Einkaufen im «Safran-Dorf»

Nach der Sanierung der Einrichtungen des Dorfladens im Oberwalliser Dorf Mund ist die Zukunft des Dorfladens gesichert, der als Spezialität Safranprodukte anbietet.

Je abgelegener ein Dorf, umso wichtiger die lokale Versorgung der Bevölkerung. Das gilt auch für das 570-Seelen-Dorf Mund im Oberwallis. Der Dorfladen bietet alles für den Alltag Notwendige: Lebensmittel, Produkte für den Haushalt und die Landwirtschaft sowie Werkzeuge. Besonders ältere oder nicht mobile Menschen sind darauf angewiesen, in ihrem Dorf einkaufen zu können gerade im Winter. Gleichzeitig ist der Laden ein wichtiger Treffpunkt für Jung und Alt. «Es wird immer schwieriger zu überleben», gibt jedoch Leo Albert, Verwalter der Konsumgenossenschaft Mund zu bedenken. Zwar ist der Laden in der Bevölkerung gut verankert, doch für notwendige Erneuerungen oder Reparaturen fehlte schlicht das Geld. Mit ihrem Beitrag an eine Brotbackeinrichtung und die Sanierung der Kühlanlage half die Schweizer Berghilfe, die Zukunft des Ladens zu sichern, die akut gefährdet war. Die Kühlanlage hatte nach 20 Betriebsjahren verschiedene Defekte, weshalb die Kühlung der Frischprodukte nicht mehr gewährleistet war.

Auch Touristen kaufen ein

Im Laden, der bereits seit 1910 besteht, kaufen indes nicht nur die Einheimischen, sondern auch Touristen ein, denn hier finden sie einzigartige Spezialitäten wie Safran-Brot, -Nudeln sowie «Munder Gold», ein Apéritif-Getränk auf Safran-Basis. Begünstigt durch sein Klima ist Mund schweizweit die einzige Gegend und der nördlichste Ort überhaupt, in dem das uralte und kostbare Gewürz Safran angebaut wird. Die Munder haben diese ins Mittelalter zurückgreifende Tradition mit viel Liebe erhalten. Heute wird das «Rote Gold», wie der Safran auch genannt wird, in einer Wechselkultur mit Roggen angebaut. Und die Nachfrage steige, wie Leo Albert erklärt: «Safran ist in der Gastronomie und der Medizin zusehends gefragt, war er doch schon in alten Zeiten als Heilmittel bekannt.»


http://www.safranmund.ch/

Erschienen im November 2008

Das Projekt in Kürze

  • Mund/VS