Alpage des Ars
Sie sind hier

Feiner Käse im Wanderparadies

Die Tour de Mont-Blanc ist der Traum vieler Wanderer. 170 Kilometer, über 10 000 Höhenmeter, drei Länder – und alles in einer wunderschönen hochalpinen Landschaft. 30 000 Menschen erfüllen sich jedes Jahr den Traum dieser Tour. Und sie alle wandern an der Alpage des Ars im Val Ferret vorbei. Jetzt können sie dort auch einkehren und feine Alpspezialitäten kaufen.

Juni 2017 / 

Es ist halb neun Uhr morgens, und Älpler Michel Murisier ist gerade mit dem Käsen fertig. Jetzt wird noch Ziger produziert. Während er die körnige Masse im Käsekessi umrührt, wirft Michel einen Blick aus dem kleinen Fenster der Alphütte. «Schau, da kommen sie schon», sagt er und nickt nach draussen. Tatsächlich, auf dem etwas unterhalb liegenden Kiessträsschen bewegen sich Dutzende bunter Punkte talaufwärts. Es sind Wanderer, welche die kühlen Morgenstunden nutzen, um zeitig auf den Col de Ferret und von da aus ins italienische Val Ferret zu gelangen. Viele von ihnen machen die Tour de Mont-Blanc, die rund 170 Kilometer rund um den höchsten Berg der Alpen führt. Gegen Mittag werden dann schon wieder die ersten Wanderer in der Gegenrichtung an der Alpage des Ars vorbeilaufen. Insgesamt sind es jeden Sommer über 30 000.

Michel, der seit vielen Jahren die Alpage betreut, sah die Wanderer immer schon als potenzielle Kunden an. Er verkaufte seinen Raclettekäse, die Tomme und den frischen Ziger direkt aus dem Käsekeller, und wer einen Kaffee wollte, bekam diesen ebenfalls. Das sprach sich herum, und immer mehr Menschen machten einen Stopp auf der Alpage des Ars. Doch so richtig geeignet waren die Einrichtungen nicht für die vielen Gäste. Also setzte sich Michel mit der Genossenschaft, der die Alp gehört, zusammen, und gemeinsam schmiedete man Zukunftspläne.

Was daraus entstanden ist, kann man nun auf der Alpage sehen. Direkt an den uralten Käsekeller angebaut steht ein neues Gebäude, die Buvette. Im Inneren gibt es eine Kühltheke für den Direktverkauf der Alpspezialitäten, eine kleine Küche und Holzbänke für mehrere Dutzend Besucher. Bei schönem Wetter bleiben die Gäste jedoch lieber draussen unter den grossen Sonnenschirmen. Und sie bekommen heute mehr als nur einen Kaffee. Michel und seine Partnerin Honorina Friaes servieren verschiedene Käse- und Trockenfleischplatten, Sandwiches und Salate, aber auch Fondue und Raclette. Alles mit eigenen Produkten oder solchen aus der Region hergestellt.

Jetzt mehr Wertschöpfung

«Es läuft sehr gut», sagt Michel. Die Wanderer machen hier Pause, aber auch die Einheimischen kommen auf die Alp hoch. Dank des Direktverkaufs im Laden und im Restaurant kann Michel für seine Produkte einen deutlich höheren Preis erzielen als zuvor. Ohne das neue Gebäude, in dem auch Toiletten für die Gäste untergebracht sind, wäre dies nicht möglich. Und, so Michel: «Ohne die Unterstützung der Schweizer Berghilfe wäre dieser Bau kaum zustande gekommen.»

www.alpagedesars.ch
 

 
Neuen Kommentar schreiben
Die Schweizer Berghilfe behält sich vor, Kommentare zu löschen. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende Kommentare. Über die Entscheide wird weder Rechenschaft abgelegt, noch Korrespondenz geführt.
▴ Seitenanfang
Diese glücklichen Kühe leben auf der Alpage des Ars am Grossen St. Bernhard.
An der Alp bei Orsières kommt man vorbei, wenn man die mehrtägige Tour de Mont-Blanc macht.
Jeden Sommer machen 30 000 Menschen diese Wanderung. Viele kehren in der neuen Buvette auf der Alpage des Ars ein.
Entstanden ist die Buvette auf Initiative von Älpler Michel Murisier hin, der in den vielen Wanderern mögliche Kunden für seinen Käse sah.
Im kleinen Käsekeller produziert er verschiedenste Alpkäsesorten.
Das Feuer unter dem Kessi wird mit Holz gemacht, fast alles ist Handarbeit.
Michel produziert verschiedene Hart- und Halbhartkäse, Raclettekäse und Weichkäse.
Eine seiner Spezialitäten ist Ziger...
... der hier Sérac genannt wird.
Stammkunden kommen von weit her, extra für Michels Sérac, den er nicht nur nature verkauft, sondern auch mit Pesto mischt.
Gegen 9 Uhr ist Michel in der Käserei fertig. Dann ruft die Arbeit in der Buvette.
Diese wurde mit Unterstützung der Schweizer Berghilfe direkt an den uralten Käsekeller angebaut.
In der kleinen Küche bereiten Michel und seine Lebenspartnerin alles vor, was im Restaurant und über die Theke verkauft wird. Ein Dauerbrenner: Michels Fonduemischung.
erschieden reife Käsestücke werden geraffelt, gewogen...
... und abgefüllt.
Beliebt bei den Wanderern sind auch die Käseplatten mit ausschliesslich eigenen Produkten.
Dafür kommen nicht nur Wanderer auf die Alpage des Ars, sondern auch die lokale Bevölkerung vom Tal unten.
Auch wer Lust auf etwas Warmes hat, wird nicht enttäuscht.
Und draussen an der frischen Bergluft schmeckt es gleich nochmals besser.

Fotogalerie: Alpage des Ars