Rucksäcke retten Leben

Rucksäcke retten Leben

First-Responder-Gruppen leisten in abgelegenen Bergregionen wie dem Freiburger Sensebezirk lebenswichtige Hilfe.

Nach einem Unfall mehr als eine halbe Stunde auf Hilfe warten? Im Freiburger Sensebezirk gehört das zum Glück der Vergangenheit an.

«Bäh, das schmeckt schrecklich», schimpft Sonja Süess. Sie springt auf, nimmt einen Schluck Wasser, spuckt aus, wischt sich das künstliche Blut vom Mund. Eben noch lag sie als Schwerverletzte im Gras, jetzt ist der praktische Teil der Übung vorbei und sie bespricht mit ihren zwei Rettern, wie sie betreut worden ist. Sonja ist Vizepräsidentin des Vereins First Responder Sense. Dieser besteht aus knapp 20 Mitgliedern, die verstreut im ganzen freiburgischen Sense-Gebiet leben. Ruft dort jemand die Ambulanz, werden die First Responder automatisch aufgeboten. Weil die Ambulanz mehr als eine halbe Stunde brauchen kann, sind die freiwilligen Helfer zuerst vor Ort. Sie betreuen die Patienten, bis die Profis eintreffen. Gerade bei Herz-Kreislauf-Vorfällen kann dies Leben retten. Dazu brauchen die Retter Material, etwa einen Defibrillator. Der steckt zusammen mit Sauerstoff, Verbandsmaterial und vielem mehr im roten Rucksack, den jedes Mitglied immer bei sich trägt. Diese Rucksäcke konnte der Verein nur anschaffen, weil die Schweizer Berghilfe sich an den Kosten beteiligte.

Text: Max Hugelshofer

Bild: Yannick Andre

Erschienen im August 2015

Das Projekt in Kürze

  • Verein First Responder Sense
  • Erste-Hilfe-Rucksäcke
  • Plaffeien/FR

Der 23-jährige Joél erleidet einen Herzstillstand. Jetzt zählt jede Minute. Die Ambulanz ist unterwegs, aber die Fahrt ins Freiburger Oberland dauert. Zum Glück gibt es da noch die First Responder Plus, ein Verein freiwilliger Ersthelfer, deren Rettungsrucksäcke die Schweizer Berghilfe mitfinanziert hat. Film: Isabel Plana und Max Hugelshofer