Neuchâtel–Gorges d’Areuses–Yverdon

Neuchâtel–Gorges d’Areuses–Yverdon

Viel Wasser, ein Naturspektakel und das Schloss Grandson: Das bietet diese gmögige, zweitägige Velotour.

Bloggerin: Regula Straub

Der Start beginnt harzig: Das Umsteigen in Aarau braucht Nerven, in Neuchâtel nehmen wir den falschen Ausgang – richtig wäre derjenige auf die Seeseite – und dann lassen wir mehrere Cafés in der Innenstadt aus. Nach einer Viertelstunde Fahrzeit finden wir doch noch eins am Seeufer und wir tanken die dringend benötigte Ladung Koffein. Gestärkt und wieder voller Vorfreude treten wir die Tour an.

Sie verläuft am Seeufer, ist aber nicht immer klar ausgeschildert: Es sind zunächst die Schweiz-Mobil Velo-Routen Nr. 50 und 94. Im Zweifelsfall: einfach zurück ans Ufer, so nah wie möglich. Nach ca. 10 km auf Route 94 abzweigend steigt der Weg in Cortaillod an. Die folgende Altstadt von Boudry ist auf jeden Fall einen kleinen Umweg wert. Dann beginnt der knackige Aufstieg in die Gorges d’Areuse. Entlang dem wilden Fluss schlängelt sich die wenig befahrene Strasse durch eine waldige, felsdurchsetzte Schlucht. Ideal für heisse Sommertage!

Mittags erreichen wir «unser» Hotel La Truite in Champ du Moulin. Ein paar Sonnenstrahlen dringen in die Areuse-Schlucht und beleuchten die Terrasse. Da geniessen wir natürlich die erste Truite, also Forelle. Unser Tourentag ist nämlich noch nicht zu Ende: Mit satten Bäuchen machen wir uns auf zum berühmten Felskessel des Creux du Van. Zähe 380 Höhenmeter sind zu überwinden. Der Wald mit riesigen Baumstrünken und frischen Grüntönen fasziniert. Und siehe da: Schon erscheinen vor uns die Ferme Robert und dahinter der atemberaubende Creux du Van. Nach der obligatorischen Fotosession stärken wir uns mit Tarte de pomme für die Schussfahrt zurück ins Hotel. Endlich kommen wir dazu, dessen schöne, frisch renovierte, holzverkleidete Zimmer zu geniessen. Vom Balkon aus holen wir uns noch eine Portion Natur und lauschen dem Gurgeln des Flusses. Dann wartet schon der (fast) obligatorische Absinth auf uns, der das Abendessen in der Gaststube einleitet.

Steckbrief

  • Kanton VD
  • Sprachregion Französisch
  • Projekt Hotel de la Truite
  • Kategorie Velo
  • Schwierigkeitsgrad Leicht

Ausgeschlafen, ein währschaftes Frühstück im Bauch, geht die Tour bei leichtem Nieselregen zurück Richtung Boudry durch die Areuse-Schlucht. Aber Achtung: Am Ausgang der Schlucht vor dem Bahngleis rechts abbiegen und in die Route 22 wechseln. Die Abzweigung ist schlecht beschildert. Durch sonnige Rebberge, Felder und Wiesen führt unser Weg vorbei an imposanten Schlösschen und malerischen Weinbaudörfern. Nur entlang der Autostrasse zwischen La Raisse und Concise beschleunigen wir das Tempo. Froh, den ödesten Teil der Tour hinter uns zu haben, freuen wir uns auf den kulturellen Höhepunkt der Tour: das Schloss Grandson. Der geschichtsträchtige Bau aus dem 15. Jahrhundert zieht uns in seinen Bann.

Nochmals drei Kilometer pedalen, und wir erreichen in Yverdon wieder das Seeufer. Leider lädt das Wasser bei unserer Tour im Mai noch nicht zum Baden ein. Aber: Ist es kühler, lässt es sich hier wunderbar entspannen. An heissen Sommertagen locken Beachvolleyballfelder, ein kleiner Sandstrand und ein Spielplatz. Versöhnt mit dem zähen Start der Tour verpassen wir fast unseren Zug. Und müssen ein letztes Mal hetzen…

Hotel de la Truite
Das Hotel-Restaurant La Truite in Champ du Moulin liegt im Herzen der Areuse-Schlucht im Naturschutzgebiet Creux du Van. Seine Spezialität sind die Forellen aus seinem Fischbecken. Seit Juni 2015 bietet das Hotel acht Zimmer mit allem Komfort.
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Tourenkarte Tag 1

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Tourenkarte Tag 2

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