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Wollprodukte im neuen Schaf-Laden

Im Schaf-Laden von Ardez/GR, «butia da besch» genannt, finden die Web-, Filz-, Näh- und Strickarbeiten von acht Frauen aus der Region ihre Abnehmer. Besucher und Kunden können den emsigen Bäuerinnen beim Handwerk über die Schultern schauen. «Die ‹Butia da besch› bereichert unser Dorfleben», freut sich Initiatorin Claudia Janett.

April 2010 / 

Im Unterengadin hat das Halten von Schafen eine lange Tradition, gerade auch im Bergdorf Ardez. «Hier leben mehr Schafe als Menschen», schmunzelt Bäuerin und Lehrerin Claudia Janett: Auf etwas über 400 Einwohner kommen rund 600 Schafe. Gemeinsam mit ihrem Mann Men hält sie selber rund 30 Engadinerschafe. Während das Lammfleisch einen guten Absatz findet, sieht es für die Schafhalter bei der Wolle, die zweimal im Jahr geschoren wird, anders aus. «Der Erlös ist so tief, dass sich ein Verkauf oft fast nicht lohnt», erklärt Janett. „Eigentlich schade, ist doch Schafwolle ein wertvoller Rohstoff“, sagte sich die engagierte Frau – und lancierte die Idee, die Wolle in der Region selber zu verarbeiten und damit für die Bäuerinnen wichtige Zusatzeinkünfte zu ermöglichen. In Ardez und weiteren Unterengadiner Dörfern liessen sich acht Frauen von der Begeisterung anstecken und fertigen mit grossem handwerklichem Geschick und Elan vielfältige Produkte aus Schafwolle an. Die Wolle wird nach der Schur in einem ersten Schritt in einer Wollspinnerei in Pragg-Jenaz gewaschen und vorbereitet: Daraus filzen, nähen, weben und stricken die Bäuerinnen dann Decken, Accessoires, Kleidungsstücke oder Teppiche.

Schaf-Laden wird zum Anziehungspunkt

Zu erstehen sind die vielseitigen und bunten Schafwollprodukte in der «Butia da besch», dem Schaf-Laden im Herzen von Ardez. Hier haben Claudia Janett und ihre Mitstreiterinnen einem leerstehenden Ladenlokal neues Leben eingehaucht, um ihre Produkte zu präsentieren und zu verkaufen. Die Schweizer Berghilfe leistete entscheidende Starthilfe für den Schaf-Laden. Er dient zugleich als Atelier, was den Besuch für Feriengäste, Touristen aber auch für Einheimische noch spannender macht, da man den Frauen bei ihrem Handwerk zuschauen kann. «Der Schaf-Laden ist gut angelaufen», freut sich Janett. «Die ‹Butia da besch› bereichert auch unser Dorfleben, und die generationenübergreifende Zusammenarbeit der verschiedenen Frauen zwischen 12 und 84 Jahren ist ebenso wichtig, schön und motivierend», betont sie.
Kontakt: Butia da besch, Öffnungszeiten ab Juli: Di-Sa  14.00 – 18.00, Tel. 081 862 24 35

 
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