Kita Gogwärgi
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Eine Kita gegen die Abwanderung

Um der Abwanderung entgegenzuwirken braucht es Stellen im Berggebiet. Aber auch die nötige Infrastruktur für junge Familien. Die Kita Gogwärgi sorgt für beides.

September 2016 / 

In den Bergen zu leben ist schön, aber nicht immer einfach. Eine gute Stelle zu finden ist schwieriger als im Flachland. Und sie nach dem ersten Kind zu behalten, ist für junge Mütter oft unmöglich, weil es an Betreuungsangeboten fehlt. Im Oberwallis hat sich eine Gruppe von Einwohnern zusammengetan, um dies zu ändern. Herausgekommen ist auch dank der Unterstützung der Schweizer Berghilfe die nach einem alten Wort für einen Zwergen benannte Kindertagesstätte Gogwärgi, in der seit anderthalb Jahren in Lax Kinder im Alter von 6 Monaten bis zur Einschulung betreut werden. Zum Zmittag und nach ausserhalb der Schulzeiten werden auch Schulkinder bis zwölf Jahre betreut.

Heute sind es am Morgen vier Kinder, die von Kita-Leiterin Brigitte Furrer und den beiden Praktikantinnen Kerstin Zurbriggen und Jessica Amstutz betreut werden. Kurz vor dem Mittagessen kommen dann nochmals zwei dazu. Sie waren am Vormittag im Kindergarten, der im gleichen Gebäude – einem ehemaligen Schulhaus – untergebracht ist. Zusammen essen Kinder und Betreuerinnen Älplermagronen zum Zmittag. Dann müssen noch die Zähne geputzt werden, bevor man endlich weiterspielen darf. Die beiden Jungs setzen ein Lego-Rennauto in immer neuen Variationen zusammen, und die kleine Mädchen jagen sich unermüdlich durch das Spielhaus und die kleine Rutschbahn herunter.

Auch wenn es beim Abschied vom Mami oft noch einige Tränen gibt – die Kinder sind gern im Gogwärgi, wo sie neue Freunde kennenlernen und mit ihnen spielen können. «Meine eigenen Kinder hatten in diesem Alter leider nur sehr wenig Kontakt mit Gleichaltrigen», sagt Dagmar Furrer, die Gemeinderätin von Fieschertal und Präsidentin des Vereins Kindertagesstätte Gogwärgi ist. «Nur schon deshalb hätte ich es begrüsst, wenn es zu meiner Zeit schon eine Kita gegeben hätte. Aber vor allem wäre ich ab und zu um das zusätzliche Betreuungsangebot froh gewesen.» Für Dagmar Furrer ist die Kita auch ein wichtiges Instrument gegen die Abwanderung. «Wenn man will, dass junge Familien hier bleiben oder sogar von auswärts hierherziehen, dann muss man ihnen auch die entsprechende Infrastruktur bieten.» Nicht zuletzt stärkt die Kita das Goms, weil sie immerhin vier neue Arbeitsplätze geschaffen hat. Die Kitaleiterin Brigitte Furrer stammt ursprünglich aus der Region, musste aber ins Flachland ziehen, um ihren Beruf ausüben zu können. Nun konnte sie zurückkommen.

 
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Brigitte Furrer (links) und die Praktikantinnen Kerstin Zurbriggen und Jessica Amstutz betreuen in der Kita Gogwärgi Kinder im Alter von sechs Monaten bis zur Einschulung.
Im Kreis werden gemeinsam Spiele gespielt und Bilderbücher angeschaut.
Auch einen Zmittag gibt es in der Kita.
Und natürlich gehört auch das Zähneputzen dazu.
Im Gogwärgi knüpfen die Kinder erste Kontakte zu Gleichaltrigen ausserhalb der Familie.
Sie kommen gerne in die Kita, und die Eltern bekommen die Möglichkeit, trotz Kindern einer Berufstätigkeit nachzugehen.
Untergebracht ist die Kita im ehemaligen Schulhaus von Lax im Goms.

Fotogalerie: Kita Gogwärgi