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Kräuter, so weit die Nase reicht

Die Welt der Kräuter ist die Welt von Reto Raselli. Im Puschlav produziert der Bergbauer seit über 30 Jahren Tees und Gewürze.

März 2017 / 

Ein unscheinbares, weisses Haus, direkt am See, umgeben von hohen Bergen. Früher war es  ein Stall, doch heute dringt gedämpfter Maschinenlärm nach draussen. Sobald man hineinkommt, ist das, was das Gehör meldet, jedoch plötzlich unwichtig, und die Nase übernimmt. Es riecht so intensiv nach Kräutern, dass alle anderen Sinne für kurze Zeit in den Hintergrund rücken. Willkommen in der Welt von Reto Raselli, dem Kräuterkönig vom Puschlav. 

Kräuterkönig, so haben ihn die Medien getauft. Denn Reto Raselli ist zwar nicht der einzige, aber der älteste und grösste Kräuterproduzent im Val Poschiavo. Auf seinen Feldern baut er seit den 1980er-Jahren von Zitronenmelisse über Kornblumen bis hin zu Edelweiss alles an, was sich zu Tees und Gewürzen verarbeiten lässt. Zu 40 Tonnen in einem guten Jahr. Alles in Bio-Qualität. Und er verkauft nicht einfach nur die geernteten Kräuter an Verarbeitungsbetriebe im Unterland, je länger je mehr stellt er direkt vor Ort verkaufsfertige Produkte her. So bleibt viel mehr Wertschöpfung im abgelegenen Tal. 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnte er bereits einstellen. Ein Erfolg, der ihm unter anderem im Jahr 2014 eine Nomination für den Prix Montagne einbrachte.

Angefangen hat alles ganz klein. Bauer Raselli stellte seinen Betrieb auf Bio um und baute im Garten einige Heilkräuter an. Schnell war klar, dass sich das milde Klima im Südtal, direkt am See und meist einem leichten Wind ausgesetzt, dafür bestens eignet. Aus den Kräutern entstand Tee, hauptsächlich für den Eigenbedarf. Irgendwann kam der Kontakt zum Zältli-Hersteller Ricola zustande und Reto baute ganz langsam den Kräuteranbau als zweites Standbein neben der Landwirtschaft auf. Es ging Schritt für Schritt weiter. Die Anbauflächen wuchsen, die Anzahl verschiedener Kräuter stieg. Reto fing an, selbst Tee herzustellen und an Coop zu verkaufen. Heute sind seine Tees in Läden in der ganzen Schweiz und unter verschiedensten Marken zu kaufen. Unter dem Namen «Herboria Raselli» vertreibt er seine Produkte mit steigendem Erfolg auch über seinen eigenen Webshop.

Auch wenn er heute eigentlich hauptsächlich Manager ist, trägt Reto doch weder Hemd noch Krawatte, sondern Arbeitshosen und Bergschuhe. Auch kennt er vom Pflanzen übers Jäten, Ernten, Trocknen, Schneiden und Abpacken bis zum Verschicken jeden Arbeitsschritt, der in seiner Firma getan wird. Und den Hof, mit dem alles angefangen hat, führt er noch immer. Doch bald will er ihn an seinen Neffen übergeben. Um den verdienten Ruhestand zu geniessen? Nein, um mehr Zeit für die «Herboria» zu haben und dort endlich all die vielen Ideen umsetzen zu können, die er noch im Kopf hat.

www.bioraselli.ch

 
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In der Erboristeria Raselli werden grosse Mengen  der Kornblume verarbeitet. Ihre verschiedenfarbigen Blüten eignen sich als Beigabe und Dekoration unterschiedlichster Speisen.
Die Blüten werden nach der Trocknung sorgfältig  abgepackt.
Dazu gehört auch das Etikettieren.
Voilà: Die fertig verpackten Kornblume-Mischungen. So sind sie bereit für die Wanderung in die  Verkaufslokale.
Der «Kräuterkönig» Reto Raselli höchstpersönlich. Stolz zeigt er seine Produkte.
Der Schauplatz des Geschehens: Rasellis Büros,  Lagerungsstätten und Verarbeitungsorte befinden sich in Le Prese im Puschlav.
Hinter dem Hauptgebäude «versteckt» sich die  eigentliche Produktionsstätte.
Aus einigen Kräutern entsteht feiner Tee. Die getrockneten Blätter werden nach der Lagerung in  bereitgestellte Tonnen umgefüllt, um die Abpackung vorzubereiten.
Diese findet hauptsächlich maschinell statt.
Zunächst werden die Beutel abgefüllt. Diese werden beschriftet und portionenweise in Schachteln verpackt.
Allerdings kann die Maschine nicht alle Schritte  übernehmen: Auch hier ist präzise Handarbeit gefragt.
Eine weitere Mitarbeiterin kümmert sich um das  Abpacken der Gewürzmischungen.
Durch die Beigabe der Gewürzbeutel «Bouquet  Garni» können Fleisch- und Schmorgerichte optimal verfeinert werden.

Fotogalerie: Bilder zum Projekt Le Prese

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