Die käsende Gemeindeschreiberin

Um die Wertschöpfung ihres Milchwirtschaftsbetriebs zu steigern, hat Familie Gisler mit Unterstützung der Berghilfe eine eigene kleine Käserei gebaut.

Für die Bergbauernfamilie Gisler aus Riemenstalden ist die Milchverarbeitung nebst dem Agrotourismus und der Tätigkeit von Mutter Karin als Gemeindeschreiberin ein wichtiges Standbein. Die kleine Käserei mit Mehrzweckraum, die mit Unterstützung der Schweizer Berghilfe gebaut werden konnte, spielt dabei eine wichtige Rolle.

Im Haus der Familie Gisler geht es häufig zu und her wie in einem Bienenstock. Sobald sie sich frühmorgens um die fünf Kinder zwischen 2 und 9 Jahren gekümmert hat, begibt sich Karin Gisler in die neue, kleine Käserei, wo sie sich an die Herstellung von Halbhart- und Weichkäse macht. Drei Käselaibe à etwa vier Kilogramm sind ihr Ertrag, und das jeden zweiten Tag. «Vor etwa drei Jahren haben wir uns entschlossen, gegenüber unserem Wohnhaus ein Käsereigebäude zu bauen. So können wir die Milch selber verarbeiten und den Käse verkaufen. Dadurch lässt sich die Wertschöpfung steigern und wir können wichtige Zusatzeinnahmen schaffen.» Um möglichst kostengünstig bauen zu können, entwarf Ehemann Paul die Hauspläne, übernahm die Bauleitung und führte Schreinerarbeiten gleich selbst aus. «Die Unterstützung der Schweizer Berghilfe war für uns wichtig und eine Bestätigung dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind», erzählt Karin Gisler. Zu den Hauptabnehmern der Käse gehört eine nahe gelegene SAC-Hütte und Privatkundschaft im Tal. Künftig sollen auch Restaurants oder Hofläden beliefert werden.

In die Gastgeberrolle geschlüpft

Neben den Aufgaben auf dem Hof und in der Käserei warten regelmässig ganz andere Arbeiten auf Karin Gisler. Als Gemeindeschreiberin erzielt sie ein wichtiges Zusatzeinkommen. «Die Stelle war 1999 ausgeschrieben und ich bewarb mich darum. Ich musste eine Gemeindeschreiber-Prüfung ablegen und wurde durch die Gemeindeversammlung gewählt», erklärt Karin Gisler ihre nicht alltägliche Nebenbeschäftigung. Die «käsende Gemeindeschreiberin» von Riemenstalden kann zum Glück viele der anfallenden Büroarbeiten bei sich zuhause erledigen. Dort nimmt das jüngste Standbein der Familie Gisler sie immer mehr in Anspruch: der Agrotourismus. «Gleichzeitig mit der Käserei haben wir im selben Gebäude einen Mehrzweckraum eingerichtet, den wir für Veranstaltungen verwenden können. Anfang Juni kam erstmals eine siebenköpfige Gruppe, die zuerst beim Käsen zuschaute und anschliessend einen Apéro einnahm.» In der Zwischenzeit sind einige weitere Veranstaltungen abgehalten worden, mit Karin Gisler als Gastgeberin. «Je nach Wunsch der Gäste servieren wir zu den Getränken Produkte von unserem Hof Käse und Trockenfleisch und ich backe Brot und Kuchen. Mit solchen Anlässen können wir weitere, nötige Einnahmen generieren.»

Erschienen im August 2010

Das Projekt in Kürze

  • Riemenstalden/SZ