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Die kleinen Samen mit der grossen Wirkung

Die Leindotter-Pflanze ist unscheinbar, ihre Samen sind winzig. Doch sie enthalten sehr viel Omega-3-Fettsäuren. Und sie schmecken gut.

März 2017 / 

Jean-Marc Pittet hat seine «Ferme» im Kanton Freiburg, in Villarlod. Der Bauer hat sich in den vergangenen Jahren richtiggehend in die Leindotter-Pflanze aus der Familie der Kreuzblütengewüchse und ihre winzigen Samen verliebt. Um seine Legehennen und das Mastvieh nicht mit importiertem Soja füttern zu müssen, hat er schon vor einiger Zeit angefangen, wie seine Vorfahren wieder alte Getreidesorten, Linsen und Erbsen anzubauen. Dabei stiess er auf den Leindotter, französisch Caméline genannt.

Die zarte Pflanze wächst am besten in Mischkulturen, etwa gemeinsam mit Erbsen, und um die winzigen Körner zu ernten, sind mehrere Arbeitsschritte und viel Fingerspitzengefühl nötig. Zum Säen etwa muss Jean-Marc die kleinen Körner mit Sand mischen, damit er seine Saatmaschine genügend fein dosieren kann. Und bei der Ernte muss er aufpassen, dass die winzigen Samen nicht gleich mit dem Wind davonfliegen. So richtig kompliziert wird es dann beim Trennen der Samen vom Rest der Pflanze. Besonders, weil gleichzeitig ja auch noch Erbsen aussortiert werden müssen. Dazu ist eine Maschine mit verschiedenen trommelförmigen Sieben nötig, welche die Samen in mehreren Arbeitsschritten aussortieren. Die Maschine ist so gross wie ein mittlerer Lastwagen und füllt einen guten Teil von Jean-Marcs Scheune. Die Maschine ist neu, und ohne Unterstützung der Schweizer Berghilfe wäre sie nicht hier. Sie gehört jedoch nicht Jean-Marc alleine. Er hat sich mit Josquin Pasquier und Bertrand Perritaz, zwei weiteren Landwirten aus der Region, die beide ebenfalls alte Getreidesorten anbauen, zusammengetan und die Maschine gemeinsam gekauft. Die drei bieten auch anderen Landwirten die Gelegenheit, ihr Getreide bei ihnen reinigen und sortieren zu lassen. So haben sie nicht nur eine Möglichkeit gefunden, für sich selbst diesen aufwändigen Arbeitsschritt einfacher zu machen, sie erwirtschaften auch noch ein kleines Nebeneinkommen.

Aber in erster Linie geht es Jean-Marc um seine Caméline-Samen. Auch mit der modernen Maschine ist der Aufwand immer noch sehr gross. Doch er lohnt sich. «Caméline enthält extrem viel Omega-3-Fettsäure. Die Leute rennen in die Apotheke, um sich Tabletten mit diesen wichtigen Stoff zu kaufen, dabei hätten ein paar Caméline-Samen oder etwas Öl im Salat die gleiche Wirkung», sagt Jean-Marc. «Und ganz nebenbei schmeckt es auch noch super.»

Davon konnte Jean-Marc schon eine ganze Reihe von Spitzenköchen überzeugen, die er inzwischen zu seinen Stammkunden zählen kann. Dennoch weibelt er weiter unermüdlich, um «seine» Caméline bekannter zu machen, klappert Spezialitätengeschäfte ab und betreibt Stände an Slowfood-Messen. Denn die kleinen Samen sollen gross rauskommen.

www.camelina.ch

 
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Bei Jean-Marc Pittet dreht sich alles um Caméline.
 Er hat sich in den letzten Jahren richtiggehend in die Leindotter-Pflanze aus der Familie der Kreuzblütengewüchse und ihre winzigen Samen verliebt.
 Die Pflanze gedeiht nur in Mischkulturen, etwa gemeinsam mit Erbsen oder Linsen. Nach der Ernte steht dann das komplizierte Sortieren an.
Mit dieser Maschine, die Jean-Marc gemeinsam mit zwei weiteren Landwirten und finanzieller Unterstützung der Schweizer Berghilfe angeschafft hat, werden verschiedenen Körner in mehreren Arbeitsschritten voneinander getrennt.
 Ein Teil des «Abfalls» kann noch als Viehfutter verwendet werden.
Am schwierigsten ist das Aussortieren der winzigen Caméline-Samen.
 Die Körner enthalten eine grosse Menge Omega-3-Fettsäuren.
 All dies hat die Maschine mit ihren verschiedenen Siebtrommeln voneinander getrennt.
Von den Vorzügen seiner Caméline-Samen konnte Jean-Marc schon eine ganze Reihe von Spitzenköchen überzeugen, die er inzwischen zu seinen Stammkunden zählen kann.
 «Die Leute rennen in die Apotheke, um sich Omega-3-Tabletten zu kaufen, dabei hätten ein paar Caméline-Samen oder etwas Öl im Salat die gleiche Wirkung», sagt Jean-Marc. «Und ganz nebenbei schmeckt es auch noch super.»
 Das Öl und die Samen verkauft Jean-Marc über seinen Hofladen und über die Website www.camelina.ch

Fotogalerie: Bilder zum Projekt Villarlod

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