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«Schwarzes Gold» aus dem Entlebuch

Aus Holz macht er Kohle: Willy Renggli betreibt neben seinem kleinen Bauernhof im Weiler Bramboden bei Romoos/LU eine der letzten Köhlereien der Schweiz. Das seltene Handwerk nutzt er auch touristisch. Damit kann Willy Renggli das Einkommen für seine sechsköpfige Familie wesentlich aufbessern.

Mai 2008 / 

Etwa 300 Meter von seinem Bauernhof entfernt steht Willy Renggli am Waldrand und beobachtet seinen hoch aufgeschichteten Holzstoss, den sogenannten Meiler. Aus dem glühenden «Holzhaufen» entsteht in den nächsten Tagen Kohle. «Ich verwende hauptsächlich Buchen-, Eschen-, Erlen- und Nadelholz aus meinem Wald», erklärt er. «Es ist schon ein gutes Gefühl, wenn der Meiler schliesslich fertig verkohlt ist und ich die Kohle abbauen und verpacken kann», erzählt Willy Renggli. Rund sechs Tonnen Kohle lassen sich von einem Meiler verarbeiten. Deren zwei brennt er pro Saison ab, die von Frühling bis Herbst dauert. Das „schwarze Gold“ füllt der Köhler in Säcke ab und verkauft es dem Detailhandelsunternehmen Otto’s als Grillholzkohle.

Interesse am seltenen Handwerk

«Vor 15 Jahren entschloss ich mich, in die Köhlerei einzusteigen», erzählt Willy Renggli. Die Motivation dazu war einfach: «Ich brauchte zusätzliche Einkünfte.» Die Familie bewirtschaftet auf über 1000 m.ü.M. in der Gemeinde Romoos/LU einen Kleinbetrieb. «Davon können ich, meine Frau Bernadette und unsere vier Kinder nicht leben», betont Renggli. In der Zwischenzeit ist die Köhlerei zu einem wichtigen, zweiten Standbein herangewachsen. Der innovative Bergbauer ist nun dabei, eine weitere Einnahmequelle zu erschliessen: Er vermarktet die Holzköhlerei auch touristisch. «Viele Leute haben ein grosses Interesse, mehr über das seltene Handwerk zu erfahren. Ich habe die Köhlerhütte zusätzlich mit Bänken und Tischen ausgestattet, so dass wir die Gäste nach der Besichtigung bewirten können», erzählt Willy Renggli. Allerdings gab es keine WC-Anlage – und damit das Abwasser abgeleitet werden konnte, musste die Güllengrube erneuert werden. Dafür fehlte jedoch das Geld. Das finanzielle Problem konnte erst mit Hilfe der Schweizer Berghilfe gelöst werden. Renggli betont: «Das war für uns enorm wichtig. Ohne diese Unterstützung hätten wir dieses Projekt nicht realisieren können.»

Weitere Infos: Fam. Renggli, Tel. 041 484 17 92

http://www.familie-renggli.ch/

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