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«Wir haben noch viele Pläne und Ideen.»

Pascal und Mary-Lise Taramarcaz haben sich in La Garde/VS mit der Eröffnung des Gästehauses «Les 3 collines» einen lang gehegten Traum erfüllt. Das Angebot, eine preiswerte Unterkunft in der Region am Grossen St. Bernhard, wird bereits rege genutzt. Doch die Arbeit ist noch längst nicht beendet.

März 2012 / 

Pascal Taramarcaz, Sie stecken mitten in weiteren Ausbauarbeiten an Ihrem Gästehaus, dem Gîte «Les 3 collines». Woran arbeiten Sie gerade?

In den nächsten Wochen und Monaten wollen wir den zweiten Ausbauschritt realisieren: zwei Doppelzimmer, die durch eine verschliessbare Tür verbunden sind, zwei weitere Nasszellen und einen fünften Schlafsaal für sechs Personen. Dazu kommen Arbeiten im Bereich der elektrischen Anlagen, Wärmedämmung und Isolation. Und im Parterre planen wir einen Aufenthaltsraum, eine Art Bibliothek, in welchen sich die Gäste zurückziehen können, um zu lesen oder TV zu schauen. All diese Arbeiten sollen bis Ende Sommer beendet sein.

Wer unterstützt Sie bei diesen Arbeiten?

Nebst Freunden ist auch die gesamte Familie involviert – inklusive meine Eltern, meine Schwiegermutter und mein Schwager, der Schreiner von Beruf ist. Wir erledigen die gesamten Arbeiten selber, investieren den grössten Teil unserer Freizeit und Ferien in dieses Projekt. Deshalb dauert der Umbau des Pfadiheims auch ein wenig länger, als wenn wir Handwerker engagieren würden. Dies alles nehmen wir gerne in Kauf, denn wir können die Früchte unserer Arbeit tagtäglich sehen. Insgesamt sind wir sogar schon weiter als wir uns das erhofft hatten. Doch wir haben noch viele Pläne und Ideen, die wir umsetzen möchten. Meine Frau und ich, wir haben uns insgesamt fünf Jahre Zeit gegeben, um das ganze Projekt umzusetzen.

Bleibt das Gästehaus durchgehend geöffnet?

Die Arbeiten laufen weitestgehend parallel zum Normalbetrieb, der sich seit der Öffnung im Jahr 2011 erfreulich entwickelt hat. Schliesslich sind die vier bestehenden Schlafsäle für je acht Personen sowie die Küche, in welcher sich die Gäste selber versorgen können, von den jetzigen Arbeiten kaum betroffen. Einzig Mitte Mai werden wir für zwei Wochen, und im Juni für drei Wochen den Betrieb schliessen, um den Ausbau einen entscheidenden Schub vorwärts zu bringen. Die Böden, die wir verlegen, müssen trocknen können.

Das Gästehaus wurde 1960 als Pfadiheim in La Garde erbaut. Im selben Jahr wurden Sie geboren...

Das stimmt. Insofern verbindet mich und das Haus eine besondere Geschichte! Doch das Gebäude ist in Tat und Wahrheit noch etwas älter. Während des Baus der Staumauer Moiry, die zwischen 1954 und 1958 oberhalb von Grimentz errichtet wurde, diente sie den Arbeitern als Baracke. Walliser Pfadfinderinnen demontierten sie anschliessend, transportierten die einzelnen Bestandteile ins Tal und bauten das Gebäude hier wieder auf.

Nun liegt «Les 3 collines» an der populären Pilgerroute Via Francigena, die Canterburry mit Rom verbindet. Sind Pilger Ihre hauptsächlichen Gäste?

Im vergangenen Jahr hat tatsächlich ein Dutzend Pilgerinnen aus Deutschland bei uns Halt gemacht. Aber das ist nicht die Regel. Unser Publikum ist bunt gemischt. Mitte April absolvierte eine Gruppe Offiziere der Armee bei uns den letzten Teil der Vorbereitung auf das internationale Skitourenrennen Patrouille des Glaciers. Wir beherbergten auch schon Jugendliche, die im Lager für ein Musical probten. Und andere, die während mehrerer Wochen in den Rebbergen rund um Martigny die traditionellen Steinmauern in Stand stellten. An einem Wochenende traf sich bei uns eine grössere Gruppe Moto-Guzzi-Fahrer. Im Winter kann unser Gästehaus eine beliebte Basis für Skifahrer und Snowboarder werden, welche die Nähe zu den Wintersportgebieten schätzen.

Wie wird sich dieser Mix mit dem zusätzlichen Angebot verändern?

Mit den kleineren Zimmern sprechen wir vermehrt auch kleinere Familien oder Personen an, die übers Wochenende inmitten der herrlichen Natur ausspannen und die Ruhe geniessen wollen. Abgesehen davon sind die kleineren Zimmer aber auch gedacht, um Lagerleitern die Möglichkeit zu geben, getrennt von der Gruppe zu übernachten. Die neuen Zimmer verschaffen uns also zusätzlichen Spielraum.

Zusätzliche Zimmer bedeuten zusätzliche Arbeit für Betreuung und Reinigung. Wie wollen Sie diese künftig bewältigen?

Ich plane, mein Pensum als Automechaniker schrittweise zu reduzieren, um dereinst vielleicht ganz vom «Gîte» leben zu können und mich dessen Unterhalt widmen zu können. Allein schon die Umgebungsarbeiten sind sehr aufwändig. Wir beabsichtigen zudem, in Zukunft den Gästen abends ein Menu auftischen zu können, das unsere Familie zubereiten wird, unter anderm auch vom Sohn, der eine Kochlehre macht. Allenfalls werden wir vereinzelt auch spezielle kulinarische Themenabende veranstalten, um Gäste aus der Region zu bewirten. Das würde uns grossen Spass bereiten.

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