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«Das Käsen fordert mich jeden Tag neu»

Der Neubau einer dringend benötigten Käserei hätte den kleinen Familienbetrieb überfordert – trotz erfolgreichem Geschäftsgang. Die Schweizer Berghilfe unterstützte das Projekt von Mathias Koch, das dem Käser nun Platz für eine Erfolg versprechende Zukunft einräumt.

März 2011 / 

Mathias Koch führt den Käsereibetrieb im beschaulichen Weiler Jakobsbad in zweiter Generation. An die Anfänge der Käserei, die sich im Untergeschoss des Wohnhauses befand, erinnert sich der 34-jährige Käser und Jungunternehmer gut: «1974 beschloss mein Vater, sich auf die Verarbeitung von Ziegenmilch zu konzentrieren. Damit war er der Erste auf dem Schweizer Markt.» Vor elf Jahren übernahm der damals 23-Jährige den Betrieb und baute die Produktion kontinuierlich und voller Elan aus. «Es ist jeden Tag wieder eine Herausforderung, Käse herzustellen. Als ich den Betrieb übernahm, verarbeiteten wir pro Jahr 70‘000 Liter Ziegenmilch, heute ist es etwa das Dreifache.» Damit stiess Koch mit seinem Betrieb an Grenzen. Die Käserei im Keller des Wohnhauses war zu klein, total veraltet und vermochte den hygienischen Vorschriften nur noch knapp zu genügen. Da eine bauliche Sanierung und Vergrösserung der Käserei im Wohnhaus nicht möglich war, entschied Mathias, etwas unterhalb des bestehenden Hauses eine neue Käserei zu bauen. Nur: Trotz des guten Geschäftsganges war es den Kochs nicht möglich, die grossen Investitionen vollumfänglich aus der eigenen Tasche zu berappen. «Ohne Unterstützung der Berghilfe hätten wir das Projekt in der heutigen Form nicht realisieren können», betont Koch.

Gut aufgestellt in die Zukunft

Die neue Käserei, die seit wenigen Wochen in Betrieb ist, bringt verschiedene Vorteile. Koch nennt zwei Beispiele: «Die schweren Milchkannen müssen wir nicht mehr herumschleppen und von Hand wägen, sondern können die angelieferte Milch in den neuen Tank absaugen. Und mit der neuen Pasteur-Anlage kann ein viel grösseres Milchvolumen pasteurisiert werden als vorher, was viel kostbare Zeit spart.» Heute verkauft Koch seine Produkte hauptsächlich an Migros und Coop. Die restlichen zehn Prozent vertreibt er über Spezialitätengeschäfte, regionale Detaillisten, Hotels sowie Restaurants. Im oberen Stock der Käserei ist ein Raum für Besucher eingerichtet, die aus der Vogelperspektive mitverfolgen können, wie Ziegenkäse hergestellt wird. «Wir haben Platz für Gruppen bis zu 50 Personen und bieten auf Wunsch auch einen Apéro und Degustationen von Ziegenprodukten an», erzählt Koch. «Ich will, dass Konsumenten zum Produkt, das sie im Laden kaufen, einen konkreten Bezug schaffen können.»

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