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«Es ist alles besser geworden»

Wenn die Schweizer Berghilfe ein Projekt unterstützt, hilft sie damit der Bergbevölkerung nicht nur kurzfristig aus der Klemme, sondern ermöglicht eine langfristige positive Entwicklung. Der Beweis liefert ein Blick zurück auf Projekte, die vor zehn Jahren in der «Berghilf-Ziitig» vorgestellt wurden.

August 2015 / 

Mit einem kleinen Ruck fährt die Seilbahn an. Mit jedem Meter, den die Gondel nach oben schwebt, wird die Aussicht eindrücklicher. Nicht nur in die schroffe Bergwelt des Maderanertals, sondern auch auf das Dorf Bristen und vor allem den Weiler Schattigmatt mit der Seilbahnstation. Hier wirkt alles herausgeputzt und neu. Kein Wunder, schliesslich ist auch fast alles neu. Am 22. August 2005 wütete hier ein Unwetter, das nebst der Seilbahntalstation vier Häuser, eine Autogarage und 80 parkierte Autos zerstörte.

«Es ist für mich zehn Jahre später noch ein spezielles Gefühl, hier oben zu sein», sagt Rolf Infanger. Der heutige Präsident der Korporation Uri war damals Gemeindepräsident von Bristen und somit nach dem Unwetter auch automatisch Chef des Krisenstabs. «Als die Lage anfing, kritisch zu werden, habe ich mein Büro in Erstfeld verlassen, um mir vor Ort in Bristen einen kurzen Überblick zu verschaffen. Erst drei Wochen später bin ich von dieser Besichtigung zurückgekommen.» Dazwischen habe er einfach funktioniert, so Infanger. Es gab tausend Entscheidungen zu fällen, teils solche, die in normalen Zeiten die Kompetenz des Gemeindepräsidenten bei Weitem überstiegen hätten. Etwa den Entschluss, das Bett des Chärstelenbachs künftig nicht mehr wie früher in einer S-Kurve durch den Weiler zu führen, sondern geradeaus daran vorbei. «In dieser Notsituation konnte ich das fast alleine entscheiden, normalerweise hätte der Bewilligungsprozess Jahre gedauert.»

Auch bei der Hilfe war pragmatisches und schnelles Handeln gefragt. Die meisten Schäden waren durch Versicherungen gedeckt, einzelne aber auch nicht oder nur teilweise. «Hier half die Schweizer Berghilfe rasch und unbürokratisch», so Infanger. Mitfinanziert wurde unter anderem der Neubau der Seilbahnstation. «Das ganze Gebäude, der Antrieb und die Steuerung waren zerstört», erinnert sich Seilwart Toni Furger. Wie in ganz Bristen hat man auch bei der Seilbahn aus der Not eine Tugend gemacht und beim Neubau gleich einige lange fällige Verbesserungen vorgenommen. An der Seilbahn selbst, vor allem aber bei der Gestaltung der Besucherparkplätze. «Der Betrieb ist jetzt viel einfacher.» Eigentlich sei alles besser geworden, meint Toni Furger, der mit seiner Familie auch direkt im Seilbahngebäude wohnt. Diese Meinung teilen alle Bristner. Vor allem der neue Bachlauf gebe Sicherheit. Toni: «Seit der fertiggestellt ist, habe ich nie mehr ein mulmiges Gefühl gehabt, auch beim schlimmsten Gewitter nicht.»

 
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