Joos Hofstatt Tenna Familie Bergbauern Landwirtschaft Hofladen Wohnhaus Umbau Bio Schweizer Berghilfe Unterstützung
Sie sind hier
Stempel

«Wir profitieren heute noch täglich»

Wenn die Schweizer Berghilfe ein Projekt unterstützt, hilft sie damit der Bergbevölkerung nicht nur kurzfristig dus der Klemme, sondern ermöglicht eine langfristige positive Entwicklung. Der Beweis liefert ein Blick zurück auf Projekte, die vor zehn Jahren in der «Berghilf-Ziitig» vorgestellt wurden.

November 2016 / 

«Eigentlich sollten jetzt alle hier sein», sagt Stefan Joos und schaut auf die Uhr. Aber von den drei Mädchen ist weit und breit nichts zu sehen. Es ist 16.30 Uhr, und vor fünf Minuten ist das Postauto aus dem Tal beim Dorfladen vorne angekommen. Mirijam, die Älteste, sollte jetzt von der Schule in Valendas zurück zu Hause in Tenna im Safiental sein. Und die beiden Jüngeren, Samantha und Leandra, wissen eigentlich auch, dass ein Fototermin mit der ganzen Familie ansteht und sie zeitig zu Hause sein müssen. Aber sie bleiben unauffindbar. «Die Kinder sind sehr selbständig hier oben. Wir wissen meistens nicht, wo sie genau stecken», sagt Barbara lachend.

Familie Joos betreibt auf ihrem Hof, der Hofstatt, Bio-Mutterkuhhaltung. Das schon seit mehr als zehn Jahren, als Stefan den Betrieb von seinen Eltern übernommen hat. Damals erhielt er Unterstützung von der Schweizer Berghilfe, damit er das Wohnhaus renovieren und erweitern konnte. Eine Investition, von der die Familie heute noch täglich profitiert. «Vorher lebten wir mit meinen Eltern gemeinsam in einer Wohnung. Mit unseren drei Kindern wäre dies nicht mehr möglich», sagt Stefan. Doch es ist nicht nur zusätzlicher Wohnraum und die grosse, helle Küche dazugekommen. Im Laufe der Jahre – immer, wenn wieder etwas Geld da war – haben Stefan und Barbara weitergebaut.  Hier ein Gästezimmer, dort ein neuer Balkon. Und vor allem das Hoflädeli. In diesem verkaufen sie Fleisch ihrer Rinder, Konfitüre, Honig und Bündner Nusstorten. An vorbeiwandernde Touristen, aber auch an eigene Feriengäste. Denn aus dem Estrich ist eine gemütliche Ferienwohnung entstanden. Mit Direktverkauf und Agrotourismus haben Joos’ mehrere Standbeine, es läuft gut. «Wir dürfen wirklich glücklich sein», sagt Barbara. Gibt es weitere  Ausbaupläne? «Ideen hätten wir schon. Aber für den Moment ist es jetzt mal gut», meint Stefan. «Immer nur wachsen ist auch nicht gesund.»

Die Mädchen sind inzwischen aufgetaucht. Das tun sie immer – früher oder später.

www.hofstatt.ch

 
Neuen Kommentar schreiben
Die Schweizer Berghilfe behält sich vor, Kommentare zu löschen. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende Kommentare. Über die Entscheide wird weder Rechenschaft abgelegt, noch Korrespondenz geführt.
▴ Seitenanfang
Familie Joos vor ihrem Hof Hofstatt in Tenna.
Vor zehn Jahren, als Joos‘ den Ausbau ihres Wohnhauses in Angriff nahmen und von der Schweizer Berghilfe unterstützt wurden, sah die Familie noch so aus. Von den drei Mädchen war erst Mirijam auf der Welt.
Heute noch profitiert die Familie jeden Tag vom neu ausgebauten Haus.
Die grosse, helle Küche ist der Mittelpunkt des Familienlebens.
Wichtig ist aber auch der im Haus integrierte Hofladen. Hier verkauft Barbara Fleisch aus eigener Produktion, aber auch selbstgemachte Confiture , Honig...
... und natürlich ihre «berühmte» Bündner Nusstorte.

Fotogalerie: Familie Joos, Tenna