die Öffnungszeiten von La Cavagne entsprechen sowohl den Bedürfnissen der einheimischen Kunden, als auch derer, die auf der Durchfahrt hineinschauen. Während der touristischen Hochsaison ist der Laden jeden Tag geöffnet, auch am Wochenende.
 
Es gibt noch viel zu tun
Um den Fortbestand von La Cavagne und der beteiligten Landwirte zu sichern, sind noch einige Ausbauschritte geplant. Das Angebot soll noch vielfältiger, der Laden besser ausgeschildert werden und auch in Werbung will die Genossenschaft mehr investieren. Für Serge Mariétan ist besonders wichtig, die Bauern weiter zu ermuntern, selber zu produzieren.

Steckbrief

Projektname: La Cavagne
Projektträger: Société coopérative La Cavagne
Projektstart: 2006
Produkte: Regional produzierter Käse, Fleisch, Wein, Honig, Konfitüren, Bisquits, Früchte und Gemüse sowie Kunsthandwerk
Jährlicher Umsatz: eine Million Franken
Beteiligte Produzenten: 40 Landwirte
Genossenschaftsmitglieder: 123 Mitglieder
Arbeitsplätze in den Läden: 350 Stellenprozent