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Sicherer Zufluss für die Fischzucht

Eine neue hochwassersichere Wasserzufuhr sorgt dafür, dass die kanadischen Seeforellen von Curdin Capeder stets genügend Frischwasser haben. Dank dieser zweiten Zufuhr ist die Fischzucht Im Lugnez gesichert.

September 2013 / 

Aus Sicherheitsgründen braucht es für die Fischzucht zwei Wasserzuleitungen. «Bekämen die Fische nur eine Stunde lang kein Frischwasser, würden sie an Sauerstoffmangel sterben», sagt Curdin Capeder, der im Lugnez kanadische Seeforellen züchtet. Die Hauptzufuhr funktionierte zwar reibungslos, doch die Pumpe der Ersatzleitung bereitete Sorgen. Mehrere Hochwasser hatten die Fassung unterspült und die Existenz der Fischzucht gefährdet, deren Aufbau die Schweizer Berghilfe 2007 unterstützt hatte. Sie warf zwar bereits zwei Jahre nach der Gründung erstmals Gewinn ab, doch bei Weitem nicht genug, damit Curdin Capeder den nötigen Bau der hochwassersicheren Wasserzufuhr hätte finanzieren können. «Ich wusste nicht mehr weiter», sagt er. «Wenn die Schweizer Berghilfe nicht gewesen wäre, hätte ich heute keine ruhige Minute, wenn ich nicht bei den Fischen bin.»

Fakten-Check

Mit Raphael Jaquet,
Projektleiter Gewerbe,
Schweizer Berghilfe

 

 

Was hat Sie persönlich an diesem Projekt überzeugt?

Raphael Jaquet: Die Zielstrebigkeit, mit der eine gute Idee perfektioniert und schliesslich umgesetzt wurde. Man merkt, dass die Projektträgerschaft zu 100 Prozent hinter der Sache steht und mit Herzblut dabei ist.

Welches waren die grössten Hindernisse, welche die Projektträger bei der Umsetzung dieses Projekts überwinden mussten?

Es gab grosse bürokratische Hürden. Einerseits war da das Raumplanungsgesetz. Weil eine Fischzucht nicht als landwirtschaftlicher Betrieb gilt, musste die Parzelle extra umgezont werden. Dies erforderte einen Beschluss der Gemeindeversammlung. Auch der Bau der Wasserfassung sowie die Entnahme- und Restwassermenge unterlagen strengen Vorschriften.

Wie setzte sich die Finanzierung des Projekts zusammen?

  • Eigene Barmittel: 6 Prozent
  • Privatdarlehen: 14 Prozent
  • Eigenleistung und Material: 16 Prozent
  • Erhöhung Gesellschaftskapital: 9 Prozent
  • Beitrag Schweizer Berghilfe: 55 Prozent

Wurden nach der Realisierung weitere Ausbauschritte unternommen?

Die Beschaffung von Setzlingen des kanadischen Saiblings stellte sich in Europa als schwierig heraus. Deshalb entschieden sich die Projektträger, selbst junge Fische auszubrüten und zu züchten. Um sich das nötige Fachwissen anzueignen, waren Weiterbildungskurse in Österreich nötig.

 

 
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Fotogalerie: Bilder zum Projekt Cumbel/GR

Video: Fischzucht, Val Lumnezia