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Die Beiz – eine Familiensache

Angefangen hat alles vor 16 Jahren mit einem Gartentisch und einem Sonnenschirm vor dem Bauernhaus. Heute sind die gut 50 Plätze des «Buurebeizli Dergeten» oft komplett besetzt. So oft, dass Familie Stauffacher einen weiteren Ausbauschritt wagt.

November 2016 / 

In der Fassade des schmucken Toggenburger Bauernhauses klafft ein riesiges Loch. Vom Wohnzimmer ist nicht mehr viel übrig. Trotzdem sieht man nur fröhliche Gesichter bei Familie Stauffacher. Denn im Weiler Dergeten hat keine Bombe eingeschlagen. Nein, die Bauarbeiten sind endlich im Gang. Entstehen solle eine zusätzliche Gaststube mit 40 Sitzplätzen und eine grosse Küche für das Buurebeizli.

Das Beizli hat in den vergangenen Jahren das Leben der Bergbauernfamilie komplett umgekrempelt. Vor allem Mutter Esther ist heute mehr Wirtin denn Bäuerin. Ihre Käseknöpfli sind weit herum bekannt, und das Buurebeizli ist zum beliebten Treffpunkt für die Leute aus der Region geworden. Sie kommen einzeln, aber vor allem auch in Gruppen. Kaum eine Woche, in der nicht ein Geburtstag, eine Taufe oder sonst ein Familienfest stattfindet. Und schon bald fängt die Zeit der Firmen-Weihnachtsessen wieder an. Bis dann müssen die Bauarbeiten fertig sein.

Erst waren die Wanderer

Angefangen hatte das Buurebeizli ganz klein. Einmal kam ein Wanderer, der auf den Speer wollte, auf dem Hof vorbei und fragte, ob dies ein Restaurant sei und ob er etwas zu Trinken bekäme. «Nein, auf die erste Frage, aber ja auf die zweite», war die Antwort von Esther. Der Mann ging bald gestärkt weiter, aber die Idee blieb hängen. Kurz darauf stellte Esther einen Gartentisch samt Sonnenschirm nach draussen, und das Buurebeizli war geboren. «Erst lachten mich alle aus, aber schon bald hatten wir regelmässig Gäste», erinnert sie sich. Sie fing an, auch Essen zu servieren und merkte bald, dass das Interesse nicht nur bei den Wanderern gross war. 2009 wagten Stauffachers dann den grossen Schritt und errichteten einen Anbau mit 50 Sitzplätzen und einer kleinen Küche. Das Beizli wurde immer bekannter, die Gesellschaften wurden immer grösser – und Esther kam langsam aber sicher an den Anschlag. Zwar hatte sie die ganze Familie im Rücken: Die zweitälteste Tochter Miriam, die seit gut einem Jahr in einer Generationengemeinschaft mit Vater Melchior den Hof führt, arbeitet sowieso viel mit. Die vier Jahre jüngere Lydia arbeitet Teilzeit im Beizli, und die anderen vier Kinder kommen und helfen, wenn Not am Mann ist. Aber die meiste Arbeit bleibt doch an Esther hängen.

Mehr Zeit für den Kräutergarten

Das soll sich mit dem Neubau bessern. Einerseits wird sie in der neuen, abgetrennten und grösseren Küche viel ungestörter und effizienter arbeiten können. Andererseits werden Stauffachers für den Service dann endlich jemanden einstellen können. Esther bleibt somit wieder etwas mehr Zeit – die sie in ihren neuen, grossen Kräutergarten investieren will. Das kommt ebenfalls den Gästen zu Gute. Denn die feinen Kräuter landen alle in irgend einer Form auf dem Teller. Oder im Glas. Esthers selbstgemachter Eistee ist inzwischen schon fast so berühmt wie ihre Käseknöpfli.

www.buurebeizli-dergeten.ch

 

Kommentare

Martin | 1. Dezember 2016 - 22:13
Mir gniesses immer wieder in der Dergete! E tolli Familie, feins Ässe und Gastfründ-schaft puur. Bis zum nächschte Mol. Martin & Christine
DoubleOptIn-URL: 
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Esther Stauffacher ist die Seele des Buurebeizli Dergeten. Beizerin ist sie allerdings mehr per Zufall geworden.
Der Kontakt mit den Gästen ist ein guter Ausgleich zu ihrer Arbeit als Bäuerin.
Ursprünglich für vorbeiwandernde Touristen gedacht, wurde das Beizli bald zum beliebten Treffpunkt für die Einheimischen.
Esther erhält Unterstützung von der ganzen Familie. Wenn es im Beizli drunter und drüber geht, hilft Mann Melchior beim Servieren.
Währenddessen ist Tochter Miriam im grossen Kräutergarten hinter dem Haus am Werk.
Währenddessen ist Tochter Miriam im grossen Kräutergarten hinter dem Haus am Werk.
Die Verarbeitung ist dann wieder Esthers Aufgabe. Die besten Kräuter werden aussortiert...
...gewaschen und geschnitten...
...und im grossen Topf aufgekocht.
Schon bald erfüllt der Duft des Suds die ganze Küche.
Et voilà: Esthers berühmter, komplett natürlicher Eistee.
Doch nicht nur der Tee kommt aus dem eigenen Garten. Auch beim Kochen verwendet Esther wenn immer möglich eigene Produkte.
Damit dies auch im Winter so ist, wird im Sommerhalbjahr viel eingelegt, getrocknet und eingekocht.
Diese süss-sauer eingelegten Kohlrabi passen zum Beispiel hervorragend zu Käseschnitten.
Auch das verwendete Fleisch stammt grösstenteils vom eigenen Hof.
Sich um die Tiere zu kümmern ist Melchiors Hauptaufgabe.
Denn in erster Linie sind Stauffachers ja immer noch Bergbauern.
Miriam wird den Hof dereinst übernehmen. Beim Ausbau des Beizlis packt sie jeden Tag kräftig mit an.
Dort, wo früher Stauffachers Wohnzimmer war, entsteht eine neue Gaststube mit 40 Plätzen.

Fotogalerie: Buurebeizli Dergeten