Ofenpass–Tschierv

Ofenpass–Tschierv

Am Ofenpass gibt es auf kleinstem Raum unglaublich viel Natur zu entdecken.
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Blogger: Max Hugelshofer
Wow, was für ein Morgenrot! Der Horizont ist knallorange, davor zeichnen sich die Umrisse der Berge schwarz ab. Und wir müssen dafür nicht einmal unter der warmen Bettdecke hervorkriechen – den Vorhang vom Fenster wegziehen in unserem Hotel Süsom Givè auf dem Ofenpass reicht. Sobald das Frühstücksbuffet um 7 Uhr eröffnet wird, sitzen wir schon in der gemütlichen Stube mit den vielen Hirschgeweihen an der Wand. Ob wir wohl einen von ihnen gestern Abend zum Znacht hatten?

Steckbrief

  • Kanton GR
  • Sprachregion Deutsch
  • Projekt Hotel Süsom Givè
  • Kategorie Wanderung
  • Schwierigkeitsgrad Mittel

Wir sind so früh unterwegs, weil ein Wetterumschwung angekündigt ist. Um 13 Uhr sollen der Regen und die kalten Temperaturen kommen. Deshalb haben wir auch unsere Wanderpläne angepasst. Ursprünglich wollten wir um den Piz Daint herum ins Val Mora und dann runter bis nach Santa Maria laufen. Weil wir aber keine Lust haben, den zweiten Teil des Siebenstünders im Regen zu marschieren, haben wir das Programm umgestellt. Darum geht es um 7.30 Uhr auf der anderen Seite der Passstrasse los, in Richtung Plaun da l’Aua. Diese zauberhafte Hochebene durchqueren wir so früh am Morgen ganz alleine, allerdings auch noch bei ziemlich frischen Temperaturen. Immer wieder sehen wir die Eingänge zu Murmeltierhöhlen, aber die Murmeli haben einfach keine Lust, sich zu zeigen.

Wir folgen immer dem «Senda Val Müstair» und kommen an der Alp da Munt und dem Skigebiet Minschuns vorbei. Von Anfang an ist der Wanderweg auch als offizielle Mountainbike-Strecke ausgeschildert. Bislang hat mich das überhaupt nicht gestört, aber jetzt wird es richtig schlimm. Nicht etwa, weil uns rücksichtslose Biker fast vom Weg drängen würden. Nein. Sondern weil der Weg immer schmaler und kurviger wird, mit leichtem Gefälle und feiner Unterlage. Kurz: der perfekte Mountainbike-Trail. Da trauere ich meinem Bike, das zuhause im Keller steht, schon ziemlich nach. Dafür haben wir beim gemütlicheren Wander-Tempo mehr Zeit, die Natur zu bewundern: Blumen, knorrige Bäume und kleine Bächlein.

Nachdem es schon mal deutlich nach Regen ausgeschaut hat, lugt nun sogar die Sonne nochmals hervor. Wir sehen weit runter ins Münstertal, und entdecken, dass unser lauschiger Wanderweg weiter vorne zur breiten Kiesstrasse wird. Bei der Alp Campatsch entscheiden wir deshalb, nicht wie vorgesehen nach Lü zu wandern, sondern dem Bach nach direkt hinunter nach Tschierv. Eine gute Entscheidung, nur schon, weil wir hier nun doch noch Murmeli zu Gesicht bekommen. Es ist aber auch ein ausgesprochen schöner Weg, der lange Zeit der Aua da Laider entlangführt. Dieser kleine Bergbach bettelt regelrecht darum, gestaut und umgeleitet zu werden. Schade, wir haben keine Kinder dabei.

Um 11.30 Uhr sind wir schon fast in Tschierv und verputzen auf einem Bänkli bei einer Wiese voller Herbstzeitlosen unser mitgebrachtes Picknick. Im Dorf gibt’s dann auf einer Sonnenterrasse noch Kaffee und Kuchen, bevor uns das Postauto wieder auf den Ofenpass hinaufbringt. Gerade als wir oben aussteigen, fallen die ersten Tropfen. Ein paar Stunden später liegen auf dem Ofenpass bereits zehn Zentimeter Schnee.

Hotel Süsom Givè
Das Hotel Süsom-Givè in Tschierv wurde 1935 gebaut und ist ein Familienbetrieb, der bereits in 3. Generation geführt wird. Das Hotel liegt direkt auf dem Ofenpass und bietet sich ideal für Wanderungen, Skitouren, etc. an.
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